Mitte des 19. Jahrhunderts wurden auf dem Marktplatz Kastanienbäume gepflanzt. Zwei davon blieben erhalten. Bis vergangenen Montag. Dann fielen die stattlichen Bäume. Sie waren krank, informierte das Rathaus.
Die Menge und Größe der herabfallenden Äste nahm trotz mehrmaliger Baumpflege zu. Die Bäume stellten eine Gefahr für Passanten dar. "Deshalb war im Hinblick auf die Verkehrssicherheit dringender Handlungsbedarf geboten“, heißt es aus dem Rathaus. Die Vitalität beider Bäume sei durch einen Beifall mit der Kastanienminiermotte und dem Trockenstress der vergangenen Jahre stark eingeschränkt, zu dem Schluss war ein Gutachter gelangt. Die Bäume standen seit Mitte des 19. Jahrhunderts an Ort und Stelle, seit der Neuanlage des Marktes. Wenn davon die Rede ist, dann ist damit die Zeit nach dem Großbrand vom Jahre 1813 gemeint.
Ortschronist Oberlehrer Leonhard Bär schreibt in seinem Büchlein „Der Markt Floß in Vergangenheit und Gegenwart“, dass die schauder- und schreckensvolle Nacht vom 26. auf 27. April 1813 nach etlichen Stunden 119 Häuser und 76 Städel, ohne Stallungen und Schupfen mit eingerechnet, in Schutt und Asche legte. Floß brannte nieder.
Es war der frühere Bezirksamtmann und Landrichter Karl Reisner Freiherr von Lichtenstern, dem sehr daran gelegen war, dass der Markt mit breiten, gut gepflasterten Straßen, bequemen Bürgersteigen zu beiden Seiten der langen, schnurgeraden Reihen schmucker Häuser mit zahlreichen Schauläden, durch freie, öffentliche mit prächtigen Linden- und Kastanienbäumen besetzte Plätze, ausgebaut wird. So kam es auch. Im Marktplatz wurden in der Mitte des 19. Jahrhunderts Kastanienbäume und auf dem Luitpoldplatz Lindenbäume gepflanzt. Das Herzstück im Marktzentrum ist heute noch der früher bezeichnete „Paradeploz“, für die Flosser immer noch der „Makploz“, die heutige, vor acht Jahren (2013) neu gestaltete Marktplatzanlage.
Zwei der uralten Kastanienbäume aus dem Mitte des 19. Jahrhunderts blieben bis heute erhalten. Weitere drei dieser Bäume mussten der letzten Neuanlage 2013 weichen. Als Ersatz wurden im April 2013 fünf große Spitzahornbäume entlang des Gehweges an der Freiherr-von-Lichtenstern-Straß gepflanzt.


















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