13.02.2020 - 10:43 Uhr
FlossOberpfalz

Gesellschaftsverein "Unter uns" vor der Auflösung

Der Flosser Gesellschaftsverein "Unter uns" steht vor der Auflösung. Für Vorsitzenden Siegfried Schuller und Kassier Gerhard Schaller, die als Vorstandsduo noch die Stellung halten, finden sich keine Nachfolger.

Die verbliebenen beiden Vorstandsmitglieder beim Club „ Unter uns": Hauptkassier Gerhard Schaller (links) und Vorsitzender Siegfried Schuller (rechts). Sie werden den Club kommissarisch bis zum 30. April führen, bevor feucht-fröhlich mit einem Weißwurstessen das Kapitel Gesellschaftsverein geschlossen wird.
von Fred LehnerProfil

Wenn vom Gesellschaftsverein Club „Unter uns" die Rede ist, dann ist im gleichen Atemzug der „Marsch Nummer 18" zu nennen. So gab es in den letzten 40 Jahren weder eine Flosser Kirwa noch ein Bürgerfest, bei denen nicht auf Bänken und Tischen der „Flosser Marsch Nummer 18" gesungen wurde. Der Club „Unter uns" war immer dabei, wenn gesungen wurde: „Mia san unter uns, mia pfleg'n Geselligkeit und Frohsinn, mia san, wia man san." Dieser Gesang wurde in den letzten Jahren immer leiser. Jetzt droht er sogar zu verstummen. In der Jahreshauptversammlung am vergangenen Samstag im Gasthaus „Weißes Rössl" gab Anzeichen dafür.

Nach dem überraschenden Tod des zweiten Vorsitzenden Peter Rösch 2018 gab es keine Nachwahl. Es fand sich keiner Nachfolger für den Posten des Stellvertreters. Seitdem besteht der Vorstand nur noch aus Vorsitzendem Siegfried Schuller, er übt seit 23 Jahren dieses Ehrenamt aus, und Hauptkassier Gerhard Schaller. Seit Jahren schon gibt es keinen Schriftführer mehr. Diese Arbeit übernahm ebenfalls der Vorsitzende. Der Tod von Revisorin Erika Lindner 2019 schwächte den Kreis des Führungsteams zusätzlich.

Es sind persönliche und gesundheitliche Gründe, die Schuller ins Feld führt. Sie zwingen ihn, kürzer zu treten. Schuller schloss in einer Erklärung ein Weitermachen gänzlich aus. Bisher hat sich keines der 56 Mitglieder bereiterklärt, das Ehrenamt des Vorsitzenden zu übernehmen. Es findet sich auch niemand für das Amt des Stellvertreters, und ein Schriftführer ist weit und breit nicht in Sicht. So prekär ist die derzeitige Situation des Gesellschaftsvereins.

Unter diesen düsteren Vorzeichen stand die Jahreshauptversammlung, die Schuller eröffnete. Er begründete seinen Rückzug ausführlich. Aus vielerlei Gründen, Alter, Krankheit und persönlichem Empfinden, müsse er die Konsequenzen ziehen, so Schuller. „Ich will und kann auch nicht mehr, zum Weitermachen fehlt mir die Kraft." Im gleichen Atemzuge bekannte der sichtlich bewegte Vorsitzende, dass er seine Aufgabe sehr gerne gemacht habe und die Zeit mit seinen Freunden nicht missen möchte. Bei einer eventuellen Auflösung des Vereins sei ihm an einer sauberen Abwicklung gelegen. Darauf lege er besonderen Wert. Schuller ließ die Veranstaltungen des vergangenen Jahres Revue passieren. Der Club zählt derzeit 56 Mitglieder, deren Durchschnittsalter bei 70 Jahren liege.

Detailliert erläuterte Hauptkassier Schaller alle Einnahmen und Ausgaben. Helga Fritsch und Iris Zitzmann wären für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt worden, waren allerdings nicht zur Jahreshauptversammlung gekommen. Urkunden und Präsente werden ihnen nachgereicht.

Wahlleiter Bernd Meier würdigte die Arbeit von Schuller und Schaller. Da Meiers mehrfacher Aufruf nach Vorschlägen für die Besetzung des Vorstands in der Versammlung keinen Erfolg hatte, gab es keine Neuwahlen. Das bedeutet, Schuller führt den Club gemeinsam mit Schaller kommissarisch weiter. Am 30. April treffen sich die Mitglieder dann zu einer außerordentlichen Versammlung. Einziger Tagesordnungspunkt ist Entscheidung über das Fortbestehen des im Jahre 1963 gegründeten Gesellschaftsvereins. Nach Meinung der anwesenden Versammlungsteilnehmer dann die Auflösung des Vereins. Und auch darüber waren sich die Mitglieder einig: Das Vereinsvermögen soll der Feuerwehr Floß für die Anschaffung eines neuen Schlauchwagens zugute kommen.

Nach dem Auflösungsbeschluss soll feucht-fröhlich und musikalisch der gesellschaftliche Teil mit einem Weißwurstessen beginnen. Schuller meinte: So kameradschaftlich wie der Club gegründet wurde, soll er auch aufgelöst werden.

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