30.03.2020 - 12:30 Uhr
FichtelbergOberpfalz

Pflanzsaison im Wald hat begonnen

Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten beginnen jetzt im Frühjahr mit der Pflanzsaison im Fichtelgebirgswald. Auch bei verändertem Klima sichern die jungen Tannen, Buchen, Lärchen und Douglasien den Bestand.

Christian Schneider, Mitarbeiter beim Forstbetrieb Fichtelberg, pflanzt ein junges Tannenbäumchen.
von Externer BeitragProfil

Ein klarer, kalter Morgen am Höhenrücken oberhalb des Weißmaintales. Christian Schneider stapft schwer beladen durch den Wald. Kisten mit kleinen Baumschul-Pflanzen schleppt er, dazu ein Pflanzeisen und Markierungsstäbe. Der Forstwirt-Azubi hat gemeinsam mit seinen Kollegen eine wichtige Aufgabe. Er unterstützt den Wald im Fichtelgebirge, fit zu werden für den Klimawandel.

Unter dem Schutzschirm

Dazu pflanzt er kleine Tannenbäumchen unter den Schirm der alten Fichten, die hier überwiegend wachsen. Die jungen Tannen werden mit dem zukünftigen Klima zurechtkommen, das vermutlich für die Baumart Fichte zu heiß und zu trocken ist. Knirschend gräbt sich das Pflanzgerät in den noch leicht gefrorenen Boden. Mit einer Drehbewegung sticht Christian Schneider einen Erdpfropfen aus. Dort hinein kommt der Wurzelballen einer jungen Tannenpflanze. Mit krümeliger Erde abdecken, leicht andrücken - fertig. Nächste Pflanze. Dazu sagt Winfried Pfahler, als Leiter des Forstbetriebs Fichtelberg verantwortlich für den Staatswald im südlichen und westlichen Fichtelgebirge: "In den letzten beiden Hitzesommern hat sich gezeigt, dass die Tannen mit Wärme und Trockenheit besser zurechtkommen, als die bei uns weit verbreitete Fichte." Das sei allerdings keine neue Erkenntnis, erklärt Pfahler.

"Selbst ein Bild machen"

"Schon seit vielen Jahren reichern wir ganz gezielt die Wälder mit Mischbaumarten an. Davon können Sie sich im Fichtelgebirge an vielen Stellen selbst ein Bild machen, wie zum Beispiel um den Ochsenkopf, im Maintal, im Steinachtal oder an der Kösseine." Aus ehemals dunklen Fichtenforsten seien mittlerweile vielfältige Mischwälder geworden. "Unser Ziel ist es, dass in jedem Waldbestand mindestens vier verschiedene Baumarten wachsen."

In diesem Jahr pflanzt der Forstbetrieb Fichtelberg 55 Hektar neuen Mischwald, der fit ist für den Klimawandel. Das entspricht einer Fläche von etwa 80 Fußballfeldern. Dazu setzen die Waldarbeiter und Förster gut 100 000 Zukunftsbäumchen, hauptsächlich Tannen, aber auch Buchen, Lärchen und Douglasien. In den nächsten fünf Jahren pflanzen die Bayerischen Staatsforsten im Rahmen des 30-Millionen-Bäume-Programms zusätzliche Bäume in Wäldern, die von Trockenheit und Schädlingen, Sturm und Schnee besonders bedroht sind. Dabei setzen die Förster hauptsächlich auf heimische Baumarten. Aber es werden auch neue Arten wie etwa Atlaszeder oder Baumhasel getestet, die heute natürlicherweise in Regionen mit dem Klima vorkommen, das uns zukünftig erwartet.

"Im Wald denken wir grundsätzlich heute schon an morgen", beschreibt Winfried Pfahler die Strategie der Förster. "Eigentlich denken wir schon an übermorgen. Denn bis die Tannen, die wir heute pflanzen, richtig groß sind, vergehen mindestens 80 bis 100 Jahre. Über diesen Mischwald werden sich unsere Urenkel freuen."

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