03.07.2020 - 13:05 Uhr
FichtelbergOberpfalz

"Das erstaunlichste Auto, das je in Serie gebaut wurde"

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Viele prominente Fans hatten ihn: Ein Mercedes 300 SL Flügeltürer ist eines der absoluten Schmuckstücke im Deutschen Fahrzeugmuseum in Fichtelberg.

Perry Eckert ist stolz, diesen rollenden Edelstein in seinem Automobilmuseum zu haben.
von Gisela KuhbandnerProfil

Er ist ein echter Star – ein Stern auf vier Rädern am Motorhimmel – mit Glanz, Stil und Eleganz: Der Mercedes 300 SL Flügeltürer – Traumsportwagen des 20. Jahrhunderts und Neuzugang im örtlichen Automuseum. „Eine absolute Rarität und in Top-Zustand, restauriert aufs Feinste“, schwärmt Inhaber Perry Eckert.

Magnolienfarben, weißes Leder, das Lenkrad verstellbar, damit man bequem einsteigen kann. Der Kofferraum ziemlich klein. „Den brauchte es auch nicht größer“, schmunzelt Eckert. „Denn wer dieses Fahrzeug für ein Traumziel nutzt, hat sein Gepäck schon längst vorausschicken lassen.“

Mit ein wenig Fantasie könnte man sich James Bond beim Abheben vorstellen. Fast andächtig bleiben Besucher vor dem sagenumwobenen Wagen stehen, fragen Perry Eckert ein Loch in den Bauch. Mit großen Augen und einem „Booah“ wird das Innenleben kommentiert. „Das erstaunlichste Auto, das je in Serie gebaut wurde“ sagt Eckert. Die ganz besondere Aura des Coupés scheint der Mischung geschuldet: Rennsportfeeling, solide Bauweise und eine gehörige Portion Luxus und Avantgarde.

„Man sagt, dass dieser wunderbare „Schlitten einst dem weltberühmten Playboy Porfirio Rubirosa (1909 – 1965) gehörte, der mit Hollywoodstars wie Zsa Zsa Gabor, Ava Gardner und Jayne Mansfield liiert und verheiratet mit der Woolworth-Erbin Barbara Hutton war: Somit verfügte er über das nötige Kleingeld. All diesen Damen wollte Rubirosa imponieren: Deshalb ließ er den Auto-Tacho nach oben manipulieren. Er war auch der erste, der das verwirklichte“, erzählt Eckert. Illuster ist auch die Liste von Erstbesitzern eines solchen Edelautos mit Schauspielstars aus Hollywood, Adeligen und wichtigen Wirtschaftsvertretern, wie im Internet aus unterschiedlichen Quellen nachzulesen ist. Aga Khan, der Whiskey-Erbe und Formel-1-Teambesitzer Rob Walker, die Familie von Opel, Formel-1-Weltmeister und Werksfahrer Juan Manuel Fangio, sein Teamkollege Stirling Moss, der deutsche Rennfahrer Toni Ulmen, der Rennfahrer und spätere CSI-Präsident Alfons Fürst von Metternich, die Familie Henkel, Herbert von Karajan, Kurt Ahrens, der Industrielle Alfried Krupp, der König von Jordanien, die Schauspieler Tony Curtis und Clark Gable, Stern-Gründer Henri Nannen und Schauspielerin Romy Schneider, die 1958 einen solchen Roadster kaufte.

Hier gibt es mehr Informationen zum Museum:

Fichtelberg
Ein Blick unter die Haube.
Hintergrund:

Ein paar Details:

Baujahr 1954 – 1963, Motor: Reihen-Sechszylinder mit Trockensumpfschmierung, Hubraum: 2996 ccm, Leistung: 215 PS (158 kW) 5800 U/min., Höchstgeschwindigkeit: 228 km/h, gebaute Stückzahl: 1400 Stück, Neupreis 29 000 Mark). Weitere Infos: www.amf-museum.de.

Perry Eckert ist stolz, diesen rollenden Edelstein in seinem Automobilmuseum zu haben.
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