29.11.2019 - 12:30 Uhr
FensterbachOberpfalz

Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen

Mit der Gründung einer Nachbarschaftshilfe in Fensterbach ist ein wichtiges Anliegen der Fragebogenaktion verwirklicht worden. Einige Helfer haben sich bereit erklärt, mitzuwirken, eine Notfallnummer ist auch schon eingerichtet.

Christian Zielger (Mitte) informierte über die Ziele und die Aufgaben der ins Leben gerufenen Nachbarschaftshilfe Fensterbach.
von Heinrich Niebauer (NIB)Profil

Im Rahmen des Modellprogramms "aktive generationenfreundliche Kommune" hatte das Team um Marlene Groitl, Ursula Kass und der Familienbeauftragten der Gemeinde, Inge Schrott, vor wenigen Monaten eine Fragebogenaktion gestartet. Einer der Aufträge an das Team, der daraus hervorgegangen ist lautet, dass viele so lange wie möglich in der gewohnten Umgebung bleiben wollen. Mit der nun ins Leben gerufenen und ab sofort aktiven Nachbarschaftshilfe will man dieses Anliegen erfüllen.

Aktuell, und darin waren sich die anwesenden Vorstandsmitglieder von Vereinen und Organisationen einig, sieht es mit der gegenseitigen Hilfe und Unterstützung noch sehr gut aus. Aber niemand könne sagen, wie das in einigen Jahren sein wird. Eine Nachbarschaftshilfe entsteht nicht von heute auf morgen. Groitl sieht die soziale Aufgabe darin, dass es immer Menschen geben wird, die in Situationen kommen, wo neutrale Ansprechpersonen notwendig werden können.

Auch die Versicherungsfrage spricht nach Ansicht der Organisatorinnen für die Gründung. Wenn die Aktion über die Nachbarschaftshilfe organisiert wird unterliegt sie der gemeindlichen Unfallversicherung. Außerdem sei die Zukunft durch diese Organisationsform gesichert, waren sich die Teilnehmer einig. Acht Helfer haben sich bereits bei den Organisatoren gemeldet. Neue Helfer sind jederzeit willkommen. Sie können die Organisatoren direkt ansprechen oder sich ebenfalls über die Handynummer melden.

Erreichbar ist die Notfallhilfe der Gemeinde Fensterbach ab sofort unter der Handynummer 0160/91825891 von 8 bis 12 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet. Um diese Hilfe bekannter zu machen ist eigens ein Flyer aufgelegt worden, der über die Nachbarschaftshilfe informiert. Die Organisatorinnen planen Veranstaltungen von Kirche, Vereinen und Organisationen zu besuchen. Ursula Kass sicherte zu, dass jeder, der im Einzelfall Hilfe braucht, diese auch bekommt.

Wertvolle Informationen und Erfahrungen bekamen sowohl die Organisatorinnen der Nachbarschaftshilfe als auch die Vereine von den anwesenden Mitgliedern der Nachbarschaftshilfe aus Ursensollen. Sie haben bereits vor Jahren ein seniorenpolitisches Konzept ins Leben gerufen. Zweiter Bürgermeister Norbert Schmid, Koordinatorin Marion Graml und Christa Suttner haben in dieser Zeit viel Erfahrung gesammelt und gaben diese an die Anwesenden weiter. Am Anfang gab es viel Scheu davor, um Hilfe zu bitten. Es bedurfte viel Werbung und intensiver Zusammenarbeit mit den Vereinen, der Kirche und der Gemeinde für die Akzeptanz der Aktion. Angeboten wird Hilfe bei Notfällen. Graml machte deutlich, dass es sich hier nicht um regelmäßige Dienstleistungen handelt und man auch nicht in Konkurrenz zu Vereinen oder gewerblichen Anbietern tritt. Die Nachbarschaftshilfe greift ein, wenn Familie oder Nachbarn akut nicht greifbar sind. Dafür ist das Telefon von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Derzeit hat die Nachbarschaftshilfe nach anfänglichem Zögern rund 30 Aufträge im Monat. Es stehen 25 Helfer, überwiegend aktive Senioren, dazu bereit. Die Hilfe wird von allen Altersklassen angefordert. Graml wies darauf hin, dass es sowohl positive Seiten gibt , wie das gute Gefühl geholfen zu haben, man aber auch mit sozialen Problemfällen zu tun hat, die nicht immer leicht zu verarbeiten sind.

"Gebt's dem ganzen eine Chance - wir wollen die Aktion anlaufen und wachsen lassen", war der einhellige Appell der Organisatoren, der Gäste aus Ursensollen und von Bürgermeister Christian Ziegler.

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