Floß
28.10.2019 - 13:26 Uhr

„Altes Pflegschloss" im Mittelpunkt

Der Arbeitskreis „Heimatmuseum Flosser Amt" sieht sich auch nach knapp 27 Jahren seines Bestehens weiter gestärkt. Als Bindeglied zum Marktrat ist er Antriebsfeder und Ideengeber. Das zeigt die letzte Sitzung unter Vorsitz Erich Schieders.

Das von 1671 bis 1673 für Pfalzgraf Christian August von Sulzbach erbaute „fürstliche Neugebäu", heute als „Altes Pflegschloss" bezeichnet, steht im Mittelpunkt der Beratungen in der letzten Sitzung des Arbeitskreises „Heimatmuseum Flosser Amt". Eine anstehende, weitere Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes ist eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre. Bild: le
Das von 1671 bis 1673 für Pfalzgraf Christian August von Sulzbach erbaute „fürstliche Neugebäu", heute als „Altes Pflegschloss" bezeichnet, steht im Mittelpunkt der Beratungen in der letzten Sitzung des Arbeitskreises „Heimatmuseum Flosser Amt". Eine anstehende, weitere Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes ist eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre.

Wenn auch nicht regelmäßig, so setzen sich die Beratungen in der Förderung der Kultur- und Heimatarbeit Jahr für Jahr kontinuierlich fort. Dass zu der jüngsten Sitzung im großen Rathaussaal auch die drei Bürgermeisterkandidaten Armin Betz, Robert Lindner und Oliver Mutterer eingeladen wurden, hatte seinen Grund. Es ging um die Fortsetzung der notwendigen Sanierungsarbeiten im Gebäude des „Alten Pflegschlosses", die durch die Einrichtung des Heimatmuseums im Erdgeschoss einen wichtigen Anfang nahmen.

In seinem Rückblick erwähnte Vorsitzender Erich Schieder die am 27. Mai 2018 erfolgte offizielle Eröffnung der Museums- und Ausstellungsräume im „Alten Pflegschloss". Archivleiterin Karin Pausch mache sich bei den monatlichen Führungen viel Arbeit und stehe mit dem Arbeitskreis in engster Verbindung. Ein stets offenes Ohr habe Bürgermeister Günter Stich für die Anliegen des Arbeitskreises. Pausch berichtete über die Besuche des Museums, die noch stärker sein könnten. Es seien vor allem auswärtige Gäste. Schieder wünschte sich, dass die Schulklassen der Grund- und Mittelschule das Heimatmuseum noch besser als bisher nutzen würden. Trotzdem dürfe man die Erwartungen an einen kräftigeren Zuspruch nicht allzu hoch schrauben.

Sowohl Schieder als auch Stich berichteten über die Teilnahme an Tagungen und Info-Veranstaltungen, bei denen die Förderung des Denkmalschutzes im Mittelpunkt standen. Erfreulich sei, dass immer wieder schöne Exponate zur Verfügung gestellt würden. Die Hinterlegung erfolgt bereits im Gebäude des „Alten Pflegschlosses". Schieder stellte die Aktivität des „Freundeskreises Plankenhammer" heraus. Jetzt sei man dabei, eine weitere Auflage des Buches „Plankenhammerer Porzellan" in Auftrag zu geben. Selbst ein dritter Bildband über „Sagen, Erzählungen und Plankenhammerer Geschichten" sei durch Vorsitzenden Norbert Kresta und dessen Frau in Bearbeitung. Auch dass ein Wanderweg rund um den Hardter Hügel angedacht sei, kommt der Heimatarbeit sehr zu gute. Als lobenswert bezeichnete Schieder auch die Herausgabe des knapp 90-seitigen Buches „Die zwei Leben des Haselstein" durch den Flossenbürger Stefan Krapf. Die Spurensuche setze sich fort.

Von einer großen Tat durch die Initiatoren, den Obst- und Gartenbauverein Floß und Umgebung und den Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald sowie den Markt, sprach Schieder beim Wanderweg "Der Findling" zum Doost. "Davon kann man nur den Hut ziehen." Es sei eine Bereicherung, die von der Bevölkerung, Gästen und Besuchern gerne angenommen werde. Als interessant – auch für das Flosser Amt – bezeichnete der Vorsitzende die Geschichtsforschungen über „Die Heidecker".

Festgelegt hatte der Arbeitskreis die Öffnungszeiten des Heimatmuseums während der Winterzeit von 14 bis 16 Uhr. 28 künstlerisch dargestellte und handgefertigte Puppen der verstorbenen Gertrud (Trudi) Dobmeier haben als Dauergabe im Heimatmuseum ihren Platz gefunden. Zu gegebener Zeit werde es eine offizielle Übergabe geben.

Ausführlich berichtete Bürgermeister Stich über die Verwaltung des Nachlasses eines Flossers. Der Markt Floß wurde als Alleinerbe bestimmt. Viele Gegenstände, darunter Bücher, Gemälde, Kunstschätze, sakrale Einrichtungen würden nun teilweise im Heimatmuseum deponiert. Es sei angedacht, dafür einen eigenen Raum im Heimatmuseum zu schaffen. Doch das dauere seine Zeit, bat der Bürgermeister um Verständnis. „Das Alte Pflegschloss bietet ausreichend und genügend Raum, solche Gegenstände unterzubringen", bemerkte Bürgermeister a. D. Fred Lehner zu den geerbten Exponaten. „Übrigens wäre es an der Zeit sich jetzt ernsthaft mit der seit mehr als 17 Jahren anstehenden Sanierung des Gebäudes zu befassen und dafür Jahr für Jahr Mittel bereitzustellen." Kräftige Unterstützung fand Lehner durch Schieder, der ebenfalls von einer großen Herausforderung, die angegangen werden müsse, sprach. Das wolle man den Bürgermeisterkandidaten mit auf dem Weg geben. Heimat-, Geschichts- und Kulturarbeit sei eine originäre Aufgabe einer Kommune. Schieder ging es auch darum, Überlegungen anzustellen, in welcher Weise die landwirtschaftlichen Exponate einen festen Ausstellungsplatz finden können. Einen Standort habe man im Auge.

Dass das Heimatmuseum durch sakrale Exponate des Erbauers der katholischen Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, Bischöflicher Geistlicher Rat Jakob Raß, früherer Ehrenbürger des Marktes, bereichert werden kann, berichtete Stich unter Vorlage eines Teils der Gegenstände. Im Heimatmuseum sollen sie einen ehrenden Platz finden, so die Meinung des Arbeitskreises.

Schieder sprach die Möglichkeit einer Krippenausstellung in der früheren Apotheke in der Freiherr-von-Lichtenstern-Straße an. Archivleiterin Karin Pausch regte dabei eine Ausstellung von Krippenfiguren an. Diese könnten nach Meinung des Bürgermeisters im Rathaus während der Advents- und Weihnachtszeit Platz finden. Ein dickes Kompliment machte Lehner dem Vorsitzenden Erich Schieder, der von der ersten Stunde seit Gründung des Arbeitskreises vor knapp 27 Jahren dessen Vorsitz inne hat, leidenschaftlich und akribisch die Herausforderungen zu bewältigen weiß. Dafür gab es auch kräftigen Beifall.

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