Reinhard Pausch, ein gebürtiger Flosser, der heute zwischen Freising und seinem Geburtsort pendelt, weiß seit ungefähr zwei Jahren, dass der uralte Felsenkeller seiner Familie für die Lagerung von Schrott missbraucht wird. Warum er den Keller erst jetzt räumen lässt? Pausch hatte gehofft, so sagt er, irgendwann eindeutige Spuren oder Hinweise auf den oder die Täter in dem Müll zu finden. Das sei aber bis heute nicht gelungen. Er hat den Vorgang bei der Polizei angezeigt, musste sich aber belehren lassen, dass der Keller nicht ausreichend gesichert sei, um derlei zu verhindern. Und tatsächlich lässt sich die zweiflügelige Holztür zum Kellereingang spielend leicht aufdrücken.
Bisher keine belegbaren Beweise
Pausch, der durchaus einen Verdacht hat, diesen aber ohne hinreichende Begründung nicht laut ausspricht, hat in den vergangenen Jahren immer wieder versucht, Beweise zu finden. Ist in den Müll hinuntergestiegen, hat blaue Lackspuren auf dem Boden vor der Kellertür fotografiert. Konkrete Anhaltspunkte, die sich belegen ließen, gab es jedoch bisher nicht. Es habe schon Beobachtungen gegeben, sagt Pausch, aber bisher sei keiner der Beobachter bereit gewesen, diese auch öffentlich zu äußern.
In seinem Keller liegt im Eingang eine Unmenge Sperrmüll, Stühle, Bretter, ein Schränkchen, also durchaus größere Teile, die man nicht eben in einer Mülltüte transportiert. Und das Augenfälligste: In einem Gang nach hinten sind alte Autoreifen gestapelt. Der oder die Täter haben sich sogar die Mühe gemacht, den Gang mit einer Art Holzwand zu sichern, damit die Reifen nicht nach vorn purzeln. Seit geraumer Zeit ist der gesamte Müll von einer weißen Staubschicht überzogen. Kalk, mutmaßt Pausch, um Spuren zu verwischen.
Pausch stellt sich natürlich viele Fragen: Wer weiß von diesen Felsenkellern? Wer hat überhaupt Bedarf, Schrott dieser Art zu entsorgen? Wann passiert das Abladen, für das man mindestens einen Kleintransporter braucht?
Pausch hat inzwischen eine Entrümpelungsfirma beauftragt, die am vergangenen Freitagmorgen den Keller räumen sollte. Zu dem Zweck war auch Kreisheimatpfleger Peter Staniczek aus Vohenstrauß nach Floß gekommen. Die Räumung wurde aber noch einmal verschoben, nachdem die Firma plötzlich Asbest unter dem Müll gefunden hatte.
Keller nicht verkommen lassen
Die Entsorgung wird den Worten Pauschs zufolge mindestens 1500 Euro kosten, der Sondermüll ist noch nicht eingerechnet. Aber Pausch will ein für allemal aufräumen in dem Keller, einen Eisenbeschlag für die alte Holztür hat er in Auftrag gegeben. Keiner soll ihm mehr nachsagen, die Tür sei einfach zu leicht aufzudrücken.
Der Keller war schon Bierkeller - Pauschs Urgroßvater hatte ein Braurecht -, war Kartoffellager und Luftschutzbunker. Von seiten der Gemeinde habe ihm der frühere Bürgermeister Günter Stich immer versichert, dass man sehr interessiert daran sei, diese alten Keller zu erhalten. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurde zum Beispiel ein Fledermauskeller eingerichtet. Und Pausch möchte den alten Keller einfach nicht verkommen lassen, sagt er.















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