Kirwa heuer ohne Umzug

Wenig Schlaf bekommen die Filchendorfer am Wochenende ab. Fünf Tage lang feiern sie mit vielen Besuchern die traditionelle Kirwa - mit zwei Nova.

Der erste Höhepunkt der Kirwa ist das Aufstellen des Baums. Unter dem Kommando von Sepp Plößner (links) wird dieser empor gewuchtet.
von Autor OWProfil

Zu den Höhepunkten der Kirwa gehörten das Aufstellen des Kirwabaumes am Samstag und die Aufführung der "Lach- und Sachgeschichten aus dem Dorfleben" am Sonntag. Begonnen hatte das "Großereignis des Jahres" jedoch schon am Donnerstag mit dem Krenfleischessen im Feuerwehrhaus.

Hier sorgten die "Weinwallfahrer" für die rechte Kirwastimmung. Am Freitag traf sich dann das meist jugendliche Publikum zur "Disco Party" in der Adam-Porsch-Halle. Für fetzige Musik sorgte "DJ Udo H.". Das Motto des Abends war hier "Der Hahn muss laufen". Am Samstagnachmittag waren die "Stärksten des Dorfes" gefordert. Es galt, den Kirwabaum vor der Adam-Porsch-Halle mit reiner Muskelkraft aufzustellen. Zuvor hatten die Kirwaboum und -madla den Stamm geschmückt und mit dem Oldtimer-Bulldog von Sepp Plößner zum Festplatz transportiert. Begleitet wurden sie dabei von den "Filchendorfer Musikanten". Am Abend sorgte die Gruppe "Stoapfälzer Spitzbuam" für die zünftige Unterhaltung.

Lach- und Sachgeschichten

Am Sonntag verschlechterte sich das Wetter. Deshalb musste der traditionelle Kirwa-Umzug abgesagt werden. Die Kirwaleut ließen sich aber dadurch die Laune nicht vermiesen und verteilten tapfer ihre "Original Filchendorfer Küchla" in der Adam-Porsch-Halle.

Dann war es endlich so weit. Die Aufführung der "Lach- und Sachgeschichten aus dem Dorfleben" stand an. Seit Jahren schon werden hier von den Hobbyschauspielern einige Gegebenheiten der aktuellen Kommunalpolitik und Vorgänge im Dorf kritisch beleuchtet. Der Vorhang öffnete sich, und zwei spanische Arbeiter versuchten, ihrer Chefin "Carla" zu erklären, dass sie ein Starkstromkabel gekappt hatten. Denn in Filchendorf wurden den ganzen Sommer über von einer spanischen Firma Glasfaserkabel im Auftrag der Telekom verlegt. Und da kam auch schon Stadtrat Manfred Rix vorbei, um herauszufinden, was die Arbeiter wieder angestellt hatten.

Große Grünfläche

Richtig Stress hatte der Filchendorfer Stadtrat im vergangenen Jahr. So musste er sich den Sommer über um das Gießen des Bolzplatzes kümmern, obwohl keiner den "Edelrasen" betreten durfte. Die Beaufsichtigung der "Spanier" war eine weitere Aufgabe. Gewissenhaft meisterte Rix jedoch diese Herausforderung, indem er von den südländischen Arbeitern deutsche Gründlichkeit abverlangte. Und dann war das Stadtratsmitglied auch noch im "Arbeitskreis Stühle" vertreten, dessen Mitglieder versuchten, es allen beim Kauf einer neuen Bestuhlung für das Dorfhaisl recht zu machen. Da wurde genau überlegt, was angeschafft werden sollte. Sogar Arbeitsausflüge nach Coburg und nach Plössen wurden unternommen, um die richtige Sitzgelegenheit zu finden. "Es hat halt jeder an andern Oarsch, und der Stuhl sollte für jeden passen", war dazu der Kommentar einer Bäuerin.

Aber auch die Neustädter bekamen ihr Fett weg. Der "Hensls Georg" wollte von Manfred Rix wissen, wann es denn endlich mit dem Marktplatz weitergeht. "Na, ich darf da eigentlich nix verraten", flüsterte der Stadtrat. "Auf jeden Fall kommt eine schöne große Grünfläche hin." "Meinst du die neue Golfanlage", wollte Hensl wissen. "Die Anwohner haben sich schon ausgerüstet und fahrn scho mit Golfcars rum." Von einem Golfplatz wusste Manfred Rix nichts. Er vermutete aber, dass die "Großstadt Neustadt" jetzt auch Dieselfahrverbote verhängen will. "Da muss aber der Haberberger dann auch eine Stromtankstelle einrichten", war ein Kommentar von einem weiteren Filchendorfer Urgestein, dem Gerhard. Beim neuen Kulmhaus sollte diese dann mit eingeplant werden. "Dort sind die Kosten eh schon explodiert, da würde es nicht auffallen", war der Rat vom Hensl.

Bei der anschließenden Verlosung des Kirwabaums hatten sich die Verantwortlichen etwas Neues ausgedacht: Im Publikum wurden Zettel mit einem Bild verteilt. Vier Gäste, die ein Bild eines Flamingos bekamen, durften an einem Wettbewerb teilnehmen. Der Gewinner war Quirin Bauer. Kirwamoidl Nadja Schmidt gratulierte ihm zum Kirwabaum.

Zur Kirwa in Filchendorf präsentieren sich die Kirwaboum und -madla in ihrer schönsten Tracht.

Die Aufführung der „Lach- und Sachgeschichten aus dem Dorfleben“ zählt auch heuer wieder zu den Höhepunkten der Kirwa. Die Hobbyschauspieler stellten wichtige Persönlichkeiten des Dorfes dar.
Von links: Spanischer Arbeiter, Karin, Spanischer Arbeiter, Carla, Hensl Georg, Manfred Rix, Wolfgang Plößner, Gerhard, Hannelore, Anni, Udo und Julia.

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