31.08.2020 - 16:39 Uhr
FichtelbergOberpfalz

"Ein Segen für die Kirche"

Die Pfarreiengemeinschaft Fichtelberg/Mehlmeisel verabschiedet den beliebten und geschätzten Diakon Rudolf Hoffmann in den Ruhestand. Da war schon das eine oder andere Knopfloch mit einem Tränchen bestückt.

In der Pfarrkirche in Fichtelberg – für das Foto wurde nur einen Augenblick der Mundschutz abgenommen – versammelten sich zur Feierstunde (von links): Pfarrer Ferdinand Weinberger, Pfarrgemeinderatssprecher Joachim Rubenbauer, Sprecher der Ministranten Severin Traßl, Diakon Rudolf Hoffmann, die Ministranten Maria Traßl, Daniel Burger, Kirchenpfleger Hans-Georg Braun sowie Ministrant und Pfarrbücherei-Mitarbeiter Elias Kraus, der dem Diakon für den Bücherstadl eine Familieneintrittskarte für den Mehlmeiseler Wildpark übergab.
von Gisela KuhbandnerProfil

"Schon vor 300 Jahren hat uns Ebnath geistlichen Beistand geschickt und vor zehn Jahren bekamen wir mit Rudolf Hoffmann wieder einen Ebnather", spannte Pfarrer Ferdinand Weinberger zu Beginn des Dankgottesdienstes einen weiten geschichtlichen Bogen von damals zu heute.

"Er war ein Glücksgriff für uns, der viel Gutes bewirkte, für alle da war und junge Menschen, Ministranten, Erstkommunikanten oder Firmlinge zu Christus führte, Kranke, Sterbende und Trauernde begleitete und jetzt eine große Lücke hinterlässt", würdigte der Ortsgeistliche Hoffmanns unermüdlichen Einsatz. "Aber, Du hat ja in Fichtelberg kein Hausverbot", schmunzelte Weinberger: "Du kannst uns gerne weiterhin begleiten."

Die Feier wurde in Fichtelberg von Brigitte Träger würdig umrahmt und in Mehlmeisel von Wolfgang Glaser und Band (Katharina, Simon Glaser und Theresa Schinner) mit berührender Musik und zu Herzen gehendem Gesang begleitet.

Vor dem Gottesdienst besuchte der Diakon die örtlichen Friedhöfe. Dort gedachte er all derer, die er in den zehn Jahren zu den Gräbern begleitet hatte, brachte das Leid, das ihn oft lange nicht losließ und all das Gute, das er erfahren und geben durfte, in der ihm "sehr zu Herzen gehenden Feier dankbar zum Altar".

In seiner Schlusspredigt verglich Hoffmann die Kirche mit dem Wackelstein auf dem Weg von Ebnath zur Kösseine. "Obwohl geschätzt 100 Tonnen schwer, könne man ihn mit den Händen zum Wackeln bringen. Aber dieser Fels zentriere sich immer wieder auf die Mitte - wankelmütig, wie Petrus im Abendmahlsaal, wankelmütig wie die Kirche mit ihren Missständen, ihrer Unvollkommenheit im Laufe der Geschichte, aber immer zentriert auf Christus, der sein bedingsloses "Ja" zu den Menschen sage. "Wäre es nicht an der Zeit, wieder mehr 'Ja' zum Papst, zum Bischof, zu den Priestern, zur Nächstenliebe zu sagen", wünschte sich der Diakon.

Dafür, dass "der Rudi" immer ein Herz und ein offenes Ohr hatte, bedankte sich in Fichtelberg Pfarrgemeinderatssprecher Joachim Rubenbauer, dem sich Kirchenpfleger Hans-Georg Braun mit einem "Vergelt's Gott" und einem "Erinnerungsbuch" für "die wertvolle Hilfe anschloss, ebenso Severin Traßl für die Ministranten, die "sich gerne auch an die vielen Aktionen, Feste und Fahrten erinnern werden".

In Mehlmeisel würdigte Johannes Popp das segensreiche Wirken des Diakons: "Du hast unsere Freuden geteilt, und unser Leid im Gebet mitgetragen, gute Ideen eingebracht und mit deiner ausgleichender Kraft Wogen geglättet." Und der ehemalige Gruppenleiter der Ministranten, Simon Glaser, freute sich, "dass uns Rudi auf einer Ebene begegnete und die Kirche für junge Menschen zugänglicher gemacht hat".

In seiner ihm eigenen Art gab Rudolf Hofmann Lob und Dank zurück: "Ihr habt mir so viel gegeben und ich bin weiterhin da, wenn man mich braucht. Ein Diakon ist ja eigentlich kein Ruheständler, sonst hätte er seinen Beruf verfehlt. Und: Ebnath ist ja auch nicht aus der Welt." Präsente, Blumen, Gutscheine und "Rudis Altersruhesitz" sollen ihm den Eintritt in den Ruhestand erleichtern. Am Schluss des Gottesdienstes überreichte Pfarrer Weinberger dem Diakon im Auftrag von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer eine Medaille zum Dank für seine umsichtige, einfühlsame und einsatzfreudige Art, die an seinen Wirkungsorten geschätzt und anerkannt waren. Sehr persönliche Worte richtete der Bischof in einem Schreiben, das Pfarrer Weinberger verlas, an Rudolf Hoffmann,. Dieser sei ein Diakon mit Leib und Seele und in diesem Amt ein Segen für Kirche.

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