23.04.2020 - 10:04 Uhr
FensterbachOberpfalz

Tankstelle sorgt bei Höglingern für Bedenken

Die Firma Godelmann will an ihrem östlichen Werksrand eine Tankstelle für Flüssiggas bauen und dort die Treibstofftanks von Lkw befüllen. Eigentlich begrüßenswert, befindet der Fensterbacher Gemeinderat. Doch es gibt auch massive Bedenken.

Die örtliche Lage: Links ist die Godelmann-Werkszufahrt, in der Mitte verläuft die nach Högling und weiter nach Etsdorf führende Kreisstraße. Rechts davon befindet sich ein bisher landwirtschaftlich genutztes Grundstück, das das Unternehmens gekauft hat. Dort sollen nun dringend benötigte Firmenparkplätze und eine Flüssiggas-Tankstelle für Lkw entstehen.
von Autor HOUProfil

Der Bauplan kam eher unerwartet auf die Tagesordnung einer Sitzung, die wegen Corona in der Dürnsrichter Schulturnhalle stattfand. Dabei wurden zunächst Fakten genannt: Das Betonsteine herstellende Unternehmen Godelmann will unmittelbar neben seiner Werkszufahrt eine Tankstelle für Flüssiggas und angrenzend Firmenparkplätze errichten. Die Plenumsmitglieder erfuhren, dass die dafür vorgesehene Fläche durch Kauf in den Besitz der Firma übergegangen ist. Ferner hörten sie, dass dort neben den zum Unternehmen gehörenden Lastfahrzeugen auch die Treibstoffbehälter von Lkw befüllt werden sollen, die nicht zum Godelmann-Fuhrpark gehören.

Diese Mitteilung rief Bedenken hervor. Besonders bei dem aus Högling stammenden Florian Adam. Er befürchtete, dass Lastwagen, die in Schafhof von der Autobahn 6 ab- und gezielt diese Tankstelle anfahren, anschließend ihre Tour durch Högling fortsetzen, um bei Trisching wieder auf die A 6 zu gelangen. Dies, so ließ Adam anklingen, könnte zu einer erhöhten Belastung mit Schwerverkehr in Högling führen. "Denn umkehren und wieder bei Schafhof auffahren werden die sicher nicht."

Im Verlauf der Debatte wurden weitere Details deutlich: Flüssiggas, abgefüllt bei einer Temperatur von minus 150 Grad, ist bisher bei Lastfahrzeugen nur wenig verbreitet. Deswegen gibt es auch momentan nur drei Befüllanlagen in ganz Bayern. Godelmann wäre mithin die erst vierte Tankstelle im Freistaat. "Das alles muss genauer erörtert werden", lautete deshalb die mehrheitliche Forderung der Gemeinderäte. Nur vier stimmten für einen sofortigen Beschluss, alle anderen waren für eine Vertagung. Dann soll der Planer kommen und Klarheit schaffen.

Unternehmer Bernd Godelmann war in der Sitzung nicht anwesend. "Ich hatte keine Ahnung, dass unser Projekt behandelt werden würde", sagte er auf Anfrage. Zur nächsten Debatte um die Tankstelle will er nun selbst kommen. Vorab aber machte Godelmann deutlich, dass es keinen Lastverkehr unmittelbar durch den Ortskern des Dorfes geben werde. Heute schon seien viele seiner Fahrzeuge auf der Kreisstraße unterwegs, die das Dorf von der westlich davon liegenden Siedlung trenne. "Sie nehmen diese Route bis hinüber nach Etsdorf, biegen dort auf der Staatsstraße in Richtung Schmidgaden ab und erreichen in Trisching die A 6."

Ob es mit dem Bau seiner Flüssiggas-Tankstelle eine erhebliche Mehrbelastung von Lkw geben werde, stellte Godelmann in Frage. Denn mit einer möglichen Zunahme von Gas als Treibstoff für Lkw werde sich die Zahl der Befüllungsanlagen ganz sicher auch in Bayern erhöhen. Dabei stellte der Firmenchef fest: "Godelmann wird Betreiber sein. Eine Verpachtung ist nicht vorgesehen."

Ganz generell unterstrich der Unternehmer: "Wir sind bekannt für unseren umweltschonenden Kurs." Dazu gehöre auch, dass man statt Diesel einen Treibstoff tanke, der nicht belastend sei. Er selbst, so Bernd Godelmann, habe unterdessen zwei mit Gas betriebene Lkw geordert. Seine Speditionspartner seien angewiesen, nach und nach auf dieser Schiene mitzuziehen, "um eine Flotte ohne Diesel zu haben".

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