Von Thomas Geißler
Die Gründung der Bürgerstiftung Fichtelberg war ein wichtiger Schritt für die Gemeinde, um Vorhaben umzusetzen, für die im knappen Haushalt kein Geld zur Verfügung steht – das betonte Bürgermeister Sebastian Voit sinngemäß in der Gemeinderatssitzung am Dienstag, als er die Jahresbilanz der Bürgerstiftung für das Jahr 2023 vorstellte. Diese wurde erst vergangenen Herbst fertiggestellt, war deshalb erst in der Januarsitzung auf der Tagesordnung. „Die Bürgerstiftung ist für uns extrem wichtig, weil wir genau damit solche Projekte stemmen können, die wir als Konsolidierungsgemeinde nicht auf den Weg bringen könnten.“
Zwei größere Projekte konnte die Gemeinde mit Hilfe der Bürgerstiftung bereits umsetzen: die neuen Spielplätze am Fichtelberger Kindergarten und am Fichtelsee. „Für den Kindergarten-Spielplatz hatten wir rund 15.600 Euro über die Stiftung eingenommen“, sagte Voit. „Da haben die Verantwortlichen des Kindergartens auch intensiv die Werbetrommel geschlagen und immer wieder Spendenaufrufe gemacht.“
22 Sponsoren
Auch für den 2024 neu angelegten Spielplatz am Fichtelsee habe man zahlreiche Spenden an die Bürgerstiftung generieren können. „Da haben wir intensiv mit den örtlichen Firmen gesprochen und 14.000 Euro zusammenbekommen." Die insgesamt 22 Sponsoren ermöglichten, dass die alten, teils schon baufälligen Spielgeräte abgebaut und neue Geräte angeschafft werden konnten. Die Gemeinde selbst musste dadurch keine Anschaffungskosten tragen, hat lediglich die Installation übernommen.
Auch für künftige Projekte gibt es bereits Aufrufe, bei denen auch schon Spenden bei der Bürgerstiftung eingegangen sind. „Für unseren Jugendraum haben wir aktuell etwas mehr als 4300 Euro zur Verfügung“, teilte Voit in der Sitzung mit. Für andere laufende Vorhaben – unter anderem die Anschaffung von weiteren Defibrillatoren sowie die Unterstützung der örtlichen Feuerwehren – seien bisher kleinere Beträge eingegangen.
Generell sind die Stiftungsziele zwar breitgefächert, ein Schwerpunkt liegt derzeit dennoch bei der Jugendarbeit. „Speziell für Kinder wollen wir auch weiterhin etwas bewegen über die Stiftung. Unser Wunsch ist, dass mit den darüber generierten Mitteln weitere Spielplätze im Gemeindegebiet entstehen und die bestehenden erweitert werden können“, sagte Voit.
Weitere Unterstützer gesucht
Für das Projekt Jugendraum habe man bereits kleinere Summen ausgezahlt, um die Umsetzung voranzubringen. „Die Räumlichkeiten dafür haben wir ja bereits gefunden.“ Dennoch sei man auf weitere Unterstützer angewiesen. Die müsse man oftmals auch direkt ansprechen. „Es kommen schon vereinzelt Spenden von selbst rein, aber man muss natürlich auch aktiv auf Leute zugehen, um den Nutzen der Bürgerstiftung zu verdeutlichen“, meinte der Bürgermeister.
Neben zweckgebundenen Spenden sei es ebenso wichtig, das Grundstockvermögen der Stiftung zu erhöhen, erklärte Gerhard Herrmannsdörfer in der Gemeinderatssitzung. Er leitet das Stiftungsmanagement. Aus dem anfänglichen Stiftungskapital von 10.000 Euro sind zum Jahresabschluss 2023 etwas mehr als 15.000 Euro geworden. Würde diese Summe weiter aufgestockt, könne man entsprechend mehr Zinsen abgreifen, betonte Herrmannsdörfer – zuletzt waren es rund 400 Euro Zinserträge, die über die Anlage des Stiftungskapitals erwirtschaftet wurden und der Gemeinde zusätzlich zu den eingegangenen Spenden zur Verfügung stehen.



















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