07.02.2020 - 13:57 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Eine Spur der Liebe im Leben hinterlassen

Höhepunkt beim Alpha-Kurs in Falkenberg ist ein Heilig-Geist-Wochenende in Johannisthal. Rückblickend berichtet Karl Schreier von den gewonnenen Eindrücken. „Ein Treffen hat uns besonders berührt.“

Die Alpha-Kurs-Teilnehmer trafen sich in Johannisthal zu einem dreitägigen Gedankenaustausch. Beherrschendes Thema war der Heilige Geist.
von Werner RoblProfil

Seit Oktober vergangenen Jahres treffen sich die Alpha-Kurs-Teilnehmer. An zwölf Abenden wird diskutiert. Auch gibt es einen Film zu Glaubensfragen. Derartige Gruppen kommen aktuell in Falkenberg, Floß/Flossenbürg, Waldsassen und Weiden zusammen. "Der darin eingebundene Johannisthal-Treff wurde gemeinsam organisiert", informiert Karl Schreier aus Thann bei Falkenberg.

Inspirierendes Wochenende

Er berichtet: Das Leitungsgremium, Nicole Katsikis (Waldsassen) sowie Josef Stock und Maria Unterstein (Pfarreiengemeinschaft Wiesau/Falkenberg), konnte über 40 Gleichgesinnte begrüßen, "um uns auf ein spannendes und inspirierendes Wochenende einzustimmen".

Gestartet wurde mit einem Film am Freitagabend, der - wie Schreier zurückblickt - "erste Impulse setzte". In den Mittelpunkt rückten die Fragen: Wer ist der Heilige Geist? Was tut der Heilige Geist? Wie werde ich mit dem Heiligen Geist erfüllt? In Gesprächskreisen konnten sich die Teilnehmer, darunter auch Pfarrvikar Markus Hochheimer (Waldsassen), die Pfarrer Max Früchtl (Floß) und Georg Gierl (Flossenbürg), über theologische Fragen offen aussprechen.

"Am Samstagnachmittag folgte eine besondere Begegnung." Wie Karl Schreier betont, hätte das Glaubenszeugnis Torsten Hartungs - am Gedenktag der Bekehrung des Heiligen Paulus - "nicht besser passen können". Karl Schreier ergänzt: "Vor uns saß ein verurteilter Mörder." Schreier zitiert den Gast: "Glauben Sie mir, ich habe in meinem ganzen Leben keinen bösartigeren Menschen kennengelernt als mich selbst!"

Geld und Gewalt

Hartung gestand, dass er ein Bekehrter sei. Zudem warf er die Frage in den Raum: "Bewirkt der christliche Glaube auch heute noch eine totale Lebenswende?" Der inzwischen knapp 59-jährige Hartung bewies es gut zwei Stunden lang, so Schreier. Als Kopf einer der größten Autoschieberbanden Europas gab es für Hartung eigentlich nur zwei "damals wichtige Dinge". "Das waren Geld und Gewalt", wie der Referent weiter gestand. "Dann wurde ich Christ." Heute kümmert sich Hartung im Ehrenamt um straffällig gewordene Jugendliche. "Ich bin glücklich."

Der anschließende Abend gehörte der Anbetung in der Kapelle. "Eingebunden waren unsere persönlichen Gebetsanliegen", kommentiert Karl Schreier die Inhalte. Weiter berichtet er: "Der darauffolgende Sonntagvormittag war erfüllt vom Gebet und Singen. Zentrales Thema war der Heilige Geist." Einer der Mitbeter - so Schreier - habe seine Wünsche und Gebetsinhalte wie folgt zusammengefasst: "Der Heilige Geist, ganz die Liebe Gottes, begleite und führe uns und hinterlasse in unserem Leben eine Spur der Liebe."

Vom Saulus zum Paulus: Torsten Hartung blickte in Johannisthal auf sein Leben zurück, das sich dank Jesus komplett veränderte.
Torsten Hartung: Vom Täter zum ehrenamtlichen Helfer:

Eine Bekehrungsgeschichte wird begreiflich und die Teilnehmer des Alpha-Kurses hören, wie aus einem in schwierigsten Familienverhältnissen aufgewachsenen Kind (Torsten Hartung - geboren 1961) ein Krimineller und Mörder wurde: Anfang 1992, während eines Urlaubs auf Mallorca, besucht Hartung eine kleine Kirche. Dort findet er eine Wand, an die die Besucher ihre Gebetsanliegen heften können. Hartung schreibt auf einen Zettel: "Ich wünsche mir ein Leben in Glück!" Im Oktober 1992 fliegt die Bande, die in nur 18 Monaten einen Versicherungsschaden von 15,8 Millionen Mark verursachte, plötzlich auf. Es folgen fast fünf Jahre Einzelhaft. Seine Gesamtbilanz: 22 Jahre Gefängnis. 1998 sitzt er vor einer Leinwand. Gezeigt wird ein Film über Jesus Christus. Hartung - davon tief beeindruckt - schreibt danach ins Tagebuch: "Jesus, Du hattest Deine Auferstehung. Gib auch mir eine zweite Chance! Schenke mir ein neues Leben!" Am tiefsten Punkt seines Lebens angelangt, entdeckt Torsten Hartung, was er all die Jahre falsch gemacht hat und wonach er sich wirklich sehnt. Er bekommt seine Chance, lässt sich 2002 im Gefängnis katholisch taufen und erfährt die Barmherzigkeit Gottes. Hartung wird Vorsitzender des Vereins "Maria hilf-t", der sich insbesondere um Strafgefangene und von der Haft entlassene kümmert, die infolge ihres geistigen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen sind. (wro)

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