von Ilias Ziergiebel und Claudia Moser
Am gleichen Ort zur fast gleichen Zeit wie jedes Jahr: Auch an diesem letzten Augustmontag findet der traditionelle Frühschoppen auf der Flosser Kirwa statt. Während die meisten normalerweise am Montagvormittag arbeiten, denkt man in Floß sicher nicht an die Arbeit. Stattdessen stehen einige bereits ab 7 Uhr an, um sich bei perfektem Wetter den besten Platz im Festzelt zu sichern.
Anders als in den letzten Jahren wurde der Einlass dieses Jahr schon für 9 Uhr statt für 9.30 Uhr geplant. „Bei dem guten Wetter wollten wir die vielen Leute nicht draußen stehen lassen“, sagt die 23-jährige Mariella Rittner. Sie ist eine der vielen Helferinnen und Helfer der Burschengesellschaft Cylinder-Club Floß, die die diesjährige Kirwa ausrichtet. Sie selbst steht jetzt für 17 Stunden an der Pfandrückgabe. „Um zwei ging’s gestern heim und heute um sieben wieder her.“
„Das kann man nicht mit anderen Festen vergleichen. Ich konnte es kaum glauben, als ich das erste Mal hier war“, sagt Thorsten Löster, der als Security-Mitarbeiter beim Einlass steht. „Ich würde sagen, es ist mehr los als zum Beispiel vor zwei Jahren, als wir komplett abgesoffen sind. Das liegt auch am Traumwetter“, ergänzt Rittner.
Partystimmung, Biernovum und Cheeseburger
Dieses Jahr wird zum ersten Mal das Bier der Brauerei Maisels aus Bayreuth ausgeschenkt. Und das scheint gut anzukommen. „Das Bier ist der Renner“, meint Robert Weig, der für den Ausschank verantwortlich ist. Die von Beginn an gute Stimmung wird immer besser, und mittlerweile sitzt hier niemand mehr. Das liegt auch, oder vor allem, an den „Stoapfälzer Spitzbuam”. Die Partyband aus der Oberpfalz heizt den Gästen seit 10 Uhr so richtig ein. "Der Kirwa-Montag in Floß ist ein Klassiker. Es ist eine brutale Stimmung ab dem ersten Ton", sagt der Moderator der Band Alois Zinnbauer.
Um den traditionellen Frühschoppen perfekt zu machen, dürfen neben dem Bier natürlich die Weißwürste nicht fehlen. Dass es nicht immer klassisch sein muss, bestätigt der 23-jährige Vinzenz Paulus, der hinter der Kasse am Essensstand steht: „Am Anfang wurden Weißwürste gegessen, das hat sich aber dann sehr schnell zu Cheeseburgern gewandelt.“
Junggesellenabschied und Neuland
Zwischen Maßkrügen und Stimmungsmusik erlebt Tanja Piehler aus Schnaittenbach einen besonderen Moment auf der Flosser Kirwa. Eigentlich wollte sie nur den Frühschoppen genießen, doch ihre Freunde hatten andere Pläne: Mit Schärpen, auf denen „Team Braut“ steht, bunten Herzbrillen und einer Tasche voller Klopfer überraschten sie die zukünftige Braut mit ihrem Junggesellinnenabschied. Am 27. September wird die 35-Jährige heiraten. Im Biergarten vor dem Festzelt sitzt sie mit einem Schleier im Haar und strahlt mit der Sonne um die Wette. „Es ist alle Jahre immer wieder gleich schön“, sagt sie, auch wenn dieses Mal für sie selbst alles noch ein bisschen außergewöhnlicher ist.
Während für viele der Frühschoppen längst Tradition ist, betritt Philipp Bösl an diesem Montag Neuland. Zum ersten Mal erlebt er die Stimmung auf der Kirwa bereits am frühen Vormittag. „Ich bin völlig überrascht, dass jetzt schon so viel los ist. Ich hätte das nicht für möglich gehalten“, sagt der 31-Jährige. Joshi aus Kulmain bestätigt das: „Ich war jetzt fünfmal hier und es ist immer wieder schön. Davor war ich leider noch nie hier, weil es sich nie ergeben hat, aber jetzt komme ich jedes Jahr.“ Das Wetter passe und die Stimmung sei wie jedes Jahr super, ergänzt er.
Internationale Besucher und volle Busse
„Es ist das beste Fest in der ganzen Oberpfalz“, schwärmt der gebürtige Kalifornier Daniel Taylor. „Besser als das Oktoberfest.“ Der 41-Jährige ist einer der wenigen Amerikaner beim Frühschoppen, wenn nicht sogar der einzige. „Viele Amerikaner wissen nicht mal von der Flosser Kirwa.“ Taylor will das ändern. Er versucht, Landsleute für die „legendäre Party“ zu gewinnen, auch wenn das noch nicht so ganz gelingt. „Die sind vielleicht ein wenig eingeschüchtert – vor allem, weil es ein Montag ist.“ Während Taylor einer von wenigen ist, kam Luisa Käß aus Erdenweis bei Kulmain mit knapp 100 Leuten nach Floß. "Wir sind insgesamt mit zwei Bussen eine Stunde bloß für den Montag hierhergefahren. Der Tag ist es aber auch wert, um extra Urlaub zu nehmen."
















































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