16.02.2020 - 13:52 Uhr
FlossOberpfalz

Zu Besuch bei Schwester Ellen in Südafrika

Für die Mallersdorfer Schwestern wirkt die Flosser Franziskanerin und Ärztin in Zululand. Zwei befreundete Flosser Ehepaare haben sie besucht – und beeindrucken jetzt mit einem Lichtbildervortrag.

Die Flosser Ehepaare (von links) Josef und Rita Rosner sowie, Reinhold und Ingrid Bayer schildern ihre Eindrücke in einem Lichtbildervortrag. Die Arbeitstage von Schwester Ellen beleuchten sie ebenso wie Impressionen von der Landschaft.
von Fred LehnerProfil

Wahre Freundschaft soll nicht wanken. Sie wankt auch nicht, ganz im Gegenteil: Zwischen Rita Rosner und der seit über 40 Jahren in Südafrika tätigen Franziskanerin, Missionarin, Hausoberin und Ärztin Schwester Ellen (mit bürgerlichem Namen Maria Lindner) ist sie frisch wie eh und je. Beide kennen sich von Kindheit an und halten ihre von Herzen kommende Freundschaft weiter aufrecht. Auch Josef, der Ehemann von Rita Rosner, und die in Floß wohnenden Eheleute Ingrid und Reinhold Bayer möchten das herzliche Verhältnis zu Schwester Ellen nicht missen. Beim Lichtbildervortrag erzählten die Rosners und Bayers im gut besetzten Pfarrheim St. Josef vom unvorstellbaren Arbeits- und Tagesablauf der Missionarin.

Im vergangenen Sommer war Schwester Ellen zuletzt zu Besuch in ihrer Flosser Geburts- und Heimatgemeinde. Sie wohnte in ihrem Elternhaus (Hausname Abraham) bei Bruder Anton. Schwester Elisabeth befindet sich im Seniorenwohn- und Pflegeheim „ Am Reiserwinkel. Das Elterngrab ist im katholischen Friedhof. 2018 feierte Schwester Ellen in ihrer Flosser Heimatpfarrei St. Johannes der Täufer ihr 40-jähriges Professjubiläum.

Rita Rosner hielt ihr Versprechen, Freundin Maria in Südafrika zu besuchen. Im Frühjahr 2019 unternahm sie mit Josef Rosner sowie Ingrid und Reinhold Bayer eine Flugreise in die südafrikanische Provinz Kwazulu-Natal. Die Flossern wollten den Tagesablauf von Schwester Ellen als Hausoberin und Ärztin erleben. Überwältigend, erschütternd, eindrucksvoll und doch hoffnungsvoll sei es gewesen.

Unter dem Wort: „Helft einander" leisteten die Mallersdorfer Schwestern in Südafrika echte Pionierarbeit. Am 2. Januar l955 wurden die ersten vier Schwestern in einem feierlichen Aussendungsgottesdienst beauftragt, die Missionsarbeit zu beginnen. Als „ Nardini Sisters wurden anerkannt und geschätzt. Die Schwestern leisten Hilfe zur Selbsthilfe, Präventionsarbeit in der Sorge um die AIDS-Waisen und die -Kranken sowie Bildungs- und Erziehungsarbeit. Rund 1200 Familien erfahren jährlich Unterstützung mit dem "Sizanami Qutreach"-Programm. Wenn sich bei einem Hausbesuch ein Kind seltsam verhält, versuchen die Schwestern herauszufinden, wo das Problem liegt. Außerdem wollen sie Hütten und Häuser vor dem Verfall bewahren. In Nkandla im Zululand bauten die „ Nardini Sisters" das von Tutzinger Missionsbenediktinerinnen übernommene Krankenhaus aus. Zur Heranbildung einheimischer Pflegekräfte eröffneten die Schwestern eine Krankenschule.

„ Die Liebe Christus drängt uns" – dieser Leitspruch lenkt unsere Arbeit, bekennt die Ärztin. Gemeinsam an einer gerechten Zukunft zu arbeiten, sei das weitere Ziel. So habe sich im sozialen Bereich sehr viel getan. Es gebe es nun Kindergeld und Renten. Die Arbeitslosigkeit liege dennoch weiter bei bis zu 90 Prozent. Auf dem Land gebe es kaum eine Verbesserung. Die Lehrer seien oft schlecht ausgebildet. Korruption sei ein großes Thema. Die Schwestern hätten viel mit Armut und Krankheit zu tun. Noch immer klaffe die Schere zwischen Arm und Reich weit auseinander, der Egoismus in der Gesellschaft werde immer größer. Auf das Heimweh angesprochen, habe Schwester Ellen gesagt, dass sie dieses manchmal schon verspüre. Aber nicht sehr oft, zumal sie im Zululand schon sehr verwurzelt sei.

Der Lichtbildervortrag endete mit viel Beifall. Die Besucher leisteten spontan eine Gesamtspende von über 450 Euro. Schwester Ellen wird sie weiter in die Zukunft von Land und Leuten in Südafrika investieren.

Schwester Ellen (Maria Lindner) bei ihrem 40-jährigen Professjubiläum.
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