(le) Erich Schieder befasst sich mit der Geschichte des Dorfes Schlattein, das bis 1972 mit den Ortsteilen Ellenbach, Kalmreuth und Geiermühle zur damaligen Gemeinde Schlattein gehörte. In seinem Erstlingswerk "Mei Ellaboch" hatte Schieder seinen Geburts- und Heimatort Ellenbach vorgestellt.
Zur Buchvorstellung im Gasthaus "Weißes Rößl" drängten sich die Zuhörer. Nicht nur Schlatteiner wollten diese erste Präsentation ihrer Heimatgeschichte erleben, sondern auch Ehrengäste wie der ehemalige Bundestagsabgeordnete Werner Schieder. Das Besondere: Die Erzählungen bereicherte Autor Schieder mit Bildern, Texten von Zeitzeugen, aus alten Schriften, Überlieferungen, Erzählungen und Zeitungsberichten.
Dabei stand die Zeit im Mittelpunkt, als Schlattein zum "Golddorf" beim Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" ausgezeichnet wurde. Mit dem Zitat des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, "Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft meistern", begann Schieder seinen über 90 Minuten langen Vortrag.
Zunächst arbeitete er die Frühgeschichte auf. Er berichtete von der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1261, als Konradin, der letzte Spross des berühmten Schwäbischen Kaisergeschlechts von Friedrich I. Barbarossa, dem Kloster Waldsassen - teils aus religiöser, teils aus strategischen Gründen - viele Güter und Einkünfte schenkte. 1280 hatte Schlattein 12 Bauern und 4 Gütler. Der Dreißigjährige Krieg, Freiherr von Rummel, die erste Schule, dass Schlattein 1809 Ortsgemeinde wurde, Adam Lindner aus Ellenbach der erste Bürgermeister war und 1840 im Flosser Amt die Gemeinden Diepoltsreuth, Gailertsreuth, Gösen, Schönbrunn, Grafenreuth und Schlattein bestanden, gehörte zum geschichtlichen Ablauf.
Breiten Raum räumte der Heimatforscher Geschichten über beide Weltkriege, Flüchtlinge, Gefallene, Arbeitskräfte, Knechte, Mägde und Hütbuben ein. Bedeutsam nannte er die Gemeindezusammenlegung, die Flurbereinigung, den Wasserleitungsbau, die Dorfkanalisation und schließlich die Eingliederung der Gemeinde Schlattein in den Markt Floß am 1. Januar 1972.
Schieder zeigte Bilder von Schlattein früher und jetzt, berichtete über alte Hausnamen und Höfe. Immer wieder faszinierten die Zuhörer alte Bilder und Karten sowie Erzählungen über alte und verschwundene Höfe. Schieder ließ die erfolgreiche Teilnahme am Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" und den Empfang der Schlatteiner bei Bundespräsident Richard von Weizsäcker in Berlin Revue passieren.
Wie sich das Leben in Schlattein abspielt, dass dort Persönlichkeiten wie der frühere Landtagsabgeordnete Johann Lindner lebte und dass Schieder dort die Frau fürs Leben, Gertraud Meierhöfer, fand - alles klang in dem Vortrag an. Langer Beifall war der Lohn für Schieder. Finanzielle Zuwendungen durch den Markt und der örtlichen Banken waren die Basis für die Herausgabe des Geschichtsbuches.
Der Autor überreichte die ersten Exemplare des Buches an Bürgermeister Günter Stich, Pater Leo Beck, den früheren Bürgermeister Fred Lehner und an Vertreter der Banken. Das Heimatbuch "Golddorf Schlattein" ist bei der Raiffeisenbank, der Sparkasse, der Volksbank, in der Gemeindekanzlei, beim "Schnapperer"und im BM-Office erhältlich.




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