03.11.2019 - 11:05 Uhr
FensterbachOberpfalz

Wenn in Högling der Schulbus hält

Heftige Debatte im Gemeinderat: Der Standort einer Bushaltestelle führt zu einer ungewöhnlich scharfen Auseinandersetzung.

von Autor HOUProfil

Bürgermeister Christian Ziegler hatte über viele Wochen hinweg erfolgreich darauf hingewiesen, dass persönliche Befindlichkeiten aus der Gemeindepolitik herauszuhalten seien. Doch nun gerieten sie dennoch in eine öffentliche Sitzung des Plenums. Mit heftigen Worten und harscher Kritik.

Der Hintergrund: In Högling gibt es eine Buswartestelle für Kinder. Sie soll nun vom Standort her verändert werden. Nicht zuletzt deshalb, weil die Wartestelle nicht überdacht ist und die Kinder bei Regenwetter unter einem Garagenvorsprung ausharren müssen. Dieses Gebäude gehört dem Vizebürgermeister Josef Sturm. Nun wurde offenbar vor längerer Zeit eines dieser Kinder aus dem Unterstand verwiesen. Mit Sturms Begründung, dass er sich von Angehörigen des Kindes in seinen ganz privaten Rechten und Befindlichkeiten beeinträchtigt fühle.

Ortstermin angesetzt

Bürgermeister Christian Ziegler setzte im Sommer einen Ortsbesichtigungstermin aller Buswartestellen in der Gemeinde an. Dabei kam man auch nach Höglimg. Dort schlug er vor, eine neue Wartemöglichkeit gleich gegenüber des Gasthauses Hellerbrand zu schaffen. Seither gab es Diskussionen, wurden Für und Wider bei einer jüngst erfolgten neuerlichen Ortsbegehung erörtert. Dies geschah in Anwesenheit eines Verkehrssachbearbeiters der Polizei.

Diese Ortsbesichtigung griff nun Vizebürgermeister Sturm in der jüngsten Plenumszusammenkunft auf, schilderte den Ablauf und monierte, dass der ebenfalls aus Högling stammende Gemeinderat Florian Adam quasi im Alleingang eine Stellungnahme des Nabburger Busunternehmers Herbert Lang zur örtlichen Lage der neuen Wartemöglichkeit angefordert habe.

Einen solchen Schritt nannte er "unkollegial". Adam konterte postwendend und machte deutlich, dass er sich als gewählter Mandatsträger eine solche Möglichkeit nicht nehmen lasse. Zumal sie für ihn persönlich gedacht gewesen sei. Ein Durchschlag ging aber auch an Bürgermeister Ziegler, der ihn in der Sitzung verlas. Ergebnis des Busunternehmers: Bei An- und Abfahrt am neu angedachten Buswartehäuschen werde es Schwierigkeiten geben.

Dann wurde es heftig in der von Josef Sturm ausgelösten Debatte. Gemeinderat Thomas Wifling ging in die Offensive und entrüstete sich: "Es ist verwerflich, wenn man mit einem kleinen Kind ein Problem hat. Dafür habe ich kein Verständnis." Jochen Zaremba pflichtete ihm bei. Er sagte an Sturms Adresse: "Wir müssen hier Geld ausgeben, bloß weil Du im Clinch mit der Nachbarschaft liegst." Josef Sturm bekräftigte danach erneut, dass man ihm von Seiten der Nachbarn Ungutes wolle und er deswegen zu einer solchen Reaktion gezwungen gewesen sei.

An Fakten festmachen

Die Stimmung war aufgeladen. Gemeinderat Carl zu Eltz mischte sich ein. Er riet, ohne auf Einzelheiten näher einzugehen: "Wir müssen wissen, was wir wollen, eine neue Bushaltstelle oder nicht." Das könne man nur durch Fakten festmachen. Damit war eine Debatte beendet, die es so in den vergangenen Jahren nicht gegeben hatte.

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