06.08.2018 - 13:26 Uhr
FensterbachOberpfalz

Dem Druck gegensteuern

Immer stärkere und damit schwerere Zugmaschinen und noch leistungsfähigere Anbaugeräte setzen den Boden erheblich unter Druck.

Forstdirektor Alwin Kleber (Mitte) und LandwirtschaftsdirektorJosef Rupprecht (rechts) begrüßten die Teilnehmer am Feldtag in Freihöls.
von Richard BraunProfil

Damit der Boden keine allzu großen Schäden nimmt, sollten einige Maßnahmen beachtet werden. Die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg und Schwandorf, das Fachzentrum für Agrarökologie und die Landmaschinenschule Triesdorf luden oberpfalzweit zu einem Feldtag mit dem Thema „Boden unter Druck“ ein. Schauplatz war ein abgeerntetes Weizenfeld in der Nähe von Freihöls, das zu den Besitzungen von Carl Graf zu Eltz gehört. Die zahlreichen Landwirte und Fachinteressenten wurden von Forstdirektor Alwin Kleber, der derzeit das AELF Schwandorf kommissarisch leitet, und Landwirtschaftsdirektor Josef Rupprecht begrüßt.

Schädlicher Bodendruck verschlechtert die Wachstumsbedingungen der Kulturpflanzen, verringert die Infiltration mit Niederschlagswasser und erhöht den Oberflächenabfluss. Gerade in der jetzigen Trockenphase ist jeder Tropfen Wasser besonders wertvoll. Das oberflächlich abfließende Wasser nimmt wertvollen Boden mit und fehlt in folgenden Trockenphasen für die Ertragsbildung.

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, Bodenverdichtungen zu vermeiden. Es beginnt schon beim Befahren von zu feuchten Böden. „Wenn der Boden am Gummistiefel klebt, ist das Feld oder die Wiese für die Bearbeitung zu nass“ ist eine einfache Regel. Eine große Bedeutung kommt dem richtigen Reifendruck der Zugmaschinen zu. Niedriger Reifendruck vergrößert die Reifenaufstandsfläche und verringert so den Bodendruck erheblich. An einem praktischen Versuch wurde dies vor Augen geführt. Sowohl an der Oberfläche, wie auch in der Tiefe führt der niedrige Reifendruck zu einer wesentlich geringeren Verdichtung. Der richtige Reifendruck hat zudem noch den Vorteil, dass sich der Kraftstoffverbrauch deutlich verringert. Eine Reifendruckregelanlage hat sich im Normalfall nach zwei Jahren amortisiert.

Einen wesentlichen Vorteil bieten auch Fahrzeuge mit großen Aufstandsflächen. Hier kamen die namhaften Traktorenhersteller ins Spiel, die ihre Fahrzeuge präsentierten. Eine Zugmaschine mit Gummikettenantrieb hat auf diesem Gebiet deutliche Vorteile. Ein weiterer Schwerpunkt des Feldtages waren die verschiedenen Varianten der Stoppelbearbeitung. Dafür waren Norbert Bleisteiner, Leiter der Landmaschinenschule Triesdorf, und Günther Bernreuther, Pflanzenbauberater des Erzeugerrings Oberpfalz, die kompetenten Ansprechpartner. Bei der Stoppelbearbeitung wird der Boden in einer Tiefe von sechs bis zehn Zentimeter bearbeitet. Diese mehrmalige, flache Bodenbearbeitung dient der Unkrautvernichtung und verringert den Einsatz von Chemie. Als Arbeitsgeräte kommen Tiefengrupper oder Scheibeneggen zum Einsatz.

Die Firmen Amazone, Väderstad, Güttler und Horsch präsentierten dazu ihre neuesten Entwicklungen. Jedes dieser Bearbeitungsgeräte hat spezifische Vorteile. Die bodenschonende Nutzung leistungsfähiger Landtechnik erfordert bewusstes Handeln und intelligente Lösungen, den die mechanische Belastbarkeit der Böden hat seine Grenzen. Ziel muss es sein, Gewichts- und Zugkräfte von Landmaschinen auf tragfähigen Böden mit möglichst geringer Spurbildung einzusetzen.

Die neuesten Maschinen der Stoppelfeldbearbeitung fanden das Interesse der Landwirte. Hier hadelt es sich um einen Tiefengrupper der Firma Horsch.

Zugmaschinen mit Gummikettenlaufwerk verursachen eine besonders geringe Bodenverdichtung.

Ein Schlepper mit einer Reifendruckregelanlage - wie hier im Bild- sollte zum Standard werden.

Scheibenegggen haben bei der Bodenbearbeitung ihre spezifischen Vorteile.

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