16.09.2020 - 09:45 Uhr
FlossOberpfalz

Gerstl-Erbe wirbelt Museumsplanung durcheinander

Die Einrichtung eines "Gerstl-Zimmers" im Alten Pflegschloss in Floß bringt eventuell den Liederkranz 1862 in Raumnot. Wo können die Sänger künftig proben?

Das Sängerzimmer des gemischten Chors Liederkranz 1862, das derzeit im "Alten Pflegschloss" untergebracht ist, soll eventuell zum "Gerstl-Zimmer" werden, in dem der Nachlass des Flosser Malers ausgestellt wird. Vereinschef Alfons Lehner macht sich Sorgen um eine neue Bleibe.
von Fred LehnerProfil

Die Sitzung des Arbeitskreises Heimatmuseum Flosser Amt machte es deutlich: Wenn das Nachlassvermögen des verstorbenen Flosser Kunstmalers Gottfried Gerstl nach den testamentarischen Verfügungen angelegt wird, dann wird wohl das bisher durch den gemischten Chor des Liederkranzes 1862 genutzte Sängerzimmer im Erdgeschoss des Alten Pflegschlosses dafür verwendet. Die Rede ist von der Einrichtung eines „Gerstl-Zimmers".

Noch sind die Arbeiter des gemeindlichen Bauhofs mit Museumsleiterin Karin Pausch dabei, alle Hinterlassenschaften gewissenhaft zu sortieren, registrieren und einzuordnen. In der Sitzung wurden aber auch Überlegunen laut, das frühere Gerstl-Anwesen im Schlossgarten für die Erweiterung des Heimatmuseums zu verwenden. Dann könnte der Nachlass an Ort und Stelle bleiben. Bürgermeister a. D. Günter Stich hatte deutlich gemacht, dass es der Wille des Erblassers sei, dass die Exponate im Heimatmuseum untergebracht werden. Damit erübrige sich jede weitere Diskussion und Überlegung. Heinrich Güntner hatte die Besonderheit des Erbes und der Kunstwerke Gerstls angesprochen und fand, diese seien eine Aufwertung des Heimatmuseums. Das müsste stärker vermarktet werden.

Wenn das sogenannte Sängerzimmer für die Ausstellung der Gerstl-Kunstwerke verwendet werden soll, könnte der Liederkranz dort nicht mehr proben. Eine Verlegung in den Kommunikationsraum im neuen Rathaus (früherer Unterrichtsraum der Feuerwehr) sah Liederkranz-Chef Alfons Lehner kritisch. Das würde möglicherweise das Ende der Vereinstätigkeit bedeuten, meinte er er. Denn der gemischte Chor setze sich auch aus älteren und gehbehinderten Sängern zusammen Der Zugang zum neuen Sängerzimmer sei durch den verlängerten Treppenabgang zum Kellergeschoss überaus beschwerlich. Denkbar wäre der Zugang zum Proberaum durch den Haupteingang des Rathauses. Doch auch das müsse man sich reiflich überlegen, meinte Alfons Lehner.

Zunächst müssten sich jedoch die Gremien des Marktes entscheiden, wie es mit einer Erweiterung des Heimatmuseums und der Einrichtung eines „Gerstl-Zimmers" weitergehen soll. Der Liederkranz sei gesprächs- und verhandlungsbereit, wolle aber Gewissheit haben, wie und wo es künftig mit den Chorproben weitergehen könne, sagte Alfons Lehner.

Infos zum leben und Wirken des Malers Gottfried Gerstl

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