01.04.2020 - 13:41 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Mit Leidenschaft und etwas Glück

Ende April endet die Amtszeit von Bürgermeister Herbert Bauer. In einem Gespräch mit Oberpfalz-Medien blickt er zurück auf Erfolge und Herausforderungen.

Bürgermeister Herbert Bauer: "Ich habe immer versucht, unsere Arbeit so weit als möglich transparent zu machen."
von Harald Dietz Kontakt Profil

"Es ehrt mich, dass Sie ein wenig von mir wissen wollen", sagt er bescheiden am Telefon. Herbert Bauer war 24 Jahre Bürgermeister in Falkenberg und zeigte in vielen Vereinen Engagement. Er nennt Kolpingsfamilie (18 Jahre Bezirksvorsitzender), Pfarrgemeinderat und Katholisches Bildungswerk. Kritisch zu Wort gemeldet hat er sich früh. "Im Gymnasium in Weiden, später im Studium an der Katholischen Uni in Eichstätt war ich schon in der Schüler- beziehungsweise Studentenvertretung aktiv."

1984 wurde Herbert Bauer in den Marktgemeinderat gewählt. 1990 scheiterte er als CSU-Bürgermeisterkandidat gegen das amtierende Gemeindeoberhaupt. "Ab 1996 wurde ich insgesamt vier Mal zum Bürgermeister gewählt."

Beruf und Ehrenamt unter einen Hut zu bringen, war für den Pädagogen nicht einfach. "Am schwierigsten war die Zeit von Mai bis Juli 1996." Da war Herbert Bauer Vollzeitlehrer an der Hauptschule Waldsassen; später unterrichtete er in Teilzeit (18 Wochenstunden). Freizeit habe es kaum gegeben. "Die Wochenenden waren mit Korrekturen ausgefüllt."

Geschlossenheit

Was war Herbert Bauer in den 24 Jahren als Bürgermeister besonders wichtig? "Ich habe immer versucht, unsere Arbeit so weit als möglich transparent zu machen." Bauer erläutert im Gespräch mit Oberpfalz-Medien: "Beschlüsse waren mit der Verwaltung so vorbereitet, dass ich mich an Gegenstimmen nicht erinnern kann. Schließlich ging es und geht es darum, unsere Gemeinde weiterzuentwickeln." Dazu seien alle Mitglieder des Gemeinderats aufgefordert.

"In meiner ersten Periode wurde ich vor allem von Manfred Steinberger begleitet und auch auf Projekte hingewiesen, die es anzupacken galt." Steinberger war geschäftsleitender Beamter der Verwaltungsgemeinschaft Wiesau, zu der Falkenberg gehört. "Steinberger war es, der auf meine Anregung hin bereits 1985 Leitenden Baudirektor Rudolf Fröschl von der Regierung der Oberpfalz von der Städtebausanierung für unseren Markt überzeugte." Herbert Bauer weiter: "Marktplatz, Rathaus, Burg, Burgumfeld, Richterhaus, Pfarrhof und viele Häuser im Sanierungsgebiet zeugen von den Millionen, die in unseren Ort geflossen sind." An dieser Stelle dankt Herbert Bauer ganz besonders dem Architekten Emil Lehner, der im Bereich Städtebauförderung die entscheidenden Impulse gesetzt habe.

Auf besondere Projekte und Herausforderungen angesprochen, nennt der Bürgermeister unter anderem die Wasserleitungsauswechslung von der Wiesauer zur Schönfichter Straße mit Kosten von rund 1,5 Millionen Euro. "Es waren immer tolle Kräfte im Marktgemeinderat und in der Verwaltung mit von der Partie, vor allem Gerhard Pöschl, Bernhard Schuller und Peter Bork, Ambros König und Petra Wach aus der Verwaltung." Bauer ergänzt: "Auch über die Dorferneuerung wurden unsere fünf Ortschaften saniert und konnten kostengünstig abgerechnet werden."

Die Sanierung der Burg Falkenberg kostete Kraft und Geld. Bürgermeister Herbert Bauer hatte so manch schlaflose Nacht. Denn die Fördermittel flossen nicht von selbst.

"Eine Erfolgsgeschichte"

Was Bauer besonders freut: "Der größte Glücksfall für unseren Markt ist die Entwicklung der Firma IGZ." Eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen, so der Falkenberger Bürgermeister. "Natürlich ist die Burg ein ganz wichtiges Kapitel, das unseren Ort erst richtig in die Schlagzeilen brachte." Hier verweist Bauer besonders auf die Leistungen des Architekturbüros Brückner & Brückner. Doch die Revitalisierung der Burg bescherte Herbert Bauer auch so manch schlaflose Nacht. Denn die Fördergelder flossen nicht von selbst. Dank gelte hier Josef Kagerer von der Regierung der Oberpfalz, der immer wieder eine Lösung angesichts der steigenden Kosten gefunden habe.

Doch es gibt noch mehr, das Herbert Bauer strahlen lässt. "Besonders erfreulich ist nach wie vor unser aktives Vereinsleben." Auch die Bemühungen um das B3-Dorffest hätten diesen Zusammenhalt eindrucksvoll bestätigt. "Die großen Events der Freundschaftsgruppe '6 Germanen' zeugen ebenfalls von einer tollen Gemeinschaft." Wichtig war Herbert Bauer stets die Freundschaft zu den Ehrenbürgern Anton Böhm, Reinhard Forster und Josef Hannig. "Maßgeblichen Anteil an der guten Entwicklung unserer Gemeinde haben auch unsere Bauhof-Mitarbeiter Gottfried Üblacker und Richard Bitterer."

Bauplätze fehlen

Der Bürgermeister bedauert: "Leider hemmt uns derzeit das Coronavirus bei der Arbeit." Und natürlich gibt es Dinge, die Herbert Bauer, der gerne auch mal unbequem war und in seiner politischen Arbeit kritisch nachfragte, in den 24 Jahren Amtszeit gerne längst erledigt hätte. Als ein Stichwort nennt er hier das "Riesenthema" Bauplätze. Eine Ausweisung in ausreichender Zahl sei leider stets aus unterschiedlichsten Gründen gescheitert. Bauer versichert: "Aber der künftige Marktgemeinderat wird an diesem Thema dranbleiben. Ich wünsche den neu gewählten Ratsmitgliedern alles Gute."

Was macht Herbert Bauer nun, wenn die vielen Aufgaben, die das Amt des Bürgermeisters mit sich brachte, wegfallen? "Nach der Hälfte meines Lebens in gemeindlicher Verantwortung und drei Perioden im Kreistag werde ich hauptsächlich für meine Ehefrau, die Kinder und Enkel und für die Burg Falkenberg da sein, so lange mich der liebe Gott hier noch haben will. Schließlich haben diese Personen immer hinter mir gestanden."

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