17.07.2019 - 17:49 Uhr
FensterbachOberpfalz

Es geht ums Zahlen

Was sind die Merkmale eines ausgebauten Feldwegs? Im Regelfall ist das von untergeordnetem Interesse. Doch weil es eine Reihe von Brücken gibt, deren Sanierung womöglich die Anlieger zahlen sollen, muss alles genau erklärt werden.

Die Brücken über den Fensterbach verbinden zum Großteil Feldwege, die vornehmlich von Landwirten genutzt werden. Sind diese Wege, von der Rechtslage her, ausgebaut oder nicht? Dazu gibt es bereits ein Gutachten. Doch dieser Expertenmeinung wurde nun widersprochen.
von Autor HOUProfil

Die Lage ist so: Wenn ein Feldweg ausgebaut ist, muss sich die Kommune an Sanierungskosten für marode Brücken beteiligen. Ist er es nicht, hätten die Anlieger dies- und jenseits der Überführungen die finanziellen Aufwendungen allein zu tragen.

Vier Merkmale

Als dies erstmals öffentlich bekannt wurde, begannen Diskussionen. Sie halten aus begreiflichen Gründen noch immer an. In einer Gemeinderatssitzung ließ nun Bürgermeister Christian Ziegler durch den geschäftsleitenden Beamten Peter Fleißner vortragen, wie in Bayern nach einer Verordnung vom 19. November 1968 ein ausgebauter Feldweg gestaltet sein muss. Dafür sind vier Merkmale notwendig. Das erste: Eine Entwässerung, die das Niederschlagswasser schadlos ableitet, seitlich zufließendes Wasser vom Wegekörper fernhält und Grundwasser, das die Tragfähigkeit des Untergrundes herabmindert bzw. absenkt.

Das zweite Merkmal: Eine Tragschicht, die eine Achslast von mindestens drei Tonnen so verteilen kann, dass sie vom Untergrund ohne nachteilige Verformung aufgenommen wird. Drittes Merkmal: Eine Deckschicht, die die Tragschicht vor dem Abrieb durch den Verkehr und vor dem Eindringen von Wasser bzw. Schmutz sichert. Schließlich noch das vierte Kriterium: Eine Fahrbahnbreite von mindestens 2,50 Meter. Trag- und Deckschicht können zu einer Schicht vereinigt sein, wenn diese den Anforderungen nach den Merkmalen zwei und drei entspricht.

Als dieser Vortrag beendet war, ließ Bürgermeister Christian Ziegler erneut verlauten, dass die Gemeinde ein Ingenieurbüro zum Zweck eines Gutachtens eingeschaltet habe. Der zwischenzeitlich vorliegenden Expertise lasse sich entnehmen, dass die überwiegende Anzahl der über die Brücken führenden Wege als "nicht ausgebaut" eingeordnet werden müsse.

Die Überraschung

Die Gemeinderäte nahmen dies zur Kenntnis. Dann folgte eine Überraschung. Der sich in Baufragen auskennende Vizebürgermeister Josef Sturm argumentierte: "Ich meine, dass die vorgegebenen Merkmale bei den Wegen erfüllt sind." Das erstaunte nicht nur den Bürgermeister. Er will nun ein Gespräch anberaumen, an dem neben Vertretern des Ingenieurbüros auch Josef Sturm teilnehmen soll.

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