14.06.2019 - 14:58 Uhr
FlossOberpfalz

Evangelische Kirchengemeinde schrumpft

Die evangelische Kirchengemeinde St. Johannes Baptista hat ihre Finanzen und Statistiken im Abrechnungsjahr 2018 offen gelegt und mit den Zahlen der vergangenen zehn Jahre verglichen. Das Ergebnis gibt nicht nur Anlass zur Freude.

Die evangelische Kirchengemeinde Floß wird kleiner. Zurzeit hat sie 1075 Mitglieder. Vor zehn Jahren waren es noch 1194.
von Fred LehnerProfil

2008 hatte die Gemeinde noch 1194 Mitglieder, 2018 sank die Zahl auf 1075. Damit hat die Kirchengemeinde in den vergangenen zehn Jahren zehn Prozent der Gemeindemitglieder verloren. Nach landeskirchlichen Kriterien ist Floß längst keine 100-Prozent-Stelle mehr.

Die Zuweisungen der Landeskirche von 29.140 Euro (2008) haben sich auf 30.856 Euro erhöht, was einen Anteil von 28.70 Euro pro Gemeindeglied bedeutet. Gewaltig gestiegen sind die Personalkosten von 21.000 Euro (2008) auf rund 35.000 Euro im Rechnungsjahr 2018. Weil Pfarrer Wilfried Römischer sein Gehalt direkt von der Landeskirche bezieht, sind das die Personalausgaben für die Friedhofsarbeiter, die Pfarramtssekretärin sowie Kirchenmusiker Andreas Kunz. Laut Römischer fällt der Berufsmusiker hier besonders ins Gewicht: "Diesen Luxus leisten wir uns als kleine Gemeinde, weil Herr Kunz extra als Kirchenmusiker ausgebildet ist und drei Chöre leitet." Kunz sei "wirklich ein Spitzenmusiker", sagt der Geistliche. Mit den Zuweisungen der Kirchensteuer wird die Kirchengemeinde von der Landeskirche aus den Einnahmen der Kirchensteuer bedient. Das Geld ist aber bereits aufgebraucht, weil die Personalkosten sie verschlingen. Gab es im Jahre 2008 unter dem Strich einen Überschuss von rund 8000 Euro, so mussten 2018 bis zu 4000 Euro aus den Spenden entnommen werden, um die Personalkosten decken zu können.

Zählt man die Ausgaben für das Jahr 2018 zusammen, kommt St. Johannes auf Gesamtkosten in Höhe von 92.900 Euro. Die Einnahmen belaufen sich hingegen auf insgesamt 113.700 Euro. Zusätzlich erhielt die Kirchengemeinde über 18.900 Euro Spenden, unter anderem von den eigenen Mitgliedern. Diese Gelder bleiben jedoch nicht im örtlichen Gemeindesäckel, sondern werden weitergeleitet.

Bei den Ausgaben fielen die Kosten für die Sanierung der Kirchturmglocken ins Gewicht. Das Läutwerk musste instand gesetzt werden. Ebenso musste die Elektroinstallation für den Betrieb des Glockenwerks überholt werden. Die gesamten Ausgaben beliefen sich auf rund 50.000 Euro. Sie konnten mit Spenden, Kirchgeld und einer Entnahme aus den Rücklagen finanziert werden.

Auch die laufenden Betriebskosten für Heizung, Strom, Instandhaltung und Pflege erfordern finanzielle Anstrengungen. "Dass alles geschafft werden kann, verdankt die Kirchengemeinde den vielen Helfern, die mit Arbeitskraft, Geld und Gebet alles tun, damit notwendige Arbeiten angepackt werden können", heißt es dazu auch im Gemeindebrief. Und weiter: „Wir brauchen sie alle: Gemeindemitglieder, Mitarbeitende, Gruppen und Kreise, Jung und Alt, dass mit dem Maß an Kraft, Zeit und Geld, um Pfarrkirche, Gemeindehaus, Friedhof und Außenanlagen zum Nutzen aller erhalten und gestalten zu können", resümiert Kirchenpflegerin Erika Bock.

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