(gis) Es bedarf wohl keiner besonderen Vorliebe für die Welt der Motoren, dass einem das Herz schneller schlägt und man große Augen bekommt, wenn Familie Eckert die Tore öffnet zu diesem Schatzkästchen und einen spannenden Querschnitt durch 120 Jahre Automobilgeschichte mit mehr als 500 Exponaten hautnah präsentiert.
Perry Eckert hat schon als Jugendlicher an Mofas und alten Autos herumgeschraubt. Seine Sammlerstücke sind Zeugen einer langen Geschichte - vom liebenswerten Schnauferl bis zum echten Männermotorrad, wie ein Besucher es ausdrückte. Vom Goggo bis hin zum exklusiven Sportwagen.
Unterstützt wird Eckert dabei von seinem Sohn Konstantin und von seiner Ehefrau Gabi, "die meinen Spleen schon so lange mitmacht", schmunzelt Eckert und lacht: "Da hab' ich vor 32 Jahren den richtigen Griff getan". Gabi Eckert allerdings wurde nicht erst durch ihre Heirat vom "Motor-Virus" infiziert: Sie erzählt: "Als Studentin in der Schweiz hab' ich schon einen Porsche gefahren und für's Abbezahlen ziemlich hart gearbeitet."
Auch Sohn Raphael teilte die Sammlerleidenschaft seines Vaters, Es dürfte wohl so etwas wie die "Blaue Mauritius" unter den Mercedes Tuning Klassikern sein, der W126 SEL AMG, den er einst aufwendig restauriert und umgebaut hatte und dafür mehrfach ausgezeichnet wurde. Vor fünf Jahren kam Raphael unverschuldet bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Ein Foto und eine brennende Kerze vor dem Auto erinnern an ihn.
Das Fahrzeugmuseum besitzt eine große Sammlung an Kleinkrafträdern, Kleinwagen der 50er und 60er Jahre und einen riesigen Themenbereich zu "Italienischen Sportwagen-Exoten" der Marken Iso Rivolta und Bizzarrini.
Wenn das ZDF vielleicht noch heuer oder im nächsten Jahr den Dreiteiler "Bella Germania", der in den 60er Jahren bis heute spielt, ausstrahlt, wird eines dieser Autos eine Hauptrolle spielen. "Berühmtheiten wie Grace Kelly und John Lennon haben ihn schon gesteuert", erzählt Gabi Eckert.
Ausgestellt sind neben exklusiven Oldtimern, Bulldogs, traumhaften Sportwagen und schweren Geländeautos auch viele, viele Motorräder. Zu vielen Exponaten wissen Gabi und Perry Eckert spannende Geschichten zu erzählen. Mancher ältere Oberpfälzer wird sich noch an den verstorbenen Pfarrer Leitl aus Ebnath erinnern, der jahrelang eine Isetta besaß und damit samt seiner Schwester Anna und dem kleinen weißen Spitz täglich auf Achse war.
Eine heitere Episode erzählte auch eine Dame aus Warmensteinach. "Wenn wir unseren Religionslehrer ärgern wollten, schoben wir seine Isetta an die Hauswand. Das Einsteigen wurde dann kompliziert."
Alle Ehrengäste zollten Gabi, Perry und Konstantin Eckert den allergrößten Respekt für die Erweiterung des Museums, wofür die Familie keinerlei öffentliche Gelder bekam. Auch nicht für das vor kurzem an der Autobahn aufgestellte Hinweisschild, "das genau an meinem Geburtstag installiert wurde," freut sich Gabi Eckert. Bürgermeister Georg Ritter resümierte: "Wir sind doch alle große Jungen mit Benzin im Blut".
Weitere Informationen im Internet: www.Iamf-museum.de
Fichtelberg
27.05.2018 - 17:23 Uhr
Querschnitt durch 120 Jahre Automobilgeschichte
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