SPD und FDP/UB machen in der konstituierenden Sitzung des Marktrats kein Hehl daraus, dass die Wahl Mutterers zum Zweiten Bürgermeister eine abgesprochene Sache war. Markus Staschewski (SPD) sagt in Richtung CSU-Fraktion, man habe vorab im Gespräch zwischen allen Fraktionen klar gemacht, wie die SPD abstimmen werde, das Ergebnis dürfte damit auch keine Überraschung sein. Der bisherige SPD-Bürgermeister Günter Stich habe bereits sehr vertrauensvoll mit Mutterer zusammengearbeitet, daher habe man sich entschieden, erneut auf den FDP-Mann zu setzen. Überdies sehe man sich durch entsprechende Rückmeldungen aus der Bevölkerung bestärkt in diesem Schritt.
Rosner unterliegt Mutterer mit 6:11 Stimmen, sie gratuliert Mutterer als Erste. Die SPD hatte keinen Kandidaten für den Stellvertreter-Posten vorgeschlagen. Sebastian Kitta sagt für die sechsköpfige CSU-Fraktion, er hoffe, dass dieses Ergebnis von 11:6 künftig nicht allzu häufig im Marktrat vorkomme. Er sichert gute Zusammenarbeit zu, auch wenn die CSU sich einen anderen Bürgermeister-Stellvertreter gewünscht hätte.
Die gegenseitigen Versicherungen zur guten Zusammenarbeit werden in der konstituierenden Sitzung vor etwa 60 Zuhörern in der Mehrzweckhalle von allen Fraktion mehrfach wiederholt. Mutterer sagt: „Wir müssen in dieser schwierigen Zeit alle füreinander da sein.“ Er versichert Lindner Loyalität „wie bisher schon Günter Stich“. Der Posten des dritten Bürgermeisters wird übereinstimmend gestrichen. Ein Stellvertreter sei in der kommenden Legislaturperiode ausreichend, sind sich die Fraktionen einig.
Bürgermeister Robert Lindner wird vereidigt von der ältesten Markträtin, seiner Parteifreundin Eli Dreßler. Er dankt den ausgeschiedenen Markträten Manfred Venzl, Harald Gollwitzer, Bernd Meier, Walter Pröls und Günter Stich als Bürgermeister für deren Arbeit; die Verabschiedung werde nachgeholt, sobald das in gebührendem Rahmen möglich sei. Der Beginn der neuen Amtszeit falle wegen der Pandemie in eine schwierige Phase; er hoffe aber, dass es gelinge, auch für den Markt aus der Krise eine Chance für einen Neuanfang zu machen, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. „Vielleicht schafft die Kunst der Politik in unserem Fall, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen, und wir gehen einen Weg der gegenseitigen Akzeptanz.“
Sebastian Kitta (CSU) spricht von einer „herausfordernden Zeit“ und dem Wunsch nach einer „vertrauensvollen und demokratisch wertvollen“ Zusammenarbeit.
Markus Staschewski (SPD) betont, es gehe darum, den Markt nach vorn zu bringen, auch wenn das unter Umständen wegen schlechterer finanzieller Möglichkeiten schwieriger werde. Unverständnis äußert der SPD-Mann angesichts der Entscheidung des bisherigen CSU-Sprechers Harald Gollwitzer, das Mandat nicht anzutreten (die Oberpfalzmedien berichteten). Ein Marktrat, dem Staschewski bescheinigt, bisher „sehr engagiert und erfolgreich“ gearbeitet zu haben. Auch große Teile der Bevölkerung begegneten diesem Schritt Gollwitzers mit Unverständnis. Immerhin sei Gollwitzer einer der Stimmenkönige der CSU. Staschewski wörtlich: „Manche sprechen hier sogar von Wahlbetrug.“ Heinz Kett (FDP/UB) sagt, es gebe viel zu tun, Neues zu planen, keinen Stillstand eintreten zu lassen. Eine „bürgernahe Politik ohne politische Scheuklappen“ wünscht sich der AfD-Mann Björn Beer. Großes Lob spricht Lindner den fast 30 freiwilligen Helfern des Corona-Teams aus, die neben einer Einkaufshilfe auch ein 24-Stunden-Bürgertelefon ermöglicht hätten. Die Hotline (Telefon 09603/921115) sei weiterhin für alle nicht-medizinischen Fragen erreichbar.
Als Fraktionssprecher werden von der CSU Sebastian Kitta (Stellvertreter noch nicht bekannt), von der SPD Markus Staschewski (Sabine Müller), von der FDP/UB Heinz Kett (Wolfgang Bock) benannt. Im Sparkassen-Zweckverband vertreten den Markt wie bisher Günter Stich und Rita Rosner, Stellvertreter sind die beiden Bürgermeister Lindner und Mutterer. Vertreter im Zweckverband zur Unterhaltung der Gewässer 3. Ordnung sind ebenfalls die beiden Bürgermeister. Eine Formsache ist die Bestellung des Bürgermeisters zum Trauungsstandesbeamten.















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