03.08.2018 - 10:33 Uhr
FensterbachOberpfalz

Rechnung unter der Lupe

Genau genommen kostet das neue Wolfringer Leichenhaus 77 000 Euro. Doch was ließ dann das Gesamtprojekt auf ein Dreifaches dieser Summe anwachsen? "Nicht vorherzusehende Umstände im Außenbereich", sagt die Planerin den Gemeinderäten.

Die Außenanlagen und in diesem Zusammenhang nicht vorhersehbare Kostenmehrungen sind es laut Planerin, die das Leichenhaus-Projekt in Wolfring so teuer machten. Das eigentliche Gebäude wurde für 77 000 Euro errichtet. Das Doppelte dieser Summe aber wurde in all das investiert, was rings ums Leichenhaus entstand. Unter dem Strich also insgesamt 240 000 Euro.
von Autor HOUProfil

Die Stimmung, die der Landschaftsarchitektin Dorle Engels im Gemeinderat entgegenschlug, war nicht besonders freundlich. Denn als nach Jahren der Planung und des Bauens vor einem Monat die Schlussrechnung zum Leichenhaus-Projekt vorlag, standen über 240 000 Euro unter dem Strich. "Wir waren am Anfang mal bei 104 000 Euro", eröffnete zweiter Bürgermeister Josef Sturm die Debatte.

Wie also kam es nun zu der Kostenmehrung? Die von Bürgermeister Christian Ziegler eingeladene Architektin wehrte sich und ließ erkennen, "dass für das eigentliche Gebäude 77 000 Euro ausgegeben wurden." Doch dann habe man, so Dorle Engels, "im Außenbereich deutlich mehr abbrechen müssen als ursprünglich vorgesehen." Mehr noch: Auch die zunächst geplanten Erdarbeiten seien umfangreicher geworden. Von daher gelte nach Bauabschluss: Ein Drittel entfällt für das Gebäude, zwei Drittel sind für den Außenbereich.

Josef Sturm konterte: "Ich war selbst lange am Bau und stelle fest, dass hier etwas aus dem Ruder gelaufen ist." Gemeinderat Florian Adam pflichtete ihm bei und erinnerte: "2016 lagen wir irgendwo bei 190 000 Euro. Aber wo sind die weiteren 50 000 Euro?" Die Planerin, so monierte Adam, hätte irgendwann einmal klar sagen müssen, "was da vor sich geht."

Konter der Architektin: "Ich habe nichts entschieden, was nicht abgesprochen war." Die Debatte ging weiter. Harald Saffert unterstrich: "Wir können jetzt nichts mehr ändern. Aber ich habe ein Gespräch vermisst." Jetzt erst bekomme man von der Planerin die Einzelheiten geschildert. "Doch wir sind selber schuld und hätten früher nachhaken müssen." Peter Neidl schränkte ein: "Es war doch irgendwann klar, dass etwas kommen musste angesichts sich verändernder Voraussetzungen bei den Außenanlagen."

Das war es dann. Dorle Engels ging und empfahl dem Gemeinderäten: "Sie sollten den Leuten draußen sagen, dass das Leichenhaus nur 77 000 Euro kostet." Doch es sei nichts dagegen unternommen worden, dass bei der Bevölkerung der Eindruck entstand, "es würde 240 000 Euro kosten." Vorher noch war im Plenum der Satz gefallen: "Aus Schaden wird man klug." Die Ortschaft Wolfring feiert 2019 ihr 900-jähriges Bestehen. Vor dem Gemeinderat blickte Bürgermeister Christian Ziegler auf dieses Ereignis voraus und berichtete, dass sich unterdessen mehrere Arbeitsgruppen zur Vorbereitung gebildet hätten. Für den 4. und 5. Mai stellte Ziegler ein Dorffest mit mittelalterlichem Markt in Aussicht. Außerdem wird es zu diesem Jubiläum eine eigene Briefmarke geben. "Wir müssen nun auch darüber reden, wie die Unterstützung durch die Gemeinde aussieht", unterstrich Christian Ziegler. In seinen Informationen für das Plenum gab das Gemeindeoberhaupt bekannt, dass es ab dem 4. Oktober wieder eine Bäckerei in Dürnsricht geben wird. Sie lässt sich im ehemaligen Lebensmittel- und Backwarenbetrieb von Friedbert Brand an der Hauptstraße nieder. Erfreulich war auch diese Nachricht: Als kürzlich die Raith-Schwestern im Wolfringer Schlosshof ein Gastspiel gaben, trat die Gemeinde als Veranstalter auf. Als Reinerlös aus dem Abend blieben laut Christian Ziegler 1345 Euro übrig. Sie kommen der Jugendarbeit in Fensterbach zugute.

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