(gis) Einen intensiven Einblick dazu gibt die Ausstellung "Hinterm Gartenzaun" im Freilandmuseum Grassemann, der Info-Stelle des Naturpark Fichtelgebirge, denn "es ist eine wesentliche Aufgabe in einem Haus wie Grassemann , Kleinlosnitz oder Bergnersreuth, auch immaterielles Wissen zu bewahren" wie Bertram Popp, Leiter des Oberfränkischen Bauernhofmuseums Kleinlositz bei der Eröffnung betonte.
Schautafeln mit aussagekräftigen Fotos wissenswerten Infos, alte Gartengeräte zum Anfassen und ein Holzbock, der notfalls auch als Sitzgelegenheit dient (unser Bild) entführten den Betrachter in eine Zeit, wo der ländliche Garten für die früheren Generationen noch mehr war, als das, was man heute allgemein als Bauerngarten beschreibt: Nämlich ein Arbeitsplatz für seine Besitzer. Und er nötigte - und das verbindet ihn teilweise wohl auch mit den heutigen Gärten - viel Energie, Aufmerksamkeit und Zuwendung ab: Küchenkräuter vor der Haustür, Brennholz neben der Scheune, Hühner im Gehege, Samenbank und Pflanzgarten. Alte Stacketenzäune, meist vollständig aus Fichtenholz, musste sehr hoch gebaut sein, um Wild- oder Nutztiere ein- oder auszusperren, ansonsten hätten Enten und Hühner den frischen Trieben und dem jungen Gemüse schnell den Garaus gemacht. Die direkte räumliche Verbindung von Misthaufen und Plumpsklo zu den Gärten und umliegenden Wiesen waren Voraussetzung für den Erfolg. Alles ist auf der Tafel "Da wo Mist ist ..." nachzulesen. Pfarrer und Lehrer haben schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts für das Pflanzen von Obstbäumen geworben, wesentliche Lebensräume für Vögel und Insekten, ohne die ein Garten auch heute nicht funktioniert.
Und auch heute ist mancher Vorgarten noch ein Platz zum Neuigkeiten austauschen. Die Angst einiger Gartenbesitzer ist geblieben: Damals: Die Angst vor ungezügelter Natur. Heute und völlig unberechtigt: (ein bisschen) Angst, dass im Ziergarten ein Gänseblümchen wüten könnte.








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