10.06.2020 - 11:54 Uhr
FlossOberpfalz

Floß: Rücksicht auf Biotopbäume und Totholz nehmen

Die forstwirtschaftlich genutzten Gemeindewaldungen von Floß sind nicht nur für Waldspaziergänger interessant anzuschauen. Sie sind auch naturschutzfachlich sehr bedeutend.

Forstamtmann Sebastian Höllerer, Bürgermeister Robert Lindner, Peter Fleischmann und Forstdirektor Gerhard Hösl (von links) begutachten die Biotopbäume in der Gemeindewaldung.
von Harald MeierhöferProfil

Bei der Inventur für das Vertragsnaturschutzprogramm Wald hat Revierleiter Sebastian Höllerer in Zusammenarbeit mit Peter Fleischmann von der unteren Naturschutzbehörde Waldbäume mit besonderen Merkmalen wie etwa Höhlen, Faulstellen oder Pilzkonsolen kartiert. Dieses Programm dient dazu, dass die Vielfalt an Arten und Lebensräumen im Wald erhalten bleibt und sich weiterentwickeln kann. Deswegen fördert der Freistaat Bayern finanziell dieses Vorhaben auch in besonderem Maße.

In den Abteilungen Kriegersthurm, Buchholz, Stichholz und Bärenlohe wurden insgesamt 39 Biotopbäume mit besonderen Merkmalen und 42 stehende und liegende Totholzstämme über drei Meter Länge aufgesucht, mit GPS-Gerät eingemessen und vor Ort markiert. Es handelt sich um Laubbäume aller Art, sowie Tanne, Lärche und Kiefer. Dies dient dazu, dass für zwölf Jahre das Totholz im Wald belassen wird, Biotopbäume erhalten bleiben und damit diese Einzelbäume nicht genutzt werden. Dadurch bleiben wichtige Lebensräume unter anderem für Schwarzspecht und Waldkauz erhalten. Auf über 16 Hektar, das entspricht einer Größe von über 20 Fußballfeldern, wurden die Bäume beziehungsweise das Totholz mit gelben Nummern, einem Spechtsymbol und mit grünem Ring markiert. Baumart, Durchmesser und Länge des Baums bestimmen im Wesentlichen die Höhe der Förderung.

Für die Biotopbäume kommt somit eine Förderung von 5230 Euro und für das Totholz 3780 Euro zustande. Der Markt bekommt insgesamt 9010 Euro Förderung für einen wichtigen Beitrag zum Waldnaturschutz. Das ist gerade in einer Zeit des schlechten Holzmarkts ein willkommenes Geschenk für Waldbesitzer. Das Vertragsnaturschutzprogramm gilt nicht nur für Kommunalwälder, sondern auch für Privatwaldbesitzer. Deshalb macht es im Privatwald auch Sinn, auf Biotopbäume und Totholz Rücksicht zu nehmen. Für dieses Jahr ist die Förderung nach Vertragsnaturschutzprogramm Wald abgeschlossen.

Im Bereich des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weiden sind 88 Anträge gestellt worden und es wurden rund 85.000 Euro Fördermittel an private und kommunale Waldbesitzer ausbezahlt. Neuanträge können wieder ab Herbst gestellt werden. Für eine bessere Steuerung des Fördermittelbedarfs sollte der Umfang von Totholz und Biotopbäumen dem zuständigen Forstrevier vorab gemeldet werden.

Die Höhlen in der Rotbuche dienen unter anderem dem Schwarzspecht und Waldkauz als Nist-, Brut- und Wohnstätte.

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