Floß
07.04.2019 - 16:40 Uhr

Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Neustadt/WN kürt neue Holunderkönigin

Die Obst- und Gartenbauvereine beteiligen sich am Blühpakt Bayern. Holunderkönigin Johanna Schäffler muss im Mai abdanken

Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege ruft seine Mitglieder zur Beteiligung an der Aktion "Natürlich Naturpark" auf. Dabei geht es um die Umsetzung des "Blühpakts Bayern". Kreisvorsitzender Albert Nickl nannte die Blumenwiesen wichtige Voraussetzungen für die Artenvielfalt und das Leben der Insekten. Zugleich sei das aber auch ein wertvoller Beitrag zur Verschönerung der Heimat.

Nickl nutzte die Jahreshauptversammlung im "Weißen Rössl", um den Diplom-Biologen Philipp Glaab als neuen Mitarbeiter beim Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald und Dagmar Thimm-Böhringer als neue Fachberaterin für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt vorzustellen.

Die Obst- und Gartenbauvereine leisteten in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband einen wichtigen Beitrag zu Erhaltung der Natur und der Heimat, lobte der Kreischef. 2018 mit der Aktion "Streuobstvielfalt - Beiß rein" sei mit der Beteiligung von sieben Ortsverbänden sei "rege" gewesen. Die Übergabe der Preise erfolge beim Familienfest am 19. Mai im Kreislehrgarten Floß.

Die Streuobstwiesen, Thema des Vorjahres, seien prägende Landschaftsräume und Schutzraum für die Tierwelt. Nickl freute sich, dass bereits zwölf Vereine für den "Blütenzauber in den Dörfern" ihre Teilnahme signalisiert hätten. Trotz politischer Aktivitäten sei die Schaffung der Grundlagen für die Artenvielfalt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Hobbygärtner, Landwirte und auch die öffentliche Hand gleichermaßen betreffe.

Erfreulich nannte der stellvertretende Landrat die aktuell 1930 Mitglieder im Kreisverband mit Tendenz nach oben. Am 7. Juli bietet der Kreisverband eine Fahrt zur Landesgartenschau nach Wassertrüdingen, am 30. Juni den "Tag der offenen Gartentür" in Irchenrieth mit acht offenen Gärten an.

Der Kassenbericht von Josef Stock wurde verlesen. Die Kassenprüfer bescheinigten einwandfreie Arbeit, so dass einstimmig Entlastung erfolgte. Josef Höllerl gab einen umfassenden Bericht über die neue Datenschutzverordnung und zeigte auch die vorhandenen Formblätter, mit denen die Mitglieder ihre Einverständniserklärung für die Veröffentlichung von Fotos oder Videoaufnahmen abgeben können.

Die Amtszeit von Holunderkönigin Johanna Schäffler neigt sich dem Ende zu. Am 15. Mai, 18 Uhr, in der Schlosskapelle des Landratsamtes kündigte Nickl die Proklamation der Nachfolgerin an.

Mathilde Müllner vom Naturpark informierte über die Blühflächenaktion "Natürlich Naturpark" als Umsetzung des "Blühpakts Bayern". Diese solle zum Erhalt von schützenswerten Flächen und zur Schaffung von blütenreichen Wiesen, Säumen und Brachflächen beitragen. Müllner bedauerte, dass das Wort "sauber" gerade bei brachliegenden Flächen aus dem Kopf vieler Menschen nicht herauszubringen sei. "Wir haben noch nicht einmal gesät, kommt schon die Frage, wann gemäht werde. "Selbst eine Brennessel ist heute ein No-Go", bedauerte sie.

Mit dem Verlust von Kleinstrukturen, der Intensivierung von Düngung und dem Einsatz effizienter Maschinen sei der Rückgang der Insekten verbunden. Die Diplombiologin sieht deshalb die Notwendigkeit, Lebensraum für Blühpflanzen und Insekten zu schaffen.

Schädigend für die Natur und die Insektenwelt sei das Mulchen. Dazu zeigte sie besondere Negativbeispiele aus Eslarn und Burkhardsrieth. Auf kilometerlanges Mulchen in einem Arbeitseinsatz sollte deshalb verzichtet und das Mulchmaterial entfernt werden. "Wenn ein Fest ansteht, ist die gesamte Gemeinde kahl", hat die Expertin erkennen müssen.

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