26.04.2020 - 15:32 Uhr
FensterbachOberpfalz

Kids kommen vorerst nicht in den Container

Es ist die letzte Sitzung des Gemeinderats in dieser Legislaturperiode und zugleich auch eine, mit der vor wenigen Wochen noch keiner gerechnet hatte. Statt gewohnter Zusammenkunft im Rathaus ein Treffen in der Schulturnhalle.

Ansonsten für den Sport genutzt, ist die Dürnsrichter Schulturnhalle in Zeiten der Corona-Pandemie zum Tagungsort für den Gemeinderat geworden: Nüchterne Atmosphäre, leere Zuhörerstühle und ein zwei Meter breiter Sicherheitsabstand zwischen den Plenumsmitgliedern. Wann wieder kommunalpolitischer Alltag einkehrt, steht in den Sternen.
von Autor HOUProfil

Großer Tagungsraum, breit angelegte Sitzordnung. Nur so konnte der von Covid-19 diktierte Sicherheitsabstand gewährleistet werden."Wir gehorchen der Not", unterstrich Bürgermeister Christian Ziegler zu Beginn und ließ das Plenum über die geprüfte Jahresrechnung 2018 befinden. Sie schloss im Verwaltungshaushalt mit 4,6 Millionen Euro und im Vermögensetat mit 1,1 Millionen Euro. Kämmerer Thomas Rambach trug sie vor, ehe Uli Bauriedl in seiner Eigenschaft als vom Gemeinderat eingesetzter Rechnungsprüfer die Empfehlung gab, die Bilanz als tadellos zu den Akten zu legen.

Bauriedl sprach von "hervorragenden Gewerbesteuereinnahmen" und stellte dem Kämmerer ein gutes Zeugnis aus:"Rambach plant vorsichtig". Früher gerügt, würden ausstehende Beitragszahlungen nun sehr gewissenhaft in die Gemeindekasse gebracht, lobte er und zog nach 24 Jahren Prüfertätigkeit in seinem Abschiedsvortrag die Bilanz: "Wir waren auch mit der Rechnung 2018 sehr zufrieden".

Es gab einen anderen wichtigen Punkt, der allerdings zunächst nicht die Plenumshürde nahm. Unstrittig war, dass eine weitere Gruppe im Kindergarten eingerichtet werden muss. Doch wo soll man sie unterbringen? Im Höglinger Hort herrscht Raummangel. Also könnte es eine zeitlich begrenzte Lösung in aufgestellten Containern geben, die nach Ansicht von Bürgermeister Christian Ziegler Platz zwischen dem Rathaus und dem Feuerwehrhaus in Wolfring finden könnten.

Ziegler, der sich ein solches "Containerdorf" in der Marktgemeinde Bruck angeschaut hatte, beharrte nicht auf seinem örtlich angedachten Vorschlag. Aber er sah Handlungsbedarf und taxierte die Containerkosten, zeitlich auf zwei Jahre angelegt, "auf 140 000 bis 180 000 Euro". Das rief Widerspruch hervor. Uli Bauriedl riet dazu, nach anderen Unterbringungsmöglichkeiten intensiv in der Gemeinde zu suchen,. "Denn das", so Bauriedl, "ist wirklich viel Geld."

Die Debatte nahm Zeit in Anspruch. Dann einigte sich das Plenum darauf, die Diskussion abzubrechen und sie zur Entscheidung dem ab 1. Mai neu amtierenden Gemeinderat zu überlassen. Dann sehr eingehend und auch mit Stellungnahmen der Kindergartenleitung versehen.

Das war es nach sechs Jahren Legislaturperiode. Nicht ganz. Marlene Groitl, einzige Frau im Plenum auch während der nun bevorstehenden Amtszeit, rückte die Fensterbacher Nachbarschaftshilfe in den Blickpunkt und berichtete, wie sehr sich das Nähen von Schutzmasken in den letzten Wochen als hilfreich bewährt habe. "Dafür", so erwiderte Bürgermeister Ziegler, "danken wir Euch sehr".

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