07.06.2021 - 16:10 Uhr
FlossOberpfalz

Nach Lockerungen: So steht es um die Sportvereine nach der Coronapause

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Fußball, Aerobic, Leichtathletik, Tischtennis – ob an der frischen Luft oder in der Halle. Die Sportvereine im Landkreis Neustadt/WN dürfen wieder voll loslegen. Doch welche Spuren hat die lange Pause hinterlassen?

Aerobic, Pilates oder Yoga – diese Kurse waren oft die ersten, die von den Sportvereinen nach den Lockerungen wieder angeboten wurden.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Allmählich nimmt der Freizeit- und Amateursport in Weiden und dem Landkreis Neustadt/WN wieder Fahrt auf. Seit dem 7. Juni sind alle Sportarten – ob im Freien oder auch in der Halle – wieder möglich. Voraussetzung ist eine 7-Tages-Inzidenz unter 100. Dann ist aber weiterhin ein negativer Corona-Test erforderlich. Bei einer Inzidenz unter 50 entfällt die Testpflicht.

Aerobic und Tanz starteten als Erste

Die Fußballer trainieren wieder, die Volleyball-Abteilung beginnt ebenfalls wieder auf den Feldern im Waldbad. Auch die Tischtennisspieler nehmen das Training wieder auf. Bei der SV Grafenwöhr kehrt so langsam wieder ein Anflug von Normalität ein.

Marlene Stopfer-Höhn leitet Aerobic- und Gymnastik-Kurse bei der SV Grafenwöhr. Bereits seit dem 13. Mai laufen in den Innenräumen des Sportparks wieder Seniorengymnastik, Step-Aerobic, Kick-Box-Aerobic oder Fitness-Sport. "Es ist ganz gut angelaufen. Ich habe schon gemerkt, dass die Leute darauf hingefiebert haben. Ich wurde immer wieder gefragt, wann es denn losgeht", sagt Stopfer-Höhn.

Zwischen 12 und 15 Personen hat sie derzeit pro Kurs. Die Teilnehmerzahlen seien, wenn überhaupt, nur leicht zurückgegangen. "Es gibt den ein oder anderen mittleren Alters, der noch abwarten will. Sie sind vorsichtig, weil sie noch ihre Impfung abwarten wollen", so die Abteilungsleiterin. Um die geltenden Regeln einzuhalten, ist die Teilnehmerzahl begrenzt, aber 15 bis 20 Personen passen in die Räume in Grafenwöhr.

Corona wirkt sich indirekt auf Mitgliederzahl aus

Einen Schwund von fast 80 Mitgliedern hat der TV Floß zu verzeichnen. "Das liegt aber nicht direkt an Corona, sondern an den beiden fehlenden Wintern. Denn wir haben normalerweise jährlich zwischen 40 und 60 Neuaufnahmen wegen der Ski-Kurse. Doch 2019/2020 gab es kaum Schnee und 2020/2021 war Corona. Das hat uns sehr getroffen", sagt Vorsitzender Hans Eismann. Mit den fortschreitenden Lockerungen spürt er den Enthusiasmus bei den Vereinsmitgliedern.

Die Turnabteilung und die Nordic-Walking-Gruppe hatten als erste den Betrieb wieder aufgenommen. Gerade beim Eltern-Kind-Turnen und dem Kinderturnen sei viel Freude zu sehen, dass es wieder losgeht. "Trotz der Vorgaben und Einschränkungen ist es gerade für die Kinder wichtig, dass sie wieder Sport machen dürfen", meint Eismann. Auch die Faustball-Abteilung des TV wird am Freitag wieder mit dem Training beginnen.

Auch Vorstandssitzungen sind nun wieder möglich. Die Jahreshauptversammlung des TV Floß musste 2020 zweimal abgesagt werden und soll nun im Spätsommer nachgeholt werden. Eismann ist angesichts der stabilen Inzidenzwerte positiv gestimmt: "Die Impfungen schreiten voran, die Inzidenz ist im Moment stabil unter 35. Ich bin optimistisch, dass es nun gut läuft."

Soziale Kontakte enorm wichtig

In Vohenstrauß findet der Sport derzeit vor allem im Freien statt. Das liegt aber nicht nur an der Corona-Pandemie. „Die Turnhalle wird als Impfzentrum genutzt, daher können wir dort nicht trainieren. Es wird jetzt Gespräche zur Nutzung der Dreifachturnhalle geben, allerdings werden auch dort erst noch die Abschlussprüfungen der Schulen stattfinden, bevor wir rein können“, erklärt Vorsitzender Klaus Nigg.

Dennoch ist das Sportangebot beim TV bereits wieder angelaufen: Leichtathletik, Karate, Nordic Walking und vieles mehr findet statt – aber eben an der frischen Luft. „Die ersten Rückmeldungen sind sehr positiv. Die Leute sind froh, dass es wieder losgeht. Gerade die Kinder und Jugendlichen sind sehr glücklich“, sagt Nigg. Doch auch beim TV Vohenstrauß ist ein Mitgliederrückgang zu verzeichnen. Das ist laut dem Vorsitzenden aber keine Überraschung. Die Austritte sind nicht groß gestiegen, allerdings gab es kaum Eintritte, um diese auszugleichen. Das lag natürlich am fehlenden Sportangebot während der Lockdowns.

Nigg gibt sich optimistisch, dass der Vereinssport nun wieder regelmäßig stattfinden kann: „Die Inzidenzwerte sind niedrig und die Impfquote wird immer höher. Die sozialen Kontakte haben schon gefehlt. Vereine, egal ob Sport, Feuerwehr oder Fasching, sind in dieser Funktion schon enorm wichtig.“

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