In seiner Begrüßung hatte Pfarrer Alfons Forster aus Michldorf als Vorsitzender und Vertreter der katholischen Religionsgemeinschaft für die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Weiden herausgestellt, dass solche Feierstunden wichtige Impulse für den christlich-jüdischen Dialog liefern sollen. Das diesjährige Motto beruhe auf dem Bibelvers aus dem Buch Genesis 3.9. Gleich zu Beginn der Bibel, nachdem Adam und Eva von der Frucht des verbotenen Baumes gegessen haben, verstecken sie sich aus Furcht vor Gott. Aber Gott, der Herr, rief nach dem Menschen und sprach: „Adam, wo bist du?" Doch Adam duckt sich weg, versteckt sich vor der Verantwortung und verweist auf Eva. Und Eva wiederum verweist auf die Schlange. Mit dem zweiten Satz des Jahresthemas, „Gemeinsam gegen die Judenfeindlichkeit", ist unsere Verantwortung angesprochen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe in seiner Ansprache bei der Zentralen Eröffnungsfeier in Nürnberg deutlich gemacht, dass Antisemitismus immer ein Angriff auf unsere gesamte Gesellschaft sei. Er gilt immer uns allen. „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen, nichts tun ist keine Option, für niemanden von uns."
Dankbar war Pfarrer Forster über die Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste, darunter Bürgermeister Günter Stich, Bürgermeister a. D. Fred Lehner, Stadtrat Dr. Matthias Holl als Vertreter von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Vorsitzenden Leonid Shaulov von der Jüdischen Gemeinde Weiden. Die Feierstunde erhielt durch den musikalischen und gesanglichen Teil eine besondere Note. Zu Beginn spielten Kantor Andreas Kunz (E-Piano), Willibald Wirth (Violine), Leonard Wechsler (Cello) und Pfarrer Wilfried Römischer (Gitarre und Gesang) „Ashira laschem beachaj".
Die Texte stammen aus der hebräischen Bibel. Wie schon in den Vorjahren wurden auch bei dieser Feier die Besucher mit einbezogen. Gemeinsam sangen sie: „Kommt herbei, singt dem Herrn".
Beeindruckend waren die Auftritte von Kantor Alexander Zakharenko mit seinen Psalmgebeten mit beeindruckender Baritonstimme. Mit Werner Friedmann bat er, weiter gemeinsam Mut und Bereitschaft zur Stärkung des Friedens zu zeigen. Jeder einzelne sei dazu aufgerufen. Nur so könne auch Hass und Feindschaft abgebaut werden.
Wieder glänzte das Musik-Quartett mit dem Liedvortrag „Od Jischama" dem ein weiteren Vortrag von Zakharenko folgte. Mit dem Musikstück „Osse Schalom" unterstützte Kantor Zakharenko den Liedtext. Pfarrer Max Früchtl vervollständigte die Psalmgebete für die katholische Religionsgemeinschaft.
In seinem Schlusswort dankte Bürgermeister Günter Stich dem Veranstalter, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, für die jährliche Feierstunde in der Flosser Synagoge und allen Mitwirkenden dieser eindrucksvollen Stunde der Gemeinsamkeit zwischen Juden und Christen. "Wir haben die Angst überwunden und Brücken gebaut und wollen diese Zeichen fortsetzen", bekundete Stich.
Das unterstrich auch der gemeinsame Segen von Werner Friedmann (Jüdische Gemeinde Weiden) und den beiden Ortspfarrern Früchtl und Römischer. Erhebend und feierlich war das gemeinsam gesungene und von den Instrumentalisten begleitete Lied „Hevenu shalom alechem" (Wir wünschen Frieden euch allen, Frieden in aller Welt) - ein israelisches Volkslied, das die bewegende Feierstunde freundschaftlich beendete.














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.