Fichtelberg
21.12.2025 - 11:56 Uhr
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Fichtelberg blickt zurück und voraus: Bau des Seniorenzentrums und der neuen Feuerwehr

Fichtelberg kann sich über steigende Übernachtungszahlen freuen. Frust gibt es aber wegen bislang nicht erstatteter Ausgaben für überörtliche Katastropheneinsätze. Bürgermeister Sebastian Voit blickt zudem auf größere Bauprojekte.

Weil die Feuerwehrhäuser der Feuerwehren Fichtelberg und Neubau renovierungsbedürftig sind, soll auf dem Gelände des ehemaligen Granitwerks Jahreis ein gemeinsames Gebäude für beide Wehren entstehen. Dieses Vorhaben beschloss der Gemeinderat im Oktober einstimmig. Bild: wkr
Weil die Feuerwehrhäuser der Feuerwehren Fichtelberg und Neubau renovierungsbedürftig sind, soll auf dem Gelände des ehemaligen Granitwerks Jahreis ein gemeinsames Gebäude für beide Wehren entstehen. Dieses Vorhaben beschloss der Gemeinderat im Oktober einstimmig.

Zur Bürgerversammlung in der Turnhalle Fichtelberg begrüßte Bürgermeister Sebastian Voit rund 40 Einwohner. Er bezifferte die Einwohnerzahl auf 1.913, davon 100 mit Nebenwohnsitz. Auf 7 Geburten kamen 11 Sterbefälle und 46 Eheschließungen. Von diesen waren 37 Eheschließungen von auswärtigen Paaren.

Besonders erfreut zeigte sich das Gemeindeoberhaupt über die bis zum 31. Oktober 2025 auf 97.604 gestiegenen Übernachtungszahlen. Nach vielen Jahren werde im Jahr 2025 die Zahl von 100.000 Übernachtungen überschritten. Die auf 2,50 Euro pro Tag erhöhte Kurtaxe werde sinnvoll in die Förderung des Fremdenverkehrs und in die Werbung investiert.

Die Feuerwehren in Fichtelberg wurden zu einem Großbrand auf dem ehemaligen Gelände der Firma Müller gerufen. Die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Fichtelberg musste zu 22 weiteren Einsätzen ausrücken, die FFW Neubau zu 10. Die Gemeinde unterstützte die Wehren mit 100.000 Euro, habe aber nur Einnahmen von knapp 10.000 Euro, so der Bürgermeister. Besonders ärgerlich sei, dass die Gemeinde für zwei überörtliche Katastropheneinsätze noch 60.000 Euro nicht erhalten habe, obwohl sie dieses Geld bereits für aufgebrauchtes Material und ersetzte Schutzanzüge ausgegeben habe.

Keine neuen Schulden

Trotz hoher Ausgaben sei es der Gemeinde gelungen, seit sechs Jahren keine neuen Schulden aufzunehmen. Der Schuldenstand sei seit 2018 von 2,5 Millionen Euro auf aktuell 1.182.000 Euro gesunken. Das entspreche einer Pro-Kopf-Verschuldung von 657 Euro. Auch in diesem Jahr habe die Gemeinde eine „Stabihilfe“ von 490.000 Euro erhalten. Voit sei zuversichtlich, dass die Gemeinde – trotz höherer Kreisumlage – im Jahr 2026 keine neuen Schulden aufnehmen müsse.

Voit blickte auch auf die Bauprojekte der Gemeinde. Im Frühjahr wurde die Fichtelberger Straße in Neubau für den Verkehr freigegeben. In Hüttstadl wurde die Straße zum Ferienpark bis zum Gasthof Hagen für 60.000 Euro abgefräst und neu geteert. Die Kanalisation im Ferienpark Hüttstadl sei für 1,5 Millionen Euro endlich vollständig ausgebaut worden. Im Ortsgebiet von Hüttstadl sanierte oder renovierte man mit dem Schlauchliner-Verfahren etwa einen Kilometer Kanalleitung. Das Wasserwirtschaftsamt unterstützte die Maßnahmen mit Förderungen von etwa 70 Prozent. Vor der Erhebung von Verbesserungsbeiträgen für Baumaßnahmen werde es eine Bürgerversammlung dazu geben, kündigte der Bürgermeister an.

Noch im Dezember werde die Toilettenanlage am Fichtelsee-Parkplatz fertiggestellt. Bei Gesamtkosten von 185.000 Euro gebe es eine Förderung von 65 Prozent. Die Anlage werde barrierefrei und durch eine Solaranlage energieautark sein. Das Herrenhaus erhielt ein neues Dach. Die Kosten von 500.000 Euro wurden zu 90 Prozent von der Städtebauförderung und der Oberfrankenstiftung übernommen.

Für das Lindnerareal gebe es statische Prüfungen, um ein Gesamtkonzept für dieses Gebiet zu erstellen. Hierbei würden die Kosten von 90.000 Euro mit 90 Prozent vom Bayerischen Landesamt für Denkmalschutz bezuschusst.

Bau des Seniorenzentrums startet

Auch im Jahr 2026 werden in Fichtelberg wichtige Projekte in Angriff genommen. So soll der Bau des Seniorenzentrums im Frühjahr beginnen. Hier rechnet man mit 94 Heimplätzen und etwa 75 Arbeitsplätzen. Das Seniorenheim werde voraussichtlich im Herbst 2028 seinen Betrieb aufnehmen.

Für die Gemeinde steht der Ausbau der Gablonzer Straße laut dem Bürgermeister ganz oben auf der Liste. Die Planungsunterlagen seien bereits bei der Regierung von Oberfranken eingereicht. Man strebe eine Förderquote von bis zu 90 Prozent an, sagte der Bürgermeister. Wenn alles nach Plan laufe, könne im Frühjahr mit dem Bau begonnen werden. Die Bauzeit werde rund sechs Monate betragen.

Als weiteres Zukunftsprojekt nannte der Bürgermeister den Bau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses für die Wehren Fichtelberg und Neubau auf dem ehemaligen Jahreisgelände. Da beide Feuerwehrhäuser renovierungsbedürftig und zu klein seien, habe sich der Gemeinderat im Oktober einstimmig für dieses Projekt ausgesprochen. Dabei bleiben beide Wehren selbstständig.

Am Ende seiner Ausführungen fragte ein Zuhörer Bürgermeister Voit nach dem Sachstand bei der Grundschule Fichtelberg-Mehlmeisel und beim ehemaligen Kristallgelände. Bei der Grundschule seien beide Schulgebäude renovierungsbedürftig, sagte Voit. Es gebe zwar einen Grundsatzbeschluss für nur noch einen Schulstandort, aber nicht dafür, wo sich dieser befinden solle. Beim ehemaligen Kristallbadgelände plane ein Investor ein Hotel mit Saunalandschaft. Sollten diese Planungen scheitern, falle das Grundstück an die Gemeinde zurück.

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