"Viva Espana" klang es schmissig, und gerne hätte man die schier endlose Sonne Spaniens zumindest ein klein wenig in der Oberpfalz gespürt. Aber auf dem Dorfplatz in Wolfring war man eigentlich schon froh, dass es nicht vom Himmel schüttete. Kälte hatte dieser Mai 2026 bis dahin schon genug gebracht. Eine Serenade also, die den Pullover unter der Jacke erforderte und einen hoffenden Blick auf die Kastanien zwischen Dorfwirtshaus und Jugendheim mit sich brachte. Die blühenden Kerzen waren ja immer ein Zeichen zum Start in den Sommer.
Musik vom Feinsten
Der Kritiker merkt an dieser Stelle an: Es gab Musik vom Feinsten. Sorgsam ausgewählt und arrangiert durch Dirigentin Lena Breitschaft, von der man wusste: Sie kann auch singen. Zum Beispiel Ernst Moschs „Kinder von der Eger“ und die „Rauschenden Birken“ vom gleichen Maestro der Blasmusik. Partner von Lena Breitschaft war Tobias Braun. Es machte Spaß, den beiden zuzuhören.
Das Medley der Gute-Laune-Melodien ging weiter. Per Marsch wurde in ferne Galaxien aufgebrochen, die „Archivisten-Pola“ kam völlig entstaubt und flott daher, auch nach Almtal (wo immer das liegen mag) gab es einen Ausflug im Polka-Rhythmus. Dann nahte der Höhepunkt dieses Serenadenprogramms vor vollbesetzten Bank- und Tischreihen: „Für Elise“ hatte Ludwig van Beethoven einst eines seiner Werke genannt und damit die Grundlage für ein Lied geschaffen, das jetzt in rockigem Kleid über die Rampe kam und wohl auch zum Wohlgefallen des Meisters gereicht hätte. Womöglich aber nur über die Noten, denn hören konnte Beethoven ja nicht.
Tochter gibt den Takt an
Bravo Lena Breitschaft! Und Applaus für ihre vielköpfige Musikerschar samt Vereinsvorsitzendem und Vater Markus Breitschaft. Man sah erneut: Wenn die Tochter den Takt angibt, hält er mit seiner Trompete Gleichschritt. Ansonsten hat er dieser musikalischen Organisation längst seinen ureigenen Stempel aufgedrückt. Zugaben waren erwünscht und wurden gegeben.
Das galt auch für den ebenfalls von Lena Breitschaft geführten Nachwuchs der Blaskapelle. Jungen und Mädchen, die sorgsam an die Beherrschung ihrer Instrumente herangeführt werden, spielten vier Lieder und wagten sich an den schwierig in Szene zu setzenden „Mambo No. 5“. Genau da bahnte sich, wie damals bei Lou Begas Auftritt in Thomas Gottschalks „Wetten, dass..?“‑Show auf Mallorca, die Sonne plötzlich einen Weg durch die Wolken.






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