Als der im Herbst letzten Jahres ins Amt des Gemeindeoberhaupts gewählte Florian Adam die Bürgerversammlung im Dürnsrichter DJK-Sportheim mit seinem einstündigen Lagebericht einleitete, da spielte ganz zum Schluss eine überaus ärgerliche Angelegenheit die tragende Rolle. Dabei lenkte Adam die Blicke der Zuhörer auf Grundstückseigner, die den Winterdienst auf Gehsteigen nicht leisten und ab dem Frühjahr das vornehmlich in Rinnsteinen sprießende Unkraut wachsen lassen.
"Es gibt einfach Leute, die sich weigern", ließ der Bürgermeister erkennen. Gegen sie wird jetzt mit Bußgeldern eingeschritten. Das machte Florian Adam an einem mutmaßlich bayernweit einmaligen Beispiel deutlich. Es sieht wie folgt aus: Weil sich die Deutsche Bahn in Freihöls nicht um einen zu ihrem Betreuungsgebiet zählenden Gehsteig kümmert und dort der Wildwuchs ungehindert stattfindet, ist ein Bußgeldbescheid auf den Weg gebracht worden. "Wir warten jetzt ab, wie das weitergeht", sagte der Bürgermeister. Ein Signal hat er damit jedenfalls gesetzt.
Wohl mehr Wassergebühren
In seiner Berichterstattung beschrieb Bürgermeister Adam die momentane Lage der Gemeinde. Es gebe aktuell 2442 Einwohner, ließ er wissen und lenkte die Blicke auf den Gemeinderat. Er habe einen Haushalt von 7,22 Millionen Euro verabschiedet, in dem Personalausgaben in Höhe von 2,17 Milllionen Euro enthalten gewesen seien. "Diese Kosten steigen ständig", ließ Adam anklingen. Bei der Abwasserentsorgung stellte der Bürgermeister ein Defizit fest. "Wir müssen kostendeckend arbeiten", ließ er wissen und redete von momentan laufenden Kalkulationen, "die wohl eine Gebührenerhöhung nach sich ziehen werden."
Minus bei Schule und Kinderhaus
Auch schulische Angelegenheiten spielten bei der Bürgerversammlung eine Rolle. Bei der Grundschule habe sich für 2025 ein Defizit von 115 000 Euro ergeben. "Das machte pro Schüler ein monatliches Minus von rund 100 Euro aus", informierte Florian Adam. In der Mittelschule müsse bei jedem Schüler noch mehr draufgelegt werden. "Da sind es jeden Monat 220 Euro." Noch drastischer verhält es sich beim Kinderhaus in Högling. Hier nannte der Bürgermeister ein der Gemeinde enstehendes monatliches Defzit von 381 Euro je Kind. "Uns ist bewusst, dass wir diesen Betrag nicht noch zusätzlich von den Eltern erheben können", machte Adam deutlich. Gleichwohl sei ein Minus von 456 000 Euro im vergangenen Jahr eklatant.
Die Pro-Kopf-Verschuldung in Fensterbach lag 2025 bei 483 Euro. Sie wird heuer auf knapp 400 Euro sinken, prognostizierte der Bürgermeister. Er gab den Stand der finanziellen Rücklagen mit 2,32 Millionen Euro an und kam dann auf die Offene Ganztagsschule (OGTS) zu sprechen, die an der Schule in Dürnsricht durch umfangreiche Baumaßnahmen installiert werden soll. Die spätere Organisation dazu im laufenden Betrieb werde durch die Arbeiterwohlfahrt Schwandorf übernommen.
Bauhof, Bauplätze und Spielplatz
Die Arbeiten zur Neugestaltung eines gemeindlichen Bauhofs hatte vor Jahren der damalige Bürgermeister Christian Ziegler ins Rollen gebracht. Jetzt steht das zwischen Knölling und Dürnsricht angesiedelte Projekt kurz vor seinem Abschluss. Es wird laut Zieglers Nachfolger Adam rund 1,8 Millionen Euro kosten. Im Bericht wurde ferner das Baugebiet "Dürnsricht Mitte" genannt. Bei einem Quadratmeterpreis von 109 Euro sind bisher vier Parzellen verkauft. Weitere Grundstücke befinden sich noch im Besitz der Gemeinde. Einen kurzen Abstecher gab es in den Ortsteil Freihöls. "Wir errichten dort einen Kinderspielplatz beim Bahnhof", sagte der Bürgermeister und freute sich darüber, dass die Dorfbevölkerung an den Arbeiten mitwirkt.
Blick in die Zukunft
Im Ausblick des Gemeindeoberhaupts waren zahlreiche Projekte enthalten. Florian Adam nannte den Breitbandausbau, die Sanierung von maroden Brücken über den Fensterbach, den seit langem anvisierten Anbau im Kinderhaus Högling, einen Fahrradweg zwischen Knölling und Högling, die Kommunale Wärmeplanung sowie eine Verbundleitung für das Wassernetz. Zum Schluss seiner Ausführungen dankte der Bürgermeister für guten Zusammenhalt innerhalb der Bevölkerung. Er lobte die Arbeit der Gemeindebediensteten und hob, entgegen sonstiger Gepflogenheiten, einen "Mitarbeiter" besonders hervor: Flynn ist ein pädagogisch ausgebildeter Begleithund, der seit einiger Zeit zusammen mit seiner Besitzerin Julia Götzer in den Kindergarten kommt und dort die Kleinen erfreut. "Das ist wirklich zu einer tollen Sache geworden", hieß es.
In der Diskussion wurde die Notwendigkeit eines Fahrradwegs zwischen Dürnsricht und Schmidgaden entlang der Kreisstraße angesprochen. "Der Landkreis wäre da sicher mit im Boot", hörte man von Bürgermeister Adam. Hürden aber sah er beim Grunderwerb. "Die Verhandlungen kämen auf beide Gemeinden zu." Danach kam ein Ärgernis zur Sprache, das durch die Tennet-Baustellen im Bereich Fensterbach entstanden ist. "Es gibt Schäden, die behoben werden müssen", wurde aus Beobachtungen geschildert. Dies geschah mit der Aufforderung, Reparaturen anzumahnen.













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