Zahlreiche Besucher kamen zur jüngsten Sitzung des Gemeinderates Fichtelberg ins Rathaus. Ging es doch um die Zukunft der Volksschule Fichtelberg-Mehlmeisel. Seit längerer Zeit drängt die Schulbehörde darauf, dass der Unterricht nur noch in einem Schulgebäude stattfinden soll.
Bürgermeister Sebastian Voit gab bekannt, dass am 9. Februar eine gemeinsame Sitzung mit dem Mehlmeisler Gemeinderat in Mehlmeisel abgehalten wurde. Hierbei kam es zu dem Ergebnis, dass der Unterricht künftig in Mehlmeisel und die Nachmittagsbetreuung in Fichtelberg stattfinden solle. Im Fichtelberger Schulgebäude gebe es zwar keine Probleme mehr mit der Radonbelastung, aber es sei auch seit 35 Jahren nicht mehr groß in die Schule investiert worden.
Ebenfalls renovierungsbedürftig
Momentan seien die 1. und 2. Klasse in Fichtelberg und die 3. und 4. Klasse in Mehlmeisel untergebracht. Mit der Erweiterung der Krippenplätze im Kindergarten Fichtelberg ergäbe sich auch das Problem, dass kein Platz mehr für die Hausaufgabenbetreuung vorhanden wäre. Das Schulgebäude in Mehlmeisel sei zwar auch renovierungsbedürftig, habe aber das bessere Raumangebot und ein größeres Freigelände mit Pausenhof.
Der Bürgermeister erläuterte an einer Planskizze, wie das Schulgebäude umgebaut werden soll. Im Erdgeschoss seien eine Küche mit 41 Quadratmetern, die auch vom Kindergarten mitbenutzt wird, und ein Speisesaal mit 85 Quadratmetern vorgesehen, im ersten Stock ein Raum für die Hausaufgabenbetreuung, eine Bibliothek sowie Personalräume. Um Barrierefreiheit zu gewährleisten, müsse auch noch ein Außenaufzug gebaut werden. Dieses Konzept gebe es aber nur, wenn die Schule in Mehlmeisel bleibe und die Unterhaltskosten nach den jeweiligen Schülerzahlen aufgeteilt würden. Unabhängig davon, ob diese Nachmittagsbetreuung von Schulkindern in Anspruch genommen werde.
Schulstandort erhalten
„Dies ist der einzige gangbare Weg, der den beiden Gemeinden bleibt, um den Schulstandort zu erhalten“, so der Bürgermeister. In der anschließenden Aussprache gab es eine eindeutige Zustimmung für das Konzept. Für Armin Kellner (FWG) „ist die Angelegenheit gut durchdiskutiert und der einzig gangbare Weg“. Für Zweiten Bürgermeister Bernhard Kraus (FWG) sei dies eine gute Lösung. "Der erste Schritt ist die Ermittlung der Kosten und die Prüfung von Fördermöglichkeiten."
CSU-Fraktionssprecher Siegbert Schöler verwies ebenfalls darauf, dass das Schulgebäude weiterhin genutzt werde, denn einen Leerstand wie beim alten Rathaus gelte es zu vermeiden. Außerdem sei der Bau eines neuen Gebäudes nicht möglich, denn „keine der beiden Gemeinden kann die Erschließungskosten stemmen“. Hierzu bemerkte Bürgermeister Voit, dass die Erschließungskosten an einem neuen Standort circa 500.000 bis 750.000 Euro betragen dürften und zudem nicht förderfähig seien.
Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass gemeinsam mit Mehlmeisel ein Planungsauftrag vergeben werden soll. Dabei geht es um die Ermittlung der Kosten der geplanten Maßnahme und um die Prüfung von Fördermitteln. Die Kosten für diesen Planungsauftrag teilen sich die beiden Gemeinden je zur Hälfte. Dies ist aber keine endgültige Entscheidung über den Standort der Schule und des Hortes.
Prioritätenliste
Der Bürgermeister teilte weiter mit, dass er mit der baldigen Freigabe des Projekts in der Gablonzer Straße rechne. Dann könne auch mit der Ausschreibung begonnen werden. Bei anderen Straßensanierungen werde geprüft, ob eine 8 Zentimeter dicke Asphaltdecke die Möglichkeit biete, diese mit der Auffräsmethode wieder instand zu setzen. Hier gebe es mit der Schulstraße, dem Killerweitweg, dem Parkplatz am Feuerwehrhaus, der Poststraße, dem Steinweg und dem Schneebergweg eine Prioritätenliste, wobei beim Schneebergweg wohl ein Vollausbau notwendig sei.
Die Nebenkostenpauschale für Veranstaltungen auf dem Rathausvorplatz wurde von 75 auf 50 Euro herabgesetzt. Diese beinhaltet Wasser, Strom und die Benutzung der Toiletten im Rathaus. Nach Auskunft der kommunalen Rechtsaufsicht muss diese Pauschale erhoben werden. Der Bürgermeister ergänzte dazu, bei der Bergwacht sei dies Ende 2025 zweimal vergessen worden. „Die 150 Euro habe ich dann selbst bezahlt.“ Am Ende der Sitzung verlas er noch ein Schreiben von Anwohnern am Nagler Weg, die sich darüber beklagen, dass viele Besucher des Automobilmuseums zu schnell fahren würden. Sie hätten gerne die Einrichtung einer 30-km/h-Zone. Hierzu kündigte der Bürgermeister eine zeitnahe Verkehrsbegehung mit der Polizei an.













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