16.06.2019 - 16:50 Uhr
FensterbachOberpfalz

Happy End für eine Bettlerin

Die Hauptdarstellerin heißt Sushi. Sie hat vier Pfoten und schlägt sich mehrere Monate durch. Mit lautem Miauen erscheint die Katze bettelnd an Haustüren, bekommt Speis und Trank. Wem gehört das Tier? Sushis Geschichte ist abenteuerlich.

Alles gut: Sushi ist nach knapp vier Monate dauernder Wanderschaft wieder daheim in Vohenstrauß. Ihren Wohltätern in Freihöls wird sie fehlen.
von Autor HOUProfil

Sie kam Ende Februar. Plötzlich tauchte in Freihöls (Gemeinde Fensterbach) eine schwarz-weiß gefleckte Katze auf und spazierte durchs Dorf. Tiere dieser Gattung sind keine Seltenheit im Ort. Nur: Die kannte keiner. Dass sie Sushi hieß und eine Art Odyssee hinter sich hatte, wusste man erst vier Monate später.

Die herrenlose Sushi kam bettelnd an Haustüren. Sie miaute schon von Weitem und machte deutlich: Etwas Futter wäre recht. Die in Freihöls wohnende Anita Schwaiger setzte der Katze regelmäßig den Napf vor. Dann strich ihr Sushi um die Beine, ließ sich streicheln, miaute zufrieden - und fort war sie.

Auch drüben im Nachbarhaus machte man Erfahrungen mit dem Tier. Wenn sich Sushi einfand, musste mit Wasser vermischte Milch her. Die Katze schlabberte aus einem auf die Terrasse gestellten Behälter, hielt auf Gartenstühlen ein Schläfchen und begab sich dann wieder auf Wanderschaft. Denn der Gast schaute zwar bisweilen in Küche und Wohnzimmer. Doch bleiben mochte Sushi nicht. So ging das über viele Wochen hinweg.

Anita Schwaiger nahm dann Kontakt mit Tierschützern auf, denn irgendwem musste die zutrauliche Katze doch gehören. Was sich dabei nach langen Nachforschungen ergab, war eine fast schon unglaubliche Story.

Für vermisste Tiere, die einen Chip tragen, gibt es das Internetportal "Tasso". Dort war ein Ausreißer gelistet, der seit dem 21. Februar dieses Jahres in Vohenstrauß abgängig war. Die Schattierungen im Fell stimmten und auch "ein kleiner Knick im Schwanz" passte auf die in Freihöls ins Herz geschlossene Bettlerin. Ganz helle Augen hatte sie auch.

Was dann folgte, war rührend. In Vohenstrauß (Kreis Neustadt/WN) gab es eine junge Familie mit zwei Kindern, die am Abend des 21. Februar vergeblich auf ihren Liebling Sushi gewartet hatte. Die Katze erschien nicht mehr, sie blieb verschollen. An diesem Tag hatten die Leute Ware von einem Lkw erhalten, der aus Högling (Gemeinde Fensterbach) kam. Der reiselustige Samtpföter sprang wohl auf den Lastwagen, machte die fast 50 Kilometer lange Tour mit und fand sich in Högling wieder. Von dort war es dann eigentlich nur noch ein Katzensprung nach Freihöls.

Happy End nach vielen Wochen. Sushi wurde bis zum Eintreffen ihrer überglücklichen Besitzer in ein Bügelzimmer gelockt und dort eingesperrt. Dann legte sie sich brav in das mitgebrachte Körbchen und schnurrte zufrieden. Abfahrt ins Zuhause.

Seither weiß man auch: Die Katze war vor nicht ganz zwei Jahren in einen Unfall verwickelt und schwer verletzt worden. Daher der Knick im Schwanz. Sie wurde operiert, ins Tierheim gebracht und fand eine Heimat in Vohenstrauß.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.