22.09.2020 - 11:03 Uhr
FichtelbergOberpfalz

Positiv denken gegen drohendes Verstummen

Viele Sänger verlassen altersbedingt die Gesangvereine, und die wegen Corona verordnete Zwangspause im Laienmusikbereich tut das Ihre dazu. Eine Entwicklung, die auch den Fichtelberger Männerchor betrifft, doch dort ist man optimistisch.

Die Vorsitzenden Ludwig Roderer und Hermann Rohe bedankten sich bei Alfons Kastner (von links) für 40 Jahre aktiven Chorgesang. Dem schlossen sich Zweiter Bürgermeister Bernhard Kraus und Pfarrer Ferdinand Weinberger an.
von Gisela KuhbandnerProfil

Der Männerchor dürfe keinesfalls untergehen. Mit ihm würde ein Stück Fichtelberger Kulturgut sterben. Diese Gedanken zogen sich wie ein roter Faden durch die Jahreshauptversammlung im Pfarrheim, wobei aber die Hoffnung bei weitem überwog. "Nicht jammern, sondern positiv denken", waren sich die Mitglieder einig. "Unser Chor gibt jedenfalls nicht auf", ist dessen Leiter Werner Krug guter Dinge. Er betont aber auch, dass noch länger anhaltende Beschränkungen das Ende viele Chöre bedeuten könnte.

In Kontakt bleiben

"Unsere letzte Singstunde war am 9. März. Dann kam Corona. Bis dahin haben wir unser Möglichstes gegeben, zwei Adventskonzerte gestaltet, die sehr gut ankamen, Musikalisches geboten, das Klang, Hand und Fuß hatte", blickte Krug zurück. Er ist sich sicher, dass das auch weiterhin so funktionieren würde. Wichtig sei, "dass wir in Kontakt bleiben, dann werden wir hoffentlich irgendwann auch wieder singen", fasste der Chorleiter zusammen und dankte allen fürs Mitsingen und Mitarbeiten. Zuvor hatte Vorsitzender Hermann Rohe der verstorbenen Mitglieder gedacht und das Wichtigste vom Vorjahr in der 36 Mitglieder zählenden Gemeinschaft herausgestellt.

Elf Auftritte

Elf Mal hatten die acht Sänger geprobt, ebenso viele Auftritte absolviert. Neben Adventskonzerten, Liederabenden, Maiandachten und Gottesdienste gestalteten sie den Volkstrauertag mit, bereicherten und feierten Feste mit.

Außerdem gratulierte der Verein, der eine Chorgemeinschaft mit dem Allgemeinen Gesangverein Oberwarmensteinach eingegangen ist, jedem Mitglied persönlich mit einem Präsent zu runden und halbrunden Geburtstagen sowie zu Ehejubiläen. "Das waren so viele, wie nie zuvor", wie Rohe auflistete: Insgesamt 21 Besuche. Sein besonderer Dank galt dem Chorleiter für seinen unermüdlichen Einsatz, verbunden mit dem Wunsch und der Hoffnung auf viele Proben und Auftritte im kommenden Jahr.

Zweiter Vorsitzender und Kassier Ludwig Roderer lieferte einen geordneten Kassenbericht. Lob und Dank für die Sänger kamen auch von Pfarrer Ferdinand Weinberger, Zweitem Bürgermeister Bernhard Kraus und dem Vorsitzenden der Sängergruppe Siebenstern, Manfred Prechtl. "Positive Stimmung verbreiten, Anreize schaffen, weiterhin Tradition und Gemeinschaft pflegen", gab der Zweite Bürgermeister - auch aus seinen Erfahrungen als Vorsitzender des Fichtelgebirgsvereins - den Sängern mit auf den Weg. Und Pfarrer Weinberger freut sich darauf, den Chor nach den vielen Entbehrungen sobald wie möglich wieder singen zu hören.

Zusammen 90 Jahre aktiv

Abschließend wurden zwei "wichtige Stützen des Chores", wie Werner Krug und Manfred Prechtl betonten, für jahrzehntelange Treue mit Dankurkunden ausgezeichnet: Otmar Pscherer für 50 Jahre und Alfons Kastner für 40 Jahre aktives Singen im Chor.

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