18.10.2020 - 09:15 Uhr
FensterbachOberpfalz

Widerstand gegen geplanten Solarpark

Die Sitzung findet auf der Straße statt. Gemeinderäte aus Fensterbach und Schmidgaden erörtern, ob an landschaftlich attraktiver Stelle ein zehn Hektar großer Solarpark entstehen soll. Die Töne sind skeptisch.

Auf einem sanft ansteigenden Hügel zwischen Dürnsricht und Schmidgaden (im Hintergrund) soll ein zehn Hektar großer Solarpark entstehen. Mit einem Blick auf das Gelände äußerten Fensterbacher und Schmidgadener Gemeinderäte ihre Meinungen dazu.
von Autor HOUProfil

Die bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche liegt an einer Straße, die von Dürnsricht hinüber nach Schmidgaden führt. Sie ist stattliche zehn Hektar groß und erhebt sich im Hintergrund zu einem sanften Hügel. Dort soll – wenn es nach den Flächeneigentümern und dem Unternehmen "Unien GmbH" mit Sitz in Oberbayern geht – eine Photovoltaikanlage zur Stromgewinnung entstehen. Und das möglichst bald.

Das Areal befindet sich im Gemeindegebiet Schmidgaden. Doch sehen würde man den Solarpark nur von Dürnsricht aus. Gleichsam wie auf einem Panoramabild. Deswegen wollte der Schmidgadener Bürgermeister Josef Deichl von Beginn an den für Dürnsricht zuständigen Fensterbacher Gemeinderat mit eingebunden haben. So kam es nun im Vorfeld einer Entscheidung zur gemeinsamen Sitzung beider Gremien.

Debatten um Erweiterung des Solarparks in Wolfring

Fensterbach

Das Treffen fand bei Nieselregen auf der Straße statt. Mit Blick auf das fragliche Grundstück und mit Argumenten, die das Für und Wider sehr klar erkennen ließen. Auch Zuhörer durften dabei das Wort ergreifen. Zunächst Stefan Milzarek vom oberbayerischen Unternehmen "Unien GmbH". Milzarek betreibt mit seiner Firma bereits den Solarpark auf einer Anhöhe im nicht weit entfernten Wolfring.

Milzarek redete einer solchen Anlage das Wort und sah sich dabei im Einklang mit dem aus Hartenricht stammenden Landwirt Hans Schmidl. Er gab sich als maßgeblicher Grundstückseigner zu erkennen, machte die nicht allzu rosige Lage der Bauernschaft deutlich und plädierte: "Der Staat will, dass Strom aus alternativen Quellen gewonnen wird."

Klare Absage

Im Verlauf der Debatte, die der Schmidgadener Bürgermeister Josef Deichl erbeten hatte, wurde eines klar: "Solarstrom ja – aber dort, wo solche Anlagen hinpassen". Ein Solarpark, so argumentierte der Fensterbacher Vizebürgermeister Florian Adam, erfordere die Akzeptanz der Bürgerschaft. An so attraktiver und weithin sichtbarer Stelle sah er sie nicht gegeben und erteilte dem Projekt eine klare Absage.

Das Kontra aus Fensterbacher Sicht setzte sich fort. Ein Zitat dabei lautete: "Dass man solche Flächen zupflastert, schafft Probleme." Es gab noch eine weitere Äußerung, die Zustimmung in weite Ferne rückte. Diesmal aus Schmidgadener Reihen. Sie hörte sich so an: "Hier geht es um die Kohle. Und wenn es um Kohle geht, muss der Bürger einverstanden sein."

Gemeinderat Schmidgaden entscheidet

Das Verständnis von Fensterbacher Seite aus hielt sich erkennbar in sehr engen Grenzen. Auch wenn Landwirt Schmidl und "Unien"-Geschäftsführer Stefan Milzarek engagiert bemüht waren, für das Vorhaben zu werben. Schmidgadens Gemeindeoberhaupt Josef Deichl enthielt sich vorerst jeglichen Kommentars. Er will seinen Gemeinderat entscheiden lassen und dies in öffentlicher Sitzung tun. Dabei war eines unbestritten: Im Freistaat können die Kommunen über Photovoltaikanlagen befinden. Einen Zugriff von Regierungsstellen gibt es nicht.

Apropos "Kohle": Die Fensterbacher Gemeinderätin Marlene Groitl fragte ungeniert nach: "Was wird an Pacht bezahlt?" Von "Unien"-Chef Stefan Milzarek bekam sie Antwort: "2500 Euro im Jahr pro Hektar".

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.