Floß
18.10.2019 - 10:44 Uhr

93-Jähriger schreit um Hilfe

Es geht ums Überleben des OWV bevorstehen. Schriftführer Gerd Lindner, Hauptkassier Bernd Meier und Heimatpfleger Fred Lehner lassen einen Hilfeschrei los.

Heimat- und Kulturarbeit zeichnete den OWV Floß und Umgebung seit bald 100 Jahren aus. Sollte sich kein neues Führungsteam finden, besteht die Gefahr, dass Veranstaltungen wie die Sonnwendfeier in der Mühlpaint nur noch in der Erinnerung weiterbestehen. Bild: le
Heimat- und Kulturarbeit zeichnete den OWV Floß und Umgebung seit bald 100 Jahren aus. Sollte sich kein neues Führungsteam finden, besteht die Gefahr, dass Veranstaltungen wie die Sonnwendfeier in der Mühlpaint nur noch in der Erinnerung weiterbestehen.

93 Jahre hat der Waldverein auf dem Buckel. In einem Jahr, am 6. Oktober 2020, werden es 70 Jahre, dass sich Heimat verbundene Frauen und Männer bereit fanden, den OWV nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ins Leben zu rufen.

Seit dem Rückzug von Gisela Mutterer im vergangenen Jahr gibt es keinen zweiten Vorsitzenden mehr. Lindner betont, dass die bisherige Führung, darunter Vorsitzender Karl Kraus, nicht mehr zur Wahl steht. In der am Sonntag, 10. November, geplanten Jahreshauptversammlung, ist der komplette Vorstand neu zu wählen. Es geht um die Besetzung der Ehrenämter des ersten und zweiten Vorsitzenden, Schriftführer, Hauptkassier, fünf weitere Beisitzer, zwei Kassenprüfer und einen Vertreter für den Hauptverein Weiden. Lindner: "Es darf nicht soweit kommen, dass es künftig im Markt Floß keinen Heimat- und Wanderverein mit seinen vielfältigen Aufgaben der Heimatarbeit und damit der Kulturförderung mehr gibt. Ich möchte es nicht glauben."

Lindner richtet in der Vereinszeitschrift Arnika an die Freunde und Mitglieder des OWV den dringenden Appell und die Bitte, mitzuarbeiten und sich für ein Ehrenamt zur Verfügung zu stellen. "Nur so kann der OWV Floß gerettet werden", heißt es in seinem Hilferuf.

Schon im Juni hatten sich Vorstand und Ausschuss mit dem Personalmangel ernsthaft auseinandergesetzt. Weil es nicht genügend Hilfskräfte gab, fielen Sonnwendfeier und Backofenfest aus.

Den Versammlungstag am 10. November haben die Verantwortlichen gewählt, weil sie annehmen, dass dann die Kandidatenlisten für die Kommunalwahl 2020 bekannt sind. Aus diesem Personenkreis sollte es nach Auffassung von Lehner möglich sein, Mitglieder zu finden, "die ihre Heimatliebe und Heimattreue nicht nur als Lippenbekenntnis verlauten und damit Wahlpropaganda machen, sondern tatsächlich in die Tat umsetzen und Verantwortung im Verein übernehmen".

Sollte sich niemand finden, bliebe das Jahres-Wanderprogramm auf der Strecke, es gebe keine Dama-dama-Aktion, keine Blumentombola am Muttertag und keine Maiwanderung mehr. Lehner: "Das kulturelle Leben im Markt würde Schaden nehmen, gäbe es keine Winterwanderung zur Kalkhütte und keine Weihnachtsfeier auf dem St. Nikolausberg mehr. Der Markt würde gesellschaftspolitisch geschwächt, gäbe es keinen OWV mehr. Lindner, Meier und Lehner hoffen, dass es bis November doch noch möglich sein wird, den großen Heimatverein mit seinen derzeit über 400 Mitgliedern neu zu beleben.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.