17.04.2019 - 11:11 Uhr
FensterbachOberpfalz

Gemeinderat Fensterbach: Sparen oder Geld ausgeben?

Gute Frage bei einer Haushaltsberatung: Muss man die auf der hohen Kante liegenden Rücklagen ausgeben oder soll Erspartes für womöglich schlechtere Zeiten aufbewahrt werden? Der Gemeinderat Fensterbach ist bei der Debatte geteilter Meinung.

von Autor HOUProfil

Der Etat 2019 in zweiter Lesung und die Information von Kämmerer Thomas Rambach, dass sich die Gewerbesteuer seit der Sitzung Ende Februar noch einmal auf nunmehr 1 650 000 Euro erhöht habe, standen im Mittelpunkt. "Damit sind alle Investitionsvorhaben gesichert", ließ der Finanzverwalter erkennen und fügte hinzu: "Wir können uns auf diese Maßnahmen konzentrieren." Demnach ist alles in trockenen Tüchern, was im Investitionsprogramm steht. Allerdings um den Preis, dass aus der vorhandenen Rücklagensumme von 2,24 Millionen Euro rund 1,8 Millionen entnommen werden müssen und damit auf dem Guthabenkonto 450 000 Euro verbleiben. Muss das sein?, lautete anschließend die Frage im Plenum.

Das Investitionsprogramm umfasst eine Reihe von Maßnahmen. Darunter auch den Neubau eines Feuerwehrhauses in Högling. 350 000 Euro sind für heuer im Etat, weitere 300 000 Euro sollen im Haushalt 2020 folgen. Ohne dieses Projekt anzusprechen, bedauerte Vizebürgermeister Josef Sturm: "Wir geben alle Rücklagen fast auf einmal aus." Dabei legte er Wert darauf, dass es ihm nur um die Gesamthöhe für die Baumaßnahmen insgesamt gehe. Gemeinderat Uli Bauriedl hielt dagegen: "Wir haben in dieser Legislaturperiode ein Leichenhaus in Wolfring und ein neues Baugebiet geschaffen." Doch zukunftsorientiert müsse da schon mehr für Fensterbach geschehen. Diese Ansicht vertraten auch mehrere andere Plenumsmitglieder. Die abschließende Debatte zum Etat 2019 wird im Mai stattfinden. Doch steht jetzt bereits fest: Es ist ein Haushalt, der ohne Kreditaufnahmen auskommt und die Pro-Kopf-Verschuldung auf ein relativ niedriges Niveau senkt.

Die drei Friedhöfe im Gemeindebereich beschäftigen das Gremium. Dabei stellt sich die Frage neuer Bestattungsformen wie etwa die von Stelen, in denen die Urnen Verstorbener ruhen. Auf Vermittlung von Franz Ziegelmeier kam Gerhard Büttner in die Sitzung. Er betreibt das Krematorium in Hohenburg und beschäftigt sich auch mit der Errichtung von Stelen-Grabanlagen.

Büttner stellte vor, was er unterdessen auf Friedhöfen wie in Schwandorf geschaffen hat und zeigte im Bild sehr anschaulich, wie durchaus ansehnlich Stelen-Anlagen sein können: Attraktive steinerne Monumente, in die Urnen eingebracht werden können. Mehrere nebeneinander und sich damit einfügend in ein Gesamtkonzept. Deutlich wurde, dass auf die jeweilige Gemeinde kaum Kosten zukommen. Sie werden durch die Erwerber der Stelen-Ruhestätten bezahlt.

Büttner führte vor Augen: Die Frage einer Grabpflege für Angehörige stelle sich nicht. Das sei heute für weiter weg wohnende Verwandte ein wichtiger Aspekt. Er führte noch weitere Pluspunkte für die aus Granit bestehenden Stelen an. Als Büttner ging, wurde deutlich, dass der Gemeinderat seine Anregungen in künftige Planungen aufnehmen will. Vorrangig für den Friedhof in Wolfring. Womöglich aber auch schon in Dürnsricht, wo eine existierende Urnenwand kaum mehr freie Plätze hat und man sich um neue Bestattungsmöglichkeiten kümmern muss.

Vor dem Gemeinderat hatte an diesem Abend der Bauausschuss getagt. Dabei kam es zu einem durchaus ungewöhnlichen Beschluss. Ohne Gegenstimme wurde einem 40 Meter hohen Betonmast, den die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) an der Staatsstraße zwischen Dürnsricht und Knölling errichten will, das gemeindliche Einvernehmen verweigert. Nun wird dieses geplante Bauwerk in weiterer Instanz das Landratsamt beschäftigen.

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