10.05.2020 - 13:35 Uhr
FichtelbergOberpfalz

Mit Offenheit neues Amt angehen

Sebastian Voit, neuer Bürgermeister von Fichtelberg, erzählt über seine Pläne.

Sebastian Voit, neuer Bürgermeister von Fichtelberg.
von Gisela KuhbandnerProfil

100 Prozent für seine Heimatgemeinde, frischen Wind bringen ins Rathaus, gewürzt mit einer gehörigen Portion Visionen, die er in Zusammenarbeit mit Gemeinderat und Bürgern realisieren will: Sebastian Voit, neuer Bürgermeister von Fichtelberg und mit 29 Jahren das jüngste Gemeindeoberhaupt im Landkreis.

"Aufregend und spannend waren die ersten Tage im Chefsessel", gesteht Voit, vor sich seine digitale Projektmappe. Denn - neben großen anstehenden Projekten und Themen - will er sich auch um "kleinere Dinge" kümmern, wobei ihm dieses Medium die Arbeit erleichtern soll.

"Natürlich steht für mich ein genehmigter Haushalt an erster Stelle", betont er. "Denn nur so können große Projekte auch realisiert werden." Priorität haben für ihn sozialverträgliche Umsetzungen der Kanalarbeiten in Hüttstadl und Sanierung der maroden Straßen. Außerdem liegt ihm der Ausbau der digitalen Infrastruktur am Herzen. "Für aktuelle Infos werde ich Facebook und Co nutzen." Auf der Agenda stehen zudem die Stärkung des Tourismus durch vermehrte Kooperation der Ochsenkopfgemeinden und die Umsetzung von Leuchtturmprojekten wie das Funktionsgebäude am Skigelände in Neubau sowie eine wirtschaftliche Neugestaltung des alten Thermengeländes.

Mit Offenheit will der neue Rathauschef sein Amt angehen, kombiniert mit seinen weiteren Stärken wie "Organisationstalent, Optimierung, Strukturierung, Leute zusammenbringen. Erfahrungen dazu bringe ich aus meinem Beruf als Kaufmann für Spedition und Logistik in einer Himmelkroner Firma mit, die mich jetzt für sechs Jahre freigestellt hat - und durch das Mega-Event Naturraum Open mit über 4500 Besuchern, das ich mit meinem Team bereits zweimal auf die Beine stellte. Heuer muss es wegen Corona leider ausfallen." Motiviert für die Kandidatur habe ihn seine Heimatliebe: "Als stolzer, überzeugter Fichtelberger will ich alles tun für meine Gemeinde."

60,05 Prozent der Bevölkerung haben ihn gewählt. Zufrieden mit dem Ergebnis? "Hinter 'zufrieden' setze ich ein kleines Fragezeichen. Aber ich kann gut leben und arbeiten damit und ich will auch allen, die mich nicht gewählt haben, zeigen, wie ich für Fichtelberg kämpfen kann und immer und für alle erreichbar sein werde."

Vor seiner Wahl war er schon politisch tätig. Er ist JU-Vorsitzender, war stellvertretender JU-Kreisvorsitzender. "Und ich engagiere mich schon seit längerem für den digitalen Ausbau im ländlichen Raum."

Fachlichen Rat holt er sich bei seinem Vorgänger im Amt Karl-Heinz Glaser, der nach Erkrankung des Ersten Bürgermeisters zwei Jahre lang die Geschicke der Gemeinde leitete - und auch bei den Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden, "die mich gerne unterstützen".

Seinen Wunsch nach mehr Transparenz und mehr Zusammenarbeit will er vor allem im Gemeinderat - Fraktionen spielen keine Rolle - und im Miteinander mit dem Bauhof, allen weiteren Mitarbeitern, den Vereinen und der Bevölkerung realisieren und zu bestimmten Themen auch Fachleute einladen. "Meine Vorbilder sind der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz und der erst 27-jährige CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor, die mich durch Sachlichkeit, Wissen und Auftreten beeindrucken." Am besten "runterkommen" kann er "beim wöchentlichen - soweit es mir die Zeit erlaubt - Training in meiner Eishockeymannschaft Bullheads - und natürlich am Fichtelsee beim Spazierengehen mit meiner Freundin."

Einen ganzen Sack voll kreativer Visionen und Ideen hat Voit im Gepäck, die er nach und nach vielleicht sogar bis 2026 umsetzen will. Dazu zählt auch die Intensivierung der Gemeinde-Partnerschaften mit Oberwiesenthal, Podcetrek und Jesus Maria/Lima, Peru. Der neue Bürgermeister, der schon die halbe Welt bereiste, hat sich vorgenommen, diese Orte der Reihe bzw. der Entfernung nach zu besuchen.

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