09.12.2019 - 13:27 Uhr
FlossOberpfalz

"Wenn Holz zu ernten ist, dann erntet"

Eine nicht unerwartete, aber beunruhigende Nachricht für die Waldbesitzer bringt Geschäftsführer Bock zur Herbstversammlung mit: "Die Situation am Holzmarkt hat sich im Laufe des Jahres nicht entspannt." Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Mit aktuellen Themen auf dem Holzmarkt beschäftigt Geschäftsführer Michael Bock (stehend) in seiner Rede in der gut besuchten Herbstversammlung der Flosser Waldbesitzervereinigung.
von Fred LehnerProfil

"In manchen Teilen Deutschlands ist das Rundholz nicht mehr absetzbar", sagte der Geschäftsführer Michael Bock von der Waldbesitzervereinigung Floß im Gasthaus Plödt in Diepoltsreuth. Die aktuelle Situation in den Wäldern Deutschlands habe sich weiter verschlechtert. Während die Waldbesitzer in Thüringen mit einem flächigen Absterben der Buche konfrontiert seien, hätten die Waldbesitzer in Brandenburg noch größere Schäden zu beklagen. In Bayern sei die Lage entgegen der Prognosen nicht ganz so schlimm. Das Flosser Vereinsgebiet müsse zwar im Bereich Waldthurn verstärkt mit Borkenkäferbefall klarkommen. Dies sei jedoch gut gelungen, da die Waldbesitzer Schadholz zügig aufgearbeitet hätten. Vom Lagerplatz bei Gösen seien beispielsweise mehr als 500 Festmeter abtransportiert worden. Die Mehrkosten konnten durch staatliche Förderungen und Unterstützung der WBV gedeckt werden.

Der Geschäftsführer machte darauf aufmerksam, dass aufgrund des Entwicklungsfortschritts der Bruten im Frühjahr 2020 durch Eintreten geeigneter Schwärmbedingungen mit einem starken und zeitlich synchronen Ausflug der überwinternden Käfer zu rechnen sein wird. Auch bei ausreichenden Niederschlägen im Herbst und Winter werde die Fichte weiterhin mit einer Vitalitätsschwächung aufgrund der Trockenheit der Jahre 2018 und 2019 in die Vegetationsperiode 2020 starten. Deshalb: Der Geschäftsführer bat die Waldbauern dringend, ihre Wälder bezüglich des Borkenkäfers zu kontrollieren und das Beratungsangebot der WBV und des Revierleiters, Forstamtmann Sebastian Höllerer, zu nutzen. Und noch eine Bitte fügte Bock hinzu: "Wenn Holz zu ernten ist, dann erntet".

Der Energieholzmarkt ist gesättigt und die Preise unter Druck, stellte Bock fest. Die Nadelholzsägewerke fragen bei Fichte weiterhin kein Frischholz aktiv nach. Die Käferhölzer können zu den bekannten Preisen angesetzt werden. Bei der Kiefer kann eine begrenzte Menge Frischholz als Fixlänge abgesetzt werden. Positiv ist, dass unabhängig vom Holzmarkt für Massenware, Sondersortimente und Hölzer besserer Qualität gut abgesetzt werden können. Dies treffe für Lärche, Kiefer und Laubholz zu.

Breiten Raum nahm die aktuelle Situation bei dem Holzabnehmern, den Sägewerken, ein. Bei der Papierindustrie wurde laut Bock die Produktion zurückgefahren. Das bedeute, dass über 200 000 Raummeter weniger Holz benötigt und eingekauft werden. Dagegen hätten die großen Heizwerke keine Probleme bei der Versorgung mit Hackschnitzel, die kostenneutral abgesetzt werden können.

Sowohl Vorsitzender Willy Meierhöfer als auch Geschäftsführer Michael Bock und Revierförster Sebastian Höllerer empfahlen den Waldbesitzern derzeit frisches Stammholz einzuschlagen. Über Pflege, Pflanzung, Erschließung und Lagerplätze berate auch dieses Team.

Auf Kurse bei der Waldbauernschule in Kelheim und dem aktuellen Bildungsprogramm Wald (BIWA) im Frühjahr 2020 hatte Vorsitzender Meierhöfer ebenfalls hingewiesen. Überlegungen werden wegen eines neuen Sägeholzspalters angestellt. Sehr gut sei die Zusammenarbeit in der Vorstandschaft und mit den einzelnen Warten und Helfern, wofür er Dank sagte. Die traditionelle Lichtmessversammlung findet am Samstag, 1. Februar 2020, statt.

Nach zwölf Jahren gibt Günter Reinl seine Tätigkeit als Holzwart bei der Vereinigung auf. Seine Gewissenhaftigkeit und seine jederzeitige Hilfsbereitschaft seien beispielhaft gewesen. Dafür dankte Meierhöfer mit einem Präsent.

Zwölf Jahre ehrenamtlichen Dienst als Holzwart leistet Günter Reinl (Zweiter von links) für die Flosser WBV. Dafür gab es Dank und Anerkennung von (von links) Vorsitzendem Willy Meierhöfer, Geschäftsführer Michael Bock und Zweitem Vorsitzenden Wolfgang Stangl.
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