25.02.2019 - 18:04 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Leistungsfähiger Partner der Landwirte

Die Erzeugergemeinschaft Schlachtvieh Oberpfalz (kurz ESO) hat sich ein besonderes Ziel auf die Fahne geschrieben: „Wir vermarkten leistungsstark und mit gutem Gewissen“. Warum das so ist erfahren die Mitglieder beim Treffen in Falkenberg.

Bei der Tagung referierte die Münchner Geschäftsführerin von „Unsere Bayerische Bauern e.V.“, Eva Maria Haas. Für ihr Kommen bedanke sich ESO-Vorsitzender Alois Weig.
von Werner RoblProfil

Die 1970 gegründete ESO mit Sitz in Knölling bei Fensterbach im Landkreis Schwandorf ist ein Verbund von rund 1800 Oberpfälzer Bauern. Die Erzeugergemeinschaft erfasst den Vieh-Bestand und sichtet deren Qualität, um danach das entsprechende Verkaufsangebot zielgerichtet an die Kunden zu bringen. Nur unter diesen Voraussetzungen sei es möglich, marktgerechte Qualität zu erzeugen und zu bestmöglichen Preisen für den Erzeuger auf den Markt zu bringen, betonte Vorsitzender Alois Weig bei der Mitgliedertagung im "Goldenen Stern".

Perspektiven schaffen

Der Jahresumsatz der ESO betrage circa 45 Millionen Euro. Jährlich würden gut 22 000 Rinder und rund 140 000 Mastschweine vermarktet. "Damit wir wettbewerbsfähig bleiben können, ist die Schaffung eines regionalen Verbundsystems zwischen Schlachtvieh-Erzeugern und den Schlachthöfen unabdinglich", beschrieb Weig das bestehende Netzwerk. Ziele seien Liefer- und Abnahmeverpflichtungen. "Das bietet langfristige Perspektiven", bemerkte Weig in seinem fünf Jahre umfassenden Tätigkeitsbericht. "Die Angebote werden gebündelt. Somit sind wir in der Lage, in einem geschlossenen System auch eine einheitliche, vor allem aber gute Qualität anbieten zu können." Die Transporte - so der Sprecher weiter - würden sorgfältig und kostengünstig ausgeführt. Dafür sorge auch der eigene Fuhrpark, für den vor kurzem erst ein zusätzliches Fahrzeug angeschafft worden sei. Ein deutliches Augenmerk richte die Gemeinschaft auch auf das Tierwohl.

"Wir erfüllen die Genuss- und Garantieansprüche, die vom Endverbraucher verlangt werden", ließ der Vorsitzende - auch mit Blick auf die Regionalität - anklingen. Eines aber wisse man: "Jeder ist bereit, den Bauern mehr zu bezahlen. An der Fleischtheke aber schaut man aber wieder auf den Preis." Das sei bedauerlich, aber nicht zu ändern. "Der Kostendruck wächst. Das Geld, das man sinnvoll investiert, trägt aber auch Früchte." Als ein nicht zu kalkulierendes Marktrisiko bezeichnete Weig die fortschreitende Internationalisierung im Dritthandel mit Rindern und Schweinen.

Anklingen ließ Weig zudem auch den Rückgang der Rinder- und Schweinehalter. "Die Betriebe werden weniger, die noch bestehenden sind gezwungen zu expandieren. "Es ist ein ständiges Hinein und Hinaus", beleuchtete Weig die aktuelle Lage auf der Erzeugerbasis. Seit gut zwei Jahrzehnten sei eine erhöhte Nachfrage an Fleisch festzustellen. "Die Einkommen steigen. Aber reicht das vorhandene Angebot aus?" Weitere Probleme seien Wasserknappheit und steigende Energiepreise. "Nicht verschließen dürfen wir uns auch der Tatsache, dass wir unter dem Klimawandel zu leiden haben." Auch die Folgen des Brexits sowie des Handelsstreits zwischen China und den USA seien noch unklar. Weig: "Jeder siebte Mensch hungert. Das sind weltweite Probleme, die auch uns in der Oberpfalz betreffen."

Einen detaillierten Bericht über die Geschäftslage der ESO hatte Geschäftsführer Heinrich Promberger ausgearbeitet. Die Oberpfalz sei eine viehstarke Region, deren Produkte begehrt seien, so Promberger. Ergänzende Informationen lieferte Dr. Klemens Dötsch. Anklingen ließ der Amtsveterinär auch die Sorgen wegen der Afrikanische Schweinepest und der Blauzungenkrankheit. Die Impfung sei freiwillig. "Hoffentlich bleiben wir davon verschont. Wir bereiten uns aber darauf vor." Zudem stellte sich der Tiermediziner auch dem Thema "Schlachtvieh-Transport". Dötsch mahnte: "An den Verordnungen kommt keiner vorbei."

