21.07.2019 - 15:41 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Rock-Open-Air in Falkenberg: Klein-Wacken liegt im Stiftland

Perfektes Open-Air-Wetter, drei Bands, drei Stilrichtungen und 2500 gut gelaunte Fans. Der Freundschaftsverein „Die sechs Germanen“ hat es nach drei Jahren erneut geschafft, grandiose Rockmusiker auf die Bühne zu bringen.

Die sogenannte "Droht" in Falkenberg bietet eine Kulisse, die kaum zu überbieten ist. Davon sind nicht nur die Fans, sondern auch die Musiker begeistert.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Hatten die Organisatoren noch am Mittwoch vergangener Woche ein weiteres Open Air in den kommenden Jahren kategorisch ausgeschlossen, dementierte der Chef des Freundschaftsvereins „Die sechs Germanen“, Peter Träger, beim Open Air am Samstag diese Aussage. Es gibt also Hoffnung, dass auch künftig auf der „Droht“ Konzerte stattfinden.

Drei Bands, drei Genres

Diesmal waren es gleich drei Gigs, die auf unterschiedliche Art und Weise die 2500 Fans aus nah und fern bestens unterhielten. Als Opener waren „The Havlicek Brothers“ gebucht. Mit ihren klassischen Stücken aus der Zeit des Rock ’n’ Roll fesselten sie schon zu Beginn um 17.15 Uhr die Massen, bevor zwei wahre Legenden der Genres Progressiv-Rock und Hardrock die Bühne stürmten. Den Anfang machten „Barclay James Harvest“ featuring Les Holroyd, gefolgt von „Uriah Heep“. Jede der Bands spielte exakt eineinhalb Stunden.

Bildergalerie zum Openair in Falkenberg

„Es ist uns eine große Freude, dass wir heute Abend an diesem wunderbaren Ort spielen dürfen“, begrüßte Les Holroyd die Fans. Die machten übrigens keinen Unterschied zwischen den doch sehr verschiedenen Stilen der beiden Hauptacts. Da feierten die eingefleischten „Uriah Heep“-Fans „Barclay James Harvest“ genauso wie eineinhalb Stunden später „Uriah Heep“ und sangen textsicher und lautstark mit.

Gleich anfangs versprach Les Holroyd: „Wir spielen heute Abend eure Lieblingssongs.“ Mit „Hymn“, „Life is for Living“, „Love on the Line“ und vielen weiteren hielten Les Holroyd (Gesang, Bass und Gitarre), Mike Byron-Hehir (Gitarre), Colin Brown (Keyboard und Gitarre), Steve Butler (Keyboard und Gitarre) und Ralf Gutske (Schlagzeug) ihr Versprechen und zeigten, dass sie musikalisch noch längst nicht zum alten Eisen gehören. Im Gegenteil: Die Soli kommen noch präziser und spektakulärer daher, als das in den Anfangszeiten der Band der Fall war. Vor allem Lead-Gitarrist Mike Byron-Hehir lieferte in dieser Beziehung eine Höchstleistung nach der anderen ab.

Miterfinder des Hardrock

Mit Uriah Heep wurde es anschließend härter und lauter. Als sie 1970 mit ihrem ersten Album „Very ’Eavy, Very ’Umble“ Furore machten, wussten sie wahrscheinlich noch nicht, dass sie zusammen mit etwa weiteren zehn Bands gerade eine neue Stilrichtung erfanden, den sogenannten „Hardrock“, der heute in der noch viel härter gewordenen Metal-Szene immer noch die Massen begeistert. Wie bei „Barclay James Harvest“ mit Les Holroyd stand bei „Uriah Heep“ ebenfalls ein Gründungsmitglied auf der Falkenberger Bühne, nämlich Lead-Gitarrist Mick Box, der mit seinem legendären „Wawa“-Sound zusammen mit Keyboarder Phil Lanzon auf dem Fundament aufbaute, das rhythmisch Russel Gilbrook (Drums) und Davey Rimmer am Bass schufen.

Sänger Bernie Shaw garnierte das Ganze mit seiner unverwechselbaren Stimme und lieferte mit der Band neben viel neuem Material auch das ab, was die Fans an diesem Abend erwarteten – die Klassiker aus den 1970ern, mit denen die damalige Formation sämtliche Charts stürmte. Dazu gehörten am Samstagabend unter anderem „Gypsy“, „Lady in Black“, „Look at Yourself“, „July Morning“, „Rainbow Demon“, „Sunrise“ und als Zugabe „Easy Livin’, der Song, den zahlreiche Fans immer wieder lautstark gefordert hatten.

Servus und Zoigl

Auch „Uriah Heep“ waren von dem schnuckeligen Festival-Gelände angetan. Bernie Shaw lobte den Falkenberger Zoigl und begrüßte die Fans mit „Servus“. Pünktlich um 23 Uhr war das Spektakel zu Ende. „Uriah Heep“ reisten noch in der Nacht ab. Sie spielten am Sonntag ihren nächsten Gig in Ungarn und sind am 3. August auf Wacken zu hören. Auch dieses Festival hat einmal ganz klein mit zwei, drei Bands angefangen und ist heute eines der größten und bedeutendsten „Metal-Events“ weltweit.

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