Großer Freudentag in Würzburg, aber auch in Floß: Im Franziskanerkloster in Würzburg begeht Pater Leo Beck am Montag, 29. Juni, sein diamantenes Priesterjubiläum. Sechs Tage später, am Sonntag, 5. Juli, feiert der 88-Jährige mit „seinen Flossern“ in der Heimatgemeinde.
Auch wenn der Franziskaner-Minorit seit einiger Zeit gesundheitlich sehr angeschlagen ist, freut er sich über alles auf seinen großen Festtag. 60 Jahre Priester – der Oberpfälzer weiß, dass das ein Geschenk Gottes ist. „Gott hat Sehnsucht nach uns Menschen“, zitiert der Franziskaner-Minorit in seiner Einladung den franziskanischen Philosophen und Theologen Johannes Duns Scotus.
Unterwegs in der Welt
Pater Leo zählt zu den markanten Köpfen der deutschen Franziskaner-Minoriten der Gegenwart. Er war viele Jahre für den Orden in aller Welt unterwegs. Von 1995 bis 2007 war er in Rom als Generalassistent für alle Klöster in Zentraleuropa mit rund 270 Brüdern zuständig. Der Mitarbeiter des Generalministers bildete sozusagen eine Brücke zwischen den Provinzen und der Ordensleitung in der Ewigen Stadt.
Anschließend kehrte der Flosser nach Würzburg zurück, wo ihn die Mitbrüder mit 69 Jahren zum Provinzial und damit bis 2011 zum Chef der deutschen Minoriten wählten. Schon 1986 hatte der Sohn einer Flosser Arbeiterfamilie in der Zentrale das Vertrauen als Guardian erhalten.
Gleich im ersten Jahr seiner Amtszeit wurde die Würzburger Minoritenkirche bei einem Dachstuhlbrand schwer beschädigt. Pater Leo ließ bei dieser Gelegenheit das Gotteshaus, das wegen seiner Schlichtheit zu den schönsten in der Domstadt zählt und eine Pietà von Tilman Riemenschneider beherbergt, wieder im ursprünglichen gotischen Stil aufbauen. Einen weiteren Millionenbetrag verschlang die Sanierung des Klosters.
Viele Gäste
Gerne denkt der Jubilar auch an seine Zeit als Pfarrer von Scheinfeld sowie als Pfarrvikar von Kist und Reichenberg zurück. Hier erfreute sich der Priester und Seelsorger mit Leib und Seele großer Beliebtheit. Guardian Pater Adam zollt seinem Mitbruder Leo großes Lob. Trotz Erkrankung sei er „sehr tapfer und bemüht, den Tagesablauf treu zu absolvieren“. Das Jubiläum wird am Montag, 29. Juni, in der Klosterkirche mit einem Dankgottesdienst gefeiert. Nach Angaben des Hausoberen werden viele Gäste kommen, unter anderem Generalvikar Dr. Jürgen Vorndran.
Und auch zum Fest in Floß am 5. Juli haben sich rund 70 Gäste angesagt, darunter Prominenz aus dem Orden. Unter anderem kommt Igor Salmic. Er ist als Ordensvikar der zweite Mann hinter dem „General“. Festprediger ist der Provinzialminister und Vorsitzende der deutschen Ordensoberenkonferenz Andreas Murk.
Die Flosser freuen sich schon auf das Jubiläumsfest, schließlich hat der Träger der Bürgermedaille und glaubwürdige Verkünder der Frohen Botschaft all die Jahre hinweg den Kontakt zu seiner Heimatgemeinde nie abreißen lassen. Der 1. FC Nürnberg-Fan hat alljährlich seinen vierwöchigen Urlaub in Floß verbracht und stets auch pastorale Dienste übernommen. Das rechnen ihm die Flosser hoch an.













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