Floß
29.08.2018 - 16:25 Uhr

Klassische Musik erklingt in der Flosser Synagoge beim Benefizkonzert mit den Künstlern Miroslav Vilime, Julie Brana und Edita Keglerova (von links). Leonid Shaulov (rechts) dankte den Musikern im Namen der Jüdischen Gemeinde Weiden . Bild: le
Klassische Musik erklingt in der Flosser Synagoge beim Benefizkonzert mit den Künstlern Miroslav Vilime, Julie Brana und Edita Keglerova (von links). Leonid Shaulov (rechts) dankte den Musikern im Namen der Jüdischen Gemeinde Weiden .

(le) „ Sie waren großartig, haben uns mit ihrer Musik viel Freude bereitet, wir sind begeistert." Mit diesen Worten dankte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Weiden, Leonid Shaulov, den drei Künstlern aus Tschechien, die in der Flosser Synagoge mit einem Benefizkonzert in der Reihe „Musik in Synagogen der Pilsener Region" auftraten.

Es hat schon viele unvergessliche Aufführungen in den vergangenen über 200 Jahren seit Bestehen der Synagoge gegeben. Das Benefizkonzert am Sonntag mit Edita Keglerova (Cembalo), Julie Brana (Flöten) und Miroslav Vilimec (Violine) – es war schon seit dritter Auftritt in der Flosser Synagoge – kann sich ganz vorne mit einreihen.

Bürgermeister a. D. Fred Lehner wies als Mitglied der Gesellschaft für Jüdisch-Christliche Zusammenarbeit darauf hin, dass in zwei Jahren, am 9. November 2020, die Synagoge ihre Wiedereinweihung nach der Zerstörung in der Pogromnacht am 9. November 1938 feiern kann. Lehner würde sich wünschen, dass die heute über 90-jährige Henny Brenner, Witwe des früheren Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Weiden, Hermann Brenner, mit dabei sein könnte.

Wie sehr solche Konzerte in der Region angenommen werden, zeigte der ungewöhnlich große Besuch. Die Synagoge war in Parterre und auf der Empore belegt. Edita Keglerova am Cembalo trat nicht nur in Europa, sondern auch in Übersee auf zahlreichen wichtigen Bühnen auf und gründete 2004 gemeinsam mit Flötistin Julia Brana das Ensemble Eccento. Derzeit unterrichtet sie am Gymnasium und der Musikschule Prag und am Prager Konservatorium. Ihre Vortragskunst durften die Zuhörer bei einer Suite von Luis Couperin erleben.

Ihre Mitstreiterin Julie Brana ist erste Flötistin im Orchester Concerto Koeln, Mitarbeiterin im Dresdner Barockorchester und der Hannoverschen Hofkapelle. Sie begeisterte die Zuhörer mit ihrer Art der Vorträge. Der frühere Konzertmeister der Tschechischen Philharmonie Vilimec und heute gefragte Solist bei in- und ausländischen Orchestern zeigte auch in der Synagoge sein Können an der Violine. Die Sonate in E-Dur und „Basso continuo" von Georg Friedrich Händel verzauberten die Zuhörer.

Es war ein krönender Abschluss des gut 90-minütigen Konzerts, als Edita Keglerova und Julie Brana mit der Suite für Blockflöte von Gordon Jacob ihr künstlerisches Können an den Instrumenten und im Vortrag entfalteten. Deshalb blieb nach dem langanhaltenden Beifall der Besucher eine Zugabe nicht aus. Bei der Übergabe der Geschenke drückte Vorsitzender Leonid Shaulov seine Freude mit der Bitte aus, sich in der Flosser Synagoge wieder sehen und hören zu lassen.

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