08.08.2018 - 14:57 Uhr
Oberpfalz

Fast wie ein Stück Autobahn

Endlich einmal eine Großbaustelle, mit der die Politik hausieren gehen kann: schneller fertig, eine Million billiger. Der B 85-Ausbau ist einen Riesenschritt vorangekommen.

Symbolisches Band-Durchschneiden auf dem das ausgebaute B 85-Teilstück (Hintergrund) begleitenden, asphaltierten Forst- und Radweg (vorne, von links): Stefan Noll (Staatliches Bauamt), Landrat Richard Reisinger, Bundestagsabgeordneter Alois Karl, Bürgermeister Josef Gilch, die ehemalige Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger, Bundestagsabgeordneter Karl Holmeier und Tiefbauunternehmer Helmut Seebauer (rechts).
von Michael Zeissner Kontakt Profil

(zm) Der Verkehr läuft schon seit rund zwei Wochen völlig reibungslos. Und wäre die B 85 wegen eines Brandschadens an einer Brücke bei Schwandorf derzeit nicht gesperrt, wäre sicherlich auch viel mehr los. "Daran können wir ablesen, wie wichtig ein reibungsloser Verkehrsfluss ist und was alles davon abhängt", betonte Stefan Noll, der zuständige Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt. Der Ausbau der Bundesstraße 85 in dem Abschnitt nordwestlich von Pittersberg bis Schafhof war etwas mehr als ein Jahr seine größte Baustelle. Jetzt ist sie fertig.

Nicht ganz. Der Wildschutzzaun fehlt noch, merkte Noll an, er soll im Herbst gezogen werden. Der jetzige Ausbaustatus wird offiziell als "vierstreifig mit zwei durch einen drei Meter breiten Mitteltrennstreifen getrennte Richtungsfahrbahnen" bezeichnet. "Autobahnähnlich", sagte ganz einfach Bundestagsabgeordneter Alois Karl (CSU) dazu und erinnerte sich daran, dass das jetzt fertiggestellte Ausbau-Teilstück schon 2005 in Berlin Thema gewesen sei, als er erstmals in den Bundestag kam. Noch konkreter wurde sein Parlaments- und Fraktionskollege Karl Holmeier aus dem Wahlkreis Schwandorf/Cham. Der Bund stehe seit mehr als 20 Jahren im Wort. Denn der Ausbau der B 85 sei versprochen worden, als die A 6 Richtung Prag weiter gebaut wurde.

Landrat Richard Reisinger (CSU) beschrieb die Verkehrsachse als eine "Hauptschlagader" des Landkreises und der mittleren Oberpfalz, während der Ebermannsdorfer Bürgermeister Josef Gilch sein Augenmerk unter anderem auf den die Fahrbahn begleitenden asphaltierten Rad-/Forstweg legte. "Er verbindet zwei Ortsteile von Ebermannsdorf.

Josef Kreitinger, Leiter des Sachgebiets Brücken- und Straßenbau bei der Regierung der Oberpfalz, sprach von einem bemerkenswert reibungslosen Genehmigungsverfahren sowie einer nicht alltäglich zügigen Abwicklung. Bei dem nächsten großen Brocken, dem Ausbau zwischen Pittersberg und Schwandorf bis zur A 93, sehe das allerdings anders aus. Hier werde eine umfangreiche Umweltverträglichkeitsprüfung nötig.

Viel Lob von allen Seiten gab es für den Tiefbauunternehmer Helmut Seebauer aus Neunburg vorm Wald, Landkreis Schwandorf. Er war rund vier Monate schneller als geplant und wird die veranschlagten Kosten von 9,58 Millionen Euro voraussichtlich um knapp eine Million Euro unterschreiten.

Daten:

Baulänge: 2,56 Kilometer.

Querschnitt: vier Fahrstreifen, zwei getrennte Richtungsfahrbahnen, beidseitig flankiert von einem Radweg sowie einem Weg für die Forst- und Landwirtschaft.

Kosten: 9,58 Millionen Euro veranschlagt, voraussichtlich 8,5 Millionen Euro tatsächlich.

Bauzeit: rund ein Jahr.

Verkehrsbelastung: mehr als 13 000

Kraftfahrzeuge binnen 24 Stunden,

davon 2200 Lkw. Prognose: 15 000 Kraftfahrzeuge binnen 24 Stunden, davon 2300 Lkw bis 2030.

Weitere Ausbauabschnitte: zwischen Pittersberg und der A 93 bei Schwandorf vier Fahrstreifen zweibahnig (aufgenommen im Bundesverkehrswegeplan 2030); Ausbau der A 3-Anschlussstelle Amberg-Ost/Schafhof; drei Fahrstreifen zwischen Amberg-Ost/Schafhof und östlicher Stadtgrenze von Amberg. (zm)

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