Nähe schaffen

Gekommen war zudem die Geschäftsführerin von "Unsere Bauern in Bayern", Eva-Maria Haas. Die gebürtige Oberpfälzern informierte über die "Entfremdung der Gesellschaft von der Landwirtschaft und wie die bayerischen Bauern mit dieser Situation umgehen. Haas riet: "Schaffen sie Nähe. Ein Tag der offenen Tür kostet sicher Zeit, auch Geld. Die Nachhaltigkeit ist aber unschätzbar." Zudem empfahl die Referentin: "Sensibilisieren Sie die Menschen für das Produkt, das aus Ihrer Region stammt." Unterstützung leiste der Verein auch durch Kampagnen. Dazu gehört auch "Für alle nah - Unsere Bayerischen Bauern", das sich zum Ziel gesetzt habe, ein Bewusstsein für die Bedeutung der regionalen Erzeugung zu schaffen. Dass der Verein wachse, zeige, dass das Bestreben wahrgenommen werde.

Entfremdet sich die Gesellschaft von der Landwirtschaft?:

Eva-Maria Haas referiert über die aktuelle Situation und dem Umgang der Bauern mit dem Thema

Eingeladen war auch die Geschäftsführerin von „Unsere Bauern in Bayern“, Eva-Maria Haas. Die gebürtige Oberpfälzern informierte über die „Entfremdung der Gesellschaft von der Landwirtschaft – wie gehen die bayerischen Bauern mit dieser Situation um?“ Haas mahnte: „Schaffen sie Nähe. Ein Tag der offenen Tür kostet sicher Zeit, auch Geld. Die Nachhaltigkeit ist unschätzbar.“ Zudem empfahl die Referentin: „Sensibilisieren sie die Menschen für das Produkt, das aus eurer Region stammt.“ Unterstützung leiste der Verein auch durch Kampagnen. Dazu gehört auch „Für alle nah – Unsere Bayerischen Bauern“, das sich zum Ziel gesetzt hat, ein Bewusstsein für die Bedeutung der regionalen Erzeugung zu schaffen. „Wir möchten damit deutlich machen, wie wichtig die Landwirtschaft in und für Bayern auch als Basis für den Tourismus, zudem auch für die Erholung und die Ernährung ist.“ Dass sich der Verein im Wachstum befinde sei ein deutliches Zeichen dafür, dass das Imagebestreben wahrgenommen wird. Steigend seien auch die Mitgliederzahlen, verdeutlichte Haas an anderer Stelle. „Wir machen jedem klar, dass viel Arbeit und ebenso viel Engagement in der Erzeugung und Vermarktung unserer hochwertigen Lebensmittel steckt“, schloss die Referentin aus der Landeshauptstadt.

Leute:

Wahl der Landkreisvertreter

Die Wahl leitete Manfred Zintl vom Tirschenreuther Amt für Landwirtschaft, Ernährung Landwirtschaft und Forsten (AELF). Als Landkreisvertreter wurden gewählt: Martin Adam (Dürnkonreuth b. Plössberg), Siegfried Bauer (Marchaney b. Tirschenreuth), Matthias Bäuml (Hohenwald b. Tirschenreuth), Andreas Grillmeier (Gründlbach b. Tirschenreuth) und Hermann Prölß (Steinbühl bei Krummennaab).

Zu ihren Stellvertretern wurden bestimmt: Gerhard Betz (Wildenau b. Plössberg), Helmut Grillmeier (Pechofen b. Mitterteich), Markus Meierhöfer (Wetzldorf b. Erbendorf), Reinhard Raps (Döberein bei Immenreuth) und Hans Sticht (Hermannsreuth bei Ebnath).

Alois Weig (rechts) und Heinrich Promberger (vorne) stellten die gewählten Landkreisvertreter vor. Zur Wahl gratulierte auch der im Landkreis Tirschenreuth tätige, leitende Amtstierarzt, Dr. Klemens Dötsch (mittlere Reihe, rechts) und Manfred Zintl (mittlere Reihe, 2. von rechts) vom AELF.
Die Entwicklung der Erzeugergemeinschaft für Schlachtvieh in der Oberpfalz beleuchtete Geschäftsführer Heinrich Promberger.
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