05.10.2021 - 10:50 Uhr
FichtelbergOberpfalz

Georg Lippert feiert 95. Geburtstag: "Immer nach vorne schauen"

Er war Revierförster, 16 Jahre im Kreistag von Kemnath und Tirschenreuth, prägte seine Heimat: Georg Lippert ist in Fichtelberg und darüber hinaus bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Nun feierte er seinen 95. Geburtstag.

Zum 95. Geburtstag von Georg Lippert (sitzend, Zweiter von rechts) gratulierten unter anderem (sitzend, von links) Schwiegertochter Edith, Sohn Wolfgang und Lebensgefährtin Inka sowie Sohn Christian (sitzend, rechts). Wegegefährten des Jubilars und die Parforcehorngruppe überbrachten ebenfalls Glückwünsche.
von Gisela KuhbandnerProfil

An seinem 90. Geburtstag vor fünf Jahren hat Forstamtsrat a. D. Georg Lippert seinen Gratulanten versprochen, all die ihm damals entgegengebrachten Wünsche zu erfüllen. Und er hat sein Versprechen gehalten: Topfit und – nach dem ein wenig abgeänderten berühmten Zitat von Curd Jürgens - "... kein bisschen leise“ feierte der landauf, landab als der "Lippert Schorsch" bekannte Jubilar jetzt seinen 95. Geburtstag. „Und sollte es manchmal da und dort ein wenig zwicken, zwicke ich einfach zurück“, schmunzelt er.

Lediglich mit seinem Gehör ist er nicht mehr ganz zufrieden. Deshalb zieht er sich kurz aus dem Kreise seiner Familie - zwei Söhne, zwei Schwiegertöchter, drei Enkel, vier Urenkel - und der großen Gästeschar in sein Büro zurück, um ein wenig aus seinem bewegten Leben zu plaudern, verbunden mit einem Stück Forst- und Kreisgeschichte.

Schlechte und gute Zeiten

Auf seinem Schreibtisch ganz obenauf liegt "Der neue Tag". „Den lese ich seit 1954 tagtäglich“, berichtet der Jubilar. Er ist in Kemnath geboren, besuchte nach dem Umzug nach Wunsiedel das Gymnasium in Marktredwitz, machte in Nürnberg sein „Not-Abitur“, „weil ich als Luftwaffenhelfer eingezogen wurde". Es folgten Wehrmachteinberufung und Gefangenschaft. Nach schlechten Zeiten seien gute gekommen: die Ausbildung zum Revierförster an der Forstschule in Lohr, erste Planstelle in Weiden, von 1954 bis 1982 mit seiner Familie an der Forstdienststelle Frankenreuth, dann Umzug nach Fichtelberg ins eigene Haus. „Das Einschneidendste in meinem Leben war der Tod meiner Ehefrau im Jahr 2008“, sagt Lippert.

Später lernte er auf einer Kreuzfahrt seine Lebensgefährtin Inka kennen. Reisen, das ist eines seiner liebsten Hobbys: So machte er bereits mehrerer Kreuzfahrten, hat schon 16 Länder besucht. Das Paar bevorzugt jetzt zwar mehr Bäderreisen, nichtsdestotrotz sind schon zwei Monate Ägypten geplant: „Ziele muss man haben, immer nach vorne schauen“ sei sein Lebensmotto, sagt der Jubilar, bevor er aber noch ein wenig zurückblickt auf sein Berufsleben, in dem er Vieles erfolgreich verändert beziehungsweise weiterentwickelt hat. Als er beispielsweise ab 1973 bei der Umorganisation 5000 Hektar Privatwald betreute, die Forstbetriebsgemeinschaft hochgefahren, sich hier großes Ansehen erwarb und Spuren hinterlassen hat.

Herz schlägt für Freie Wähler

„Du warst Wegebereiter, hast den Menschen Steine aus dem Weg geräumt“, brachte Sohn Wolfgang, ehemaliger Landrat von Tirschenreuth, das Wirken seines Vaters auf den Punkt. Politisch schlug sein Herz für die Freien Wähler: 16 Jahre vertrat der Jubilar ihre Interessen in den Kreistagen von Kemnath und Tirschenreuth, prägte die Heimat mit, war in seiner ihm eigenen bildhaften Wortgewandtheit Fraktionssprecher und wurde mit der Verdienstmedaille des Landkreises ausgezeichnet. Dem Bayerischen Landesjagdverband gehört Lippert seit 60 Jahren an, ist Träger des Ehrenzeichens. Und selbstverständlich blies die Parforcehorngruppe Hohes Fichtelgebirge ihrem Gründungs- und Ehrenmitglied ein Geburtstagsständchen.

Auch zum 90. Geburtstag waren viele Gratulanten gekommen

„Und sollte es manchmal da und dort ein wenig zwicken, zwicke ich einfach zurück.“

Georg Lippert

„Ziele muss man haben, immer nach vorne schauen.“

Georg Lippert

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