19.03.2020 - 10:17 Uhr
FlossOberpfalz

Kalmreuther und Schlatteiner können Förderungen abschöpfen

Sechs Jahre haben Haus- und Grundbesitzer in den Dörfern Schlattein und Kalmreuth Zeit, mit Unterstützung von Fördergeldern aus dem Topf der Dorferneuerung ihre Häuser und Höfe zu sanieren. Aber was genau wird gefördert und was nicht?

Bettina Witt vom Amt für Ländliche Entwicklung (rechts) erläutert den Haus- und Grundbesitzern aus Schlattein und Kalmreuth, was im Rahmen der Dorferneuerung gefördert wird und was nicht.
von Gabi EichlProfil

Der Sitzungssaal im Rathaus war wenige Tage vor der Kommunalwahl und vor der Erklärung des Katastrophenfalls für Bayern noch einmal voll Dort, wo sonst die Gemeinderäte sitzen, durften Kalmreuther und Schlatteiner Platz nehmen. Denn nur für sie fand die Veranstaltung statt. Das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) war vertreten durch Karsten Heßing und Bettina Witt. Letztere ist die Sachgebietsleiterin Dorferneuerung und Bauwesen; außerdem war anwesend der vom ALE beauftragte Architekt Ulrich Greiner, der Ansprechpartner vor Ort ist.

Unbedingt Ok des Amtes abwarten

„Wenn das Amt etwas fördert, muss sich das positiv auf den öffentlichen Raum auswirken“, das sei der Grundsatz, sagte Witt. Und sie wies mehrmals an diesem Abend darauf hin, dass keine förderungswürdige Maßnahme begonnen werden dürfe, ehe das Amt nicht sein schriftliches Ok gegeben habe. Das bedeute auch, dass kein Material gekauft, kein Auftrag an einen Handwerker vergeben werden dürfe. „Wir müssen Ihnen das sonst aus der Endabrechnung streichen.“

Aber was ist denn nun förderfähig? Was nicht? Das Stichwort ist den Ausführungen Witts zufolge das Wörtchen „dorfgerecht“. Ganz grob interpretiert bedeutet das laut Witt alles, was zu einem Dorf passt - gemäß den Richtlinien des Amtes. Das sind zum Beispiel restaurierte alte Fenster und Türen, aber nicht neue Plastikfenster in Holz-Optik.

Eigenleistungen werden laut Witt grundsätzlich nicht gefördert; das sei zwar schade, aber derzeit nicht vorgesehen. Material und eventuell ausgeliehene Maschinen durchaus, aber nicht die von eigener Hand geleisteten Arbeiten.

Sollte sich im Verlauf einer Sanierungsmaßnahme eine Kostensteigerung ergeben, sei das grundsätzlich kein Problem, nur müsse das Amt davon wissen. Und selbst wenn ein Bauherr feststelle, dass er diese oder jene Sanierungsmaßnahme nicht wie geplant realisieren könne, sei auch das kein Problem: „Sie können jederzeit einen neuen Förderantrag stellen.“ Es werde dann abgerechnet und gefördert, was bisher saniert worden sei.

Nicht zu viel Zeit lassen

Sechs Jahre sind veranschlagt für die sogenannte kleine Dorferneuerung in Schlattein und Kalmreuth. Das bedeutet aber nicht, dass Hausbesitzer sich Zeit lassen können. Den Worten Witts zufolge sind die Fördertöpfe aktuell gut gefüllt, ob der Zuschuss jedoch bis zum Ende der Laufzeit gesichert sei, das will die ALE-Mitarbeiterin nicht garantieren. Im Moment sehe es „sehr gut“ aus, sagte sie auf Nachfrage, aber die Sanierungsmaßnahmen der Hausbesitzer erfolgten zunächst einmal auf eigenes Risiko; die Auszahlung der Zuschüsse erfolge nach Haushaltslage des bayerischen Staatshaushaltes. „Bis jetzt hat es immer geklappt“, sagte Witt.

Architekt ist Ansprechpartner

Die Beratung der Hausbesitzer erfolgt ausschließlich durch den Architekten Ulrich Greiner, nicht durch das Amt für Ländliche Entwicklung, sagten die beiden ALE-Vertreter, die ausdrücklich darum bitten, sich an Greiner zu wenden, nicht an das Amt in Tirschenreuth.

Armin Betz, der unter den Zuhörern saß, sagte, es sei wichtig, dass die Dorferneuerung endlich einmal vorankomme. Sitzungsleiter und Zweiter Bürgermeister Oliver Mutterer: „Wir stehen Gewehr bei Fuß.“

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