02.09.2018 - 10:43 Uhr
FloßOberpfalz

Jahrhundert-Hochwasser im Landkreis

Dauerregen seit Tagen, es gibt Unwetter und die Wasserstandspegel im Landkreis steigen. Diesen Katastrophenfall üben Kräfte des THW und zahlreicher Feuerwehren.

Kräfte der Feuerwehr und des THW errichten gemeinsam eine Schutzmauer aus Sandsäcken.
von Externer BeitragProfil

(exb) Der Ablaufplan wurde am vergangenen Freitag mit einer Übung "HQ100", einem Jahrhundert-Hochwasser im Landkreis, erprobt. Hierbei wurden alle nötigen Schritte in der Theorie für die Orte Weiherhammer, Pressath und Luhe-Wildenau simuliert. "Sämtliche Eventualitäten vom Kontakt mit Gefahrstoffen bis zur Einrichtung eines Bürgertelefons wurden angenommen und strukturiert abgearbeitet", berichtete die Pressesprecherin des Landkreises, Claudia Prößl. Nötig ist die Übung auch, da im Katastrophenfall die Hilfsorganisationen im Rahmen des Hilfsleistungskontingents auch überörtlich in Bayern und Deutschland eingebunden werden können.

Für den realistischen Teil der Übung wählten die Verantwortlichen bewusst den Ortskern von Floß. Floß ist durch den sogenannten "Badewanneneffekt" besonders hochwassergefährdet und stand schon einmal vor 70 Jahren unter Wasser. Die Teilübung unter den Namen "Protecitiv sand 2018" startete gegen 18 Uhr. 30 Fahrzeuge mit 143 Einsatzkräften vom THW Weiden und Nabburg, des Roten Kreuzes und der Feuerwehren aus Floß, Flossenbürg, Störnstein, Wurz, Püchersreuth, Plößberg, Altenhammer, Waldkirch, Walthurn und Neudorf waren vor Ort. "Unsere Leute sollen für die drohende Lage gerüstet sein und mit dem Ablauf vertraut gemacht werden", erklärte der Flosser Kommandant Felix Müller.

Die Helfer nahmen an, dass die "Floß" im Bereich der unteren Bachgasse über ihre Ufer tritt und die angrenzenden Gebäude vor den Wassermassen zu schützen sind. Die Leitstelle der Teilübung wurde im Feuerwehrhaus eingerichtet, um die teilnehmenden Kräfte zu disponieren und einzusetzen sowie eine ständige Verbindung mit der Führungsgruppe in Neuhaus zu garantieren.

Im Übungszeitraum bis 24 Uhr kam die 2017 neu beschaffte Sandsackfüllanlage des Landkreises am Bauhof zum Einsatz. Mehr als 4000 Sandsäcke machten die Helfer dank der Maschine fertig. Die Einsatzlogistik, die Sandsäcke zu füllen, an den Einsatzort zu transportieren und zu verbauen, interessierte die Führung ganz besonders. "Dies ist ein dynamischer Prozess, der sich von Stufe zu Stufe entwickelt", erläuterte Andreas Duschner vom THW.

Viel Aufmerksamkeit erregte der Bau eines behelfsmäßigen Übergangs über die "Floß". Gekonnt und fast schon akrobatisch entstand eine Brücke von einer Uferseite zur anderen. Unterdessen kam eine Großpumpe zur Regelung des Wasserstands zum Einsatz. Sie kann im Ernstfall bis zu 5000 Liter Wasser pro Minute aus dem Überschwemmungsgebiet entfernen.

Bewusst legten die Verantwortlichen die Einsatzzeit in die Abendstunden, um den erschwerenden Effekt der Dunkelheit mit einzubeziehen. Mehrere mobile Beleuchtungsmasten erhellten den Bereich und gaben den Einsatzkräften genug Licht zum Arbeiten. Das Rote Kreuz war mit der Einrichtung einer Notunterkunft in der Mehrzweckhalle betraut. Es stellte Feldbetten auf, sorgte für sanitäre Einrichtungen und stellte die Verpflegung sicher.

Erstmals kommt die neue Sandfüllanlage des Landkreises zum Einsatz.

In der Einsatzzentrale in Floß werden die nötigen Arbeiten koordiniert.

Der behelfsmäßige Übergang über die "Floß" ist fast fertig.

Das Rote Kreuz versorgte die Einsatzkräfte mit einer warmen Mahlzeit.

Die Großpumpe des THW schafft 5000 Liter Wasser in einer Minute.

Geschafft, die Sandsäcke sind verbaut.

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