Künstler Gerd Seidel zeigt seine Arbeiten vom 1. Dezember bis 12. Januar. Alle Jahre wieder, so der Ensdorfer, beginne der Trubel um das Weihnachtsfest. "Er ist zum festen Bestandteil des Jahres geworden. Spätestens ab Anfang November ist nicht zu übersehen und zu überhören, dass es ziemlich stark weihnachtet." Aber auch schon im August werde in den Supermärkten Weihnachtsgebäck zum Kauf angeboten. "In der Adventszeit erreicht dieser Rummel seinen Höhepunkt."
Dabei sei der Sinn dieses Festes der gläubigen Christen ein ganz anderer, "er geht aber im Wahnsinn des Kommerzes völlig unter". Der 61-Jährige konstatiert, "die Vorfreude auf die Geburt Jesu Christi wird völlig in den Hintergrund gedrängt, komplett verwässert und in ganz andere Bahnen gelenkt als vorgesehen". Die Zeit der Besinnung gehe im Stress des Geschenke Besorgens und dem Aktivismus der Menschen unter. "Weihnachtsmärkte allerorten, Events und aberwitziger Konsum decken alles Ursprüngliche zu. Dies stellt einen eklatanten Missbrauch dar."
Gerd Seidel will in einer fünfteiligen Serie den Betrachter herausfordern und nachdenklich werden lassen. Auf den ersten Blick ist in den vier Collagen und einer Materialcollage nichts Besonderes zu erkennen. Der Betrachter soll aber aufgefordert werden, sich Zeit zu nehmen, den tieferen Sinn der künstlerischen Arbeit erforschen. Die Botschaft ist nicht auf den ersten Blick zu erkennen.
"Erst nach einer Weile wird die Botschaft sichtbar. Dies soll einen Denkanstoß geben," wünscht sich Seidel. So seien in den Arbeiten "Botschaft "1 - 3" ein Text, ein Bild oder eine Figurengruppe zu entdecken. In den beiden anderen Collagen mit dem Titel. "Alle Jahre wieder" werde der Aspekt angesprochen, dass schon im Sommer der Rummel um das Weihnachtsfest in den Regalen der Supermärkte beginnt.
Der Künstler will deutlich machen, wie das Fest vom Kommerz eingenommen wird und die wahre Botschaft völlig in den Hintergrund tritt. "Aber Kaufen und Konsumieren sind nicht die Kernwahrheiten," betont er. Die wahre Botschaft dieses Festes werde dem Kommerz geopfert.
In dem Bild "Botschaft I" überdeckt das Wort "kaufen" den Spruch "Macht es wie Gott, werdet Mensch", der aber völlig im Kaufrausch untergeht. Bei "Botschaft II" dominieren Werbeslogans die Bildfläche. Ganz klein ist ein Bild einer Krippe zu entdecken. Sie scheint förmlich von den Werbetexten erdrückt zu werden. "Botschaft III" zeigt "Geschenke, Geschenke, Geschenke". Im Überfluss versteckt sich eine Krippendarstellung in mitten vieler bunten Päckchen.
Bei "Alle Jahre wieder I" versteckt sich inmitten von Sommerprodukten ein Weihnachtsmann, der schon ab Mitte August in den Regalen zu finden ist. "Alle Jahre wieder II" erscheint zwischen Sommerprodukten eine Verpackungshülle für einen Christstollen, ebenfalls im August schon erhältlich.
Kaufen und Konsumieren sind nicht die Kernwahrheiten des Weihnachtsfestes. Die wahre Botschaft dieses Festes wird dem Kommerz geopfert.












